Stehende Maschinen von Air Berlin | Bildquelle: REUTERS

Überbrückungskredit des Bundes Air Berlin stellt Insolvenzantrag

Stand: 15.08.2017 18:13 Uhr

Air Berlin hat einen Insolvenzantrag gestellt. Zuvor hatte der Hauptaktionär Etihad eine weitere finanzielle Unterstützung abgelehnt. Mit einem Überbrückungskredit soll der Betrieb aufrecht erhalten werden - die Fluglinie will sich dann selbst sanieren.

Zuletzt hatten sich die schlechten Nachrichten gehäuft - jetzt hat Air Berlin Insolvenz angemeldet. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft stellte einen Antrag auf Insolvenz in Eigenregie, nachdem ihr Großaktionär und Geldgeber Etihad Airways ihr den Geldhahn zugedreht hatte. Damit sei "keine positive Fortführungsprognose" mehr gegeben, erklärte die Air-Berlin-Führung. Diese ist die Voraussetzung dafür, dass ein überschuldetes Unternehmen um einen Insolvenzantrag herumkommt.

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bewilligte den Antrag auf Eigenverwaltung der Fluggesellschaft. Air Berlin will sich also ohne einen Insolvenzverwalter sanieren. In einem solchen Fall führt das Management die Geschäfte weiter. Die Eigenverwaltung ist eine Variante des Insolvenzverfahrens, die auf die Erhaltung und Sanierung des Unternehmens zielt.

Air Berlin hat Insolvenzantrag gestellt
tagesschau 17:00 Uhr, 15.08.2017, Tom Schneider, ARD Berlin

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Etihad: Können nichts mehr zuschießen

Etihad erklärte, die Entwicklung sei für alle Beteiligte "äußerst enttäuschend" - vor allem, weil Etihad in den vergangenen sechs Jahren "weitreichende finanzielle Unterstützung für Air Berlin während früherer Liquiditätskrisen und für deren Sanierungsbemühungen" gewährt habe. Erst im April habe man weitere 250 Millionen Euro zugeschossen - das Geschäft von Air Berlin habe sich "in einer beispiellosen Geschwindigkeit verschlechtert".

Als Minderheitsaktionär könne Etihad kein weiteres Geld geben und das eigene Risiko erhöhen. Die Fluggesellschaft war 2011 bei Air Berlin eingestiegen und hält knapp 30 Prozent an der Airline.

Kredit sichert Flugbetrieb

Der Flugbetrieb solle mit Hilfe eines Überbrückungskredits der Bundesregierung in Höhe von 150 Millionen Euro weitergehen, erklärte Air Berlin. Der Kredit ist mit einer Bundesbürgschaft abgesichert. Der Flugbetrieb könne in vollem Umfang fortgeführt werden.

Was Reisende jetzt wissen müssen

Aufgrund des Kredits der Bundesregierung bleiben nach Angaben von Air Berlin alle gebuchten Tickets gültig. Auch die Flugpläne würden nicht geändert. Alle Flüge der Linie und ihrer Tochter Niki fänden wie geplant statt. Zudem seien auch alle vorgesehenen Flüge weiterhin buchbar.

Trotz des Brückenkredits bleibt die Frage, was danach passiert. Falls die Airline tatsächlich ihren Flugbetrieb einstellen müsse, könne es für die Kunden schwierig werden, ihre Ausgaben erstattet zu bekommen, warnt der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Insbesondere für Kunden, die ihr Ticket selbst gekauft haben, fehlt ein Insolvenzschutz.

Die Kunden hingegen, die eine Pauschalreise oder einen Flug im Reisebüro gebucht haben, seien in der Regel finanziell abgesichert. Sie müssten möglicherweise Verzögerungen beim Rückflug in Kauf nehmen oder sich sogar selbst um eine Verbindung kümmern. Sie erhielten aber von ihren Vertragspartnern ihr Geld zurück.

