Autoproduktion von PSA Peugeot Citroen in Chengdu | Bildquelle: AFP

Abgasskandal Justiz ermittelt gegen Autobauer PSA

Stand: 24.04.2017 19:50 Uhr

Nun trifft es auch den französischen Autobauer PSA: Im Zuge des Abgasskandals ermittelt die französische Justiz offenbar gegen den Peugeot- und Citroën-Hersteller. Das Unternehmen soll Abgaswerte bei Zulassungstests manipuliert haben.

Die französische Staatsanwaltschaft hat gegen den Peugeot- und Citroën-Hersteller PSA Ermittlungen wegen des Verdachts auf Abgasmanipulation bei Dieselfahrzeugen eingeleitet. Die Pariser Staatsanwaltschaft übertrug die Ermittlungen zum Vorwurf der Verbrauchertäuschung an Untersuchungsrichter, berichteten die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters. Es bestehe der Verdacht, dass Betrugssoftware eingesetzt wurde, um die Abgaswerte bei Zulassungstests zu manipulieren. Französische Untersuchungsrichter ermitteln deswegen bereits gegen Volkswagen, Renault und Fiat-Chrysler.

Ein PSA-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. Der Autobauer habe seine Fahrzeuge nie mit einer Software oder anderen Vorrichtungen ausgestattet, die Abgastests erkennen und den Ausstoß von Abgasen entsprechend anpassen würden.

Deutliche Überschreitung der Grenzwerte

Im Zuge des Abgaskandals bei Volkswagen hatte eine Expertenkommission in Frankreich Abgastests an zahlreichen Autos vorgenommen. Bei vielen Fahrzeugen wurde eine deutliche Überschreitung der zulässigen Grenzwerte festgestellt. Die dem französischen Wirtschaftsministerium untergeordnete Behörde für Wettbewerb, Verbraucher und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) prüfte die Fälle und hat eine Reihe von Dossiers der Justiz vorgelