Rücktritt ADAC-Präsident Peter Meyer  (Bildquelle: dpa)

Nach Skandal um Manipulationen ADAC-Präsident Meyer tritt zurück

Stand: 10.02.2014 14:34 Uhr

ADAC-Präsident Peter Meyer tritt zurück. Der 64-Jährige legte nach einem Skandal um Manipulationen beim ADAC-Autopreis "Gelber Engel" mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder, wie der Autoclub mitteilte.

Nach Vereinsangaben kam er damit einer Amtsenthebung zuvor. Angesichts der aktuellen Vertrauenskrise und der erschütternden Ergebnisse der aktuellen Krisenaufarbeitung habe das ADAC-Präsidium ein Suspendierungsverfahren gegen Meyer beschlossen.

Meyer erklärte bei seinem Rückzug, er wolle nicht länger allein für die Fehler und Manipulationen in Europas größtem Automobilclub verantwortlich gemacht werden. Er glaube nach wie vor an den eingeleiteten Reformprozess. Das Ziel müsse die Rückgewinnung von Vertrauen sein.

Noch vergangene Woche hatte er einen Rücktritt entschieden abgelehnt: "Ausbüxen ist aus meiner Sicht das falsche Signal." Er sehe seine Pflicht darin, weiter für die gute Sache zu kämpfen, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

ADAC-Präsident Meyer gibt Rücktritt bekannt
M. Watzke, DLF
10.02.2014 13:53 Uhr

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ADAC erhält externen Prüfbericht

Der Rücktritt erfolgt just an dem Tag, als das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte seinen Prüfbericht zu den Manipulationen an den ADAC übergeben wollte. Ob dies inzwischen geschehen ist, ist unklar. Der Autoclub hatte zuvor erklärt, er wolle den Deloitte-Bericht vor der Veröffentlichung genau studieren und bewerten. Deshalb sei noch nicht entschieden, ob man möglicherweise erst am Dienstag damit an die Öffentlichkeit gehe.

Bislang steht fest, dass bei der Wahl des VW Golf zum Lieblingsauto der Deutschen die Zahlen nach oben frisiert wurden. Offenbar hat der Autoclub bei der jüngsten Wahl aber nicht nur die Stimmenzahl frisiert, sondern laut der "Süddeutschen Zeitung" auch die Platzierung manipuliert. Das ergebe sich aus internen Unterlagen des Vereins. Demnach wurde die Platzierung eines Wagens der Baureihe BMW 5 nach oben korrigiert.

Hersteller warten auf das Prüfergebnis

Die Autokonzerne BMW, Daimler und VW wollen die Untersuchungsergebnisse abwarten, bevor sie über eine Rückgabe ihrer ADAC-Preise entscheiden. Eine kollektive Rückgabe wäre ein weiterer Imageschaden für Europas größten Autoclub mit fast 19 Millionen Mitgliedern.

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