Verhandlungen mit der Lufthansa laufen

Bundeswirtschafts- und verkehrsministerium erklärten gemeinsam, der Kredit werde durch die staatliche KfW-Bank gewährt. Laut Insolvenzrecht wäre Air Berlin eigentlich verpflichtet gewesen, den Flugbetrieb direkt nach dem Insolvenzantrag einzustellen - die Fluglinie verhandele aber seit längerem mit der Lufthansa und einer weiteren Fluggesellschaft. Diese Gespräche seien so weit fortgeschritten, dass es in den kommenden Wochen eine Entscheidung geben könne.

Die Lufthansa erklärte, man unterstütze "gemeinsam mit der Bundesregierung" die Restrukturierung von Air Berlin. So werde unter anderem gewährleistet, dass die von Air Berlin geleasten Flugzeuge, die für Eurowings und Austrian Airlines fliegen, weiterbetrieben werden können.

Air Berlin | Bildquelle: AFP
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Air Berlin und die Lufthansa verhandeln darüber, ob Unternehmensteile verkauft werden.

Easyjet zeigt Interesse

Einem Insider zufolge hat sich die britische Airline Easyjet am Kauf von Teilen der insolventen deutschen Airline interessiert gezeigt. Dabei gehe es vor allem um die Übernahme der Start- und Landerechte von Air Berlin, sagte der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei es gewesen, den Konkurrenten Ryanair auszuboten. Zudem sollten die großen Flughafenstandorte von Air Berlin in Düsseldorf und Berlin gesichert werden. Easyjet wollte sich zu den Angaben nicht äußern.

"Ein Schock für die Mitarbeiter"

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) teilte mit, die Nachricht sei für die Mitarbeiter, "die seit Bestehen der Airline eine hervorragende Arbeit leisten, ein Schock". Etihad lasse Air Berlin fallen "wie eine heiße Kartoffel", obwohl neue Investoren Interesse signalisiert hätten: "Hier zeigen die Investoren vom Golf ihr wahres Gesicht."

Da der Luftverkehr in Deutschland aber wachse, seien "alle Voraussetzungen gegeben, diese deutschen Arbeitsplätze zu erhalten", gab sich VC-Präsident Ilja Schulz zuversichtlich.

Skeptischer äußerte sich ver.di-Bundesvorstand Christine Behle: "Wir haben große Sorge um die Arbeitsplätze der Beschäftigten." Deren Sicherung müsse oberste Priorität haben. Air Berlin müsse "mit Hochdruck daran arbeiten, tragfähige und gute Konzepte zu entwickeln, um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten". Anfang des Jahres hatte Air Berlin rund 8600 Mitarbeiter.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo warnte vor einer Zerschlagung des Unternehmens. Alle Bereiche inklusive des Bodenpersonals und der Technik müssten gesichert werden, verlangte Vorstand Nicoley Baublies.

Seit Jahren Defizite

Air Berlin fliegt seit Jahren Defizite ein, 2016 lag der Verlust bei 780 Millionen Euro. Die Lage verschärfte sich Ende März mit der Umstellung auf den Sommerflugplan. Flugausfälle und Verspätungen häuften sich danach.

Die Folgen der Insolvenz von Air Berlin
tagesschau 17:00 Uhr, 15.08.2017, Esther Neumeier, ARD Berlin

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Die 1978 gegründete Fluggesellschaft Air Berlin ist mit dem Boom der Billigflieger groß geworden. Erfolg hatte sie zunächst mit Flügen von Berlin nach Mallorca. 2002 nahm sie Linienflüge in europäische Städte ins Programm. Nach einem radikalen Expansionskurs geriet das Unternehmen in eine Krise. Seit 2008 schreibt Air Berlin - mit einer Ausnahme durch den Verkauf des Vielfliegerprogramms - rote Zahlen.

Reaktionen auf Insolvenzantrag von Air Berlin
A. Ulrich, ARD Berlin
15.08.2017 16:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. August 2017 um 14:00 Uhr.

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