Geparkte Air-France-Maschine am Flughafen Charles de Gaullle in Paris

Vierter Tag des Pilotenstreiks bei Air France Frankreich bleibt am Boden

Stand: 02.04.2018 13:57 Uhr

Der Streik der Air-France-Piloten sorgt auch am vierten Tag des Ausstands für massive Behinderungen im französischen Flugverkehr. Erneut wurden fast zwei Drittel der Flüge gestrichen; auch internationale Verbindungen sind betroffen. Neue Vorschläge der Fluggesellschaft lehnte die größte Pilotengewerkschaft als "weitgehend ungenügend" ab, vor allem auch, da diese nur für bis zu sechs Monate gelten sollten.

Der Pilotenstreik richtet sich gegen Sparpläne des Airline-Konzerns Air France-KLM, der Kurz- und Mittelstrecken an seine Billigtochter Transavia übertragen und seine jährlichen Kosten so um mehr als eine Milliarde Euro senken will. Die Piloten fordern einen einheitlichen Vertrag für ihre Berufsgruppe. Sie befürchten eine Job-Auslagerung und schlechtere Arbeitsbedingungen. In diesen Tagen stimmen sie darüber ab, ob sie ihren zunächst bis Montag anvisierten Streik in der nächsten Woche möglicherweise noch um vier Tage verlängern.

Regierung fordert Ende des Streiks

Gestrandete Passagiere am Flughafen Charles de Gaulle in Paris
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Warten auf den Flug: Fluggäste am Pariser Flughafen Charles de Gaulle müssen zurzeit viel Geduld haben.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls forderte, den Streik so schnell wie möglich zu beenden. Die Aktion sei unverständlich, sagte der Regierungschef dem Sender "France Inter". Valls forderte die Piloten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Zukunft von Air France stehe auf dem Spiel.

Ähnlich wie der Lufthansa-Konzern wird Air France von Billiglinien sowie von schnell wachsenden arabischen Airlines unter Druck gesetzt. Die beiden europäischen Marktführer wollen mit einem Ausbau des Billig-Angebots und Einsparungen gegensteuern.

Auch die Piloten der Lufthansa befinden sich seit Monaten im Streit mit ihrem Arbeitgeber. Bei ihnen geht es vor allem um die Übergangsversorgung bei vorzeitigem Ruhestand. Die Piloten der Lufthansa hatten ihren zunächst für Dienstag geplanten Streik kurzfristig wieder abgesagt, nachdem die Konzernführung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit einen konkretisierten Vorschlag vorgelegt hatte.

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