Das Präsidium des ADAC auf der Hauptversammlung in Saarbrücken. | Bildquelle: dpa

Hauptversammlung in Krisenzeiten ADAC stellt sich neu auf

Stand: 10.05.2014 14:38 Uhr

Der ADAC will mit umfassenden Reformen einen Weg aus seiner tiefen Krise finden. Die Delegierten der Hauptversammlung des Autofahrerclubs stellten sich in Saarbrücken mit großer Mehrheit hinter die Erneuerungspläne des größten deutschen Vereins. Der personelle Neuanfang an der Spitze des ADAC wurde jedoch wie erwartet verschoben.

Unter dem Motto "Reform für Vertrauen" sollen bis zum Spätherbst konkrete Maßnahmen erarbeitet werden, um die Organisation transparenter, demokratischer und vor allem wieder glaubwürdig zu machen. Einen Beitrag erhofft sich der Club dafür von einem sogenannten Whistleblower-System. Über ein via Internet benutzbares Portal können Betroffene nun auch anonym Hinweise auf Unregelmäßigkeiten oder Verstöße geben. Die Meldungen werden nicht vom Autofahrerclub selbst verarbeitet, sondern gehen an eine externe Anwaltskanzlei, um die Unabhängigkeit der Überwachung zu gewährleisten.

Zudem soll auch strikter als bisher zwischen dem Verein und seinen Unternehmen getrennt werden. So sollen Aufsichtsräte, wie bei der Versicherungstochter des ADAC, künftig mit externen Fachleuten und nicht mehr mit ehrenamtlichen Funktionären besetzt werden. Die hauptamtliche Geschäftsführung wird sich demnach um das operative Geschäft kümmern, das ehrenamtliche Präsidum ist für die strategischen Ziele und die Grundausrichtung des ADAC zuständig.

Unternehmerische Betätigung werde aber auch in Zukunft nötig sein, um die "Qualität der Mitgliederleistungen aufrecht zu erhalten". Allerdings würden die wirtschaftlichen Ziele auf ein "sinnvolles Maß" zurückgeführt. "Mitgliederorientierung kommt beim ADAC klar vor wirtschaftlicher Orientierung", sagte Markl in seiner Rede vor den 197 Delegierten des fast 19 Millionen Mitglieder zählenden Vereins.

Markl bleibt Präsident

Auf Antrag der ADAC-Führungsspitze wurde die anstehende Wahl eines neuen Vorstandes verschoben. Damit bleibt August Markl bis zur nächsten Hauptversammlung im Frühjahr 2015 weiter kommisarischer Chef. Der frühere Vizepräsident Markl war eingesetzt worden, nachdem der damalige Präsident Peter Meyer im Zuge des Skandals Mitte Februar zurückgetreten war.

Mitgliederschwund nach Manipulation beim "Gelben Engel"

Der ADAC war nach dem Bekanntwerden von Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" im Januar in eine tiefe Vertrauenskrise geraten. In der Folge musste sich der Autofahrerclub immer neuen Vorwürfen stellen. Rund 290.000 Mitglieder kehrten dem Verein seither den Rücken.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Mai 2014 um 17:00 Uhr.

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