Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

04.02.2012

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 05:15 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 02:59 Uhr
Inhalt
Wirtschaft
Aigner will Spekulationen auf Agrarmärkten beenden
Vorstellung des Ernteberichts 2010

Aigner will Spekulationen auf Agrarmärkten beenden

Verbraucherministerin Ilse Aigner will die Spekulation mit Lebensmitteln unterbinden. "Nahrungsmittel sollten nicht mit Maschinen und Konsumgütern in eine Schublade gepackt werden", sagte die CSU-Politikerin bei der Vorstellung des Ernteberichts 2010.

Keine Versorgungsengpässe

Sie kritisierte, dass die Getreidepreise an den Terminbörsen "explosionsartig gestiegen" seien, obwohl die Lager noch gut gefüllt seien. Trotz der Ausfälle vor allem im Russland aufgrund von Hitze und Bränden werde es keine Versorgungsnotlage auf den Weltagrarmärkten geben, versicherte Aigner. Für deutsche Verbraucher sei die Versorgung "zu erschwinglichen Preisen" gesichert.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Agrarministerin Aigner: Stabile Preise sind bei Lebensmitteln wichtig. ]
Die Ministerin appellierte an Handel und Verbände, Verbraucher nicht mit Preissteigerungen zu verschrecken. Warenbörsen seien Instrumente, die helfen, Preisschwankungen abzufedern und ausreichend Liquidität zur Verfügung zu stellen, erklärte die Ministerin. "Anlass zur Besorgnis gibt es allerdings, wenn Kapitalanleger und Indexfonds massiv in die Rohstoff- und Agrarmärkte einsteigen und damit einen negativen Einfluss ausüben."

"Marktwirtschaftlich bedenklich"

Dagegen sollen sowohl national als auch im Rahmen der G-20-Industrieländer Maßnahmen ergriffen werden. Aigner nannte es "marktwirtschaftlich bedenklich", wenn Spekulanten die Rohstoffknappheit bei Lebensmitteln nutzten, um kurzfristig Profit zu machen.

Die zunehmend zu beobachtenden Schwankungen auf den Rohstoffmärkten beeinträchtigen laut Aigner nicht nur das Wirtschaftswachstum. Sie könnten insbesondere die Versorgung der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern mit Nahrungsmitteln massiv erschweren.

Inzwischen gebe es Vorschläge von allen Seiten, wie Spekulationen begrenzt werden könnten, sagte die Agrarministerin. Dazu gehörten die Begrenzung von Kontrakten je Marktteilnehmer und von Haltefristen, zentrale und virtuelle Reserven oder eine Clearingstelle. "Dies sollte uns aber nicht zu Schnellschüssen veranlassen", mahnte Aigner. Man dürfe nicht in die alten Fehler der staatlichen Marktregulierung zurückfallen.

Erzeugerpreise bis zu 100 Prozent gestiegen

Ein Bauer holt seine Ernte ein. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Momentan ein lohnendes Geschäft ]
In Deutschland habe es 2010 trotz extremer Wetterlagen nur geringe Ernteeinbußen gegeben, berichtete die Agrarministerin. Nach der Rekordernte im Vorjahr sei die diesjährige Getreideernte um 12 Prozent auf 43,8 Millionen Tonnen zurückgegangen. Schuld daran sei auch die um 3,9 Prozent auf 6,64 Millionen Hektar verringerte Anbaufläche.

Wegen der niedrigen Erzeugerpreise im Jahr 2009 hatten viele Bauern statt Getreide lieber Silomais angebaut. Die durchschnittlichen Erträge pro Hektar - eine Fläche von der Größe eines Fußballfelds - sank im Vergleich zu 2009 um 8,5 Prozent auf 65,9 Dezitonnen pro Hektar.

Gute Geschäfte für die Landwirtschaft

Die deutschen Landwirte bekommen aber in diesem Jahr mehr Geld für ihr Getreide. Die Erzeugerpreise bewegen sich derzeit je nach Getreideart zwischen 50 und 100 Prozent über dem niedrigen Niveau von 2009. Anfang September gab es 19,58 Euro pro Dezitonne Brotweizen, das sind 100 Kilogramm.

Für die 27 EU-Staaten zeichnet sich laut Aigner eine durchschnittliche Getreideernte von 279 Millionen Tonnen ab. Das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Die Weltgetreideernte dürfte mit 1,75 Milliarden Tonnen rund zwei Prozent hinter der Vorjahresproduktion zurückbleiben.

Stand: 10.02.2011 15:36 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW