Eine Maschine von Air Berlin | Bildquelle: dpa

Winkelmann wird Chef Führungswechsel bei Air Berlin

Stand: 18.12.2016 17:40 Uhr

Air Berlin wechselt ihren Chef aus. Laut Angaben der Fluglinie übergibt der derzeitige Amtsinhaber Pichler die Führung an den Lufthansa-Manager Winkelmann. Kann er das Unternehmen wieder zum Erfolg führen?

Die in Turbulenzen steckende zweitgrößte deutsche Fluglinie Air Berlin wechselt ihren Chef aus. Stefan Pichler habe sich entschlossen, das Unternehmen zu verlassen, nachdem er zwei Jahre lang an der strategischen Neuausrichtung arbeitete. Das teilte Air Berlin bei einer Aufsichtsratssitzung mit. Er wolle jetzt in sein Heimatland Australien zurückkehren.

Der frühere Thomas-Cook-Manager Pichler hatte den Chefposten bei dem Lufthansa-Konkurrenten im Februar 2015 übernommen. Zuvor hatte er Airlines in Australien, Kuwait und den Fidschi-Inseln gemanagt.

Sein Nachfolger Thomas Winkelmann kommt vom Konkurrenten Lufthansa, wo er mehr als neun Jahre die Billigtochter Germanwings führte. Zuletzt war er Chef des Lufthansa-Drehkreuzes München.

Thomas Winkelmann im Anzug | Bildquelle: AFP
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Der frühere Germanwings-Chef Thomans Winkelmann ist der vierte Air-Berlin-Chef seit dem Abgang von Gründer Joachim Hunold im Jahr 2011.

Air Berlin schon länger in der Krise

Air Berlin steckte bereits in einer tiefen Krise, nachdem Gründer und Langzeit-Chef Joachim Hunold die Firma nach Anfangserfolgen im Tourismusverkehr zum Lufthansa-Rivalen aufbauen wollte.

Darauf folgte ein schneller Expansionskurs mit Übernahmen etwa von DBA und LTU, die aber kaum integriert wurden. Experten zufolge befand sich die Fluglinie in zu vielen Geschäftsfeldern gleichzeitig.

Pichler wollte die Gesellschaft kurz nach seinem Amtsantritt wieder auf das Touristikgeschäft konzentrieren. Groß-Aktionär Etihad, der knapp 30 Prozent der Anteile hält und der Fluglinie mit Finanzspritzen von weit mehr als einer Milliarde Euro unter die Arme griff, stoppte den Vorstoß jedoch. Seitdem galt das Verhältnis als zerrüttet.

Pichler gehend | Bildquelle: dpa
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Der 59-jährige Stefan Pichler leitete auf Druck von Air Berlins Großaktionär Etihad nach immer höheren Verlusten die Aufspaltung der Fluglinie ein. Jetzt verlässt er seinen Posten.

Pichler hatte Restrukturierung eingeleitet

Laut Nachrichtenagentur Reuters muss Pichler auf Druck von Etihad gehen. "Bild am Sonntag" berichtete, dass Air Berlin in den ersten neun Monaten einen Verlust von 317 Millionen Euro verbuchte. Nur dank des Verkaufs der Hälfte der Tochter Niki an Etihad kommt Air Berlin demnach über den umsatzschwachen Winter.

Um eine Trendwende zu erreichen, geben die Berliner einen Großteil der Strecken zu touristischen Zielen an die Lufthansa und ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit dem Ferienflieger Tuifly ab. Gleichzeitig werden 1200 der 8600 Arbeitsplätze abgebaut.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Dezember 2016 um 19:00 Uhr.

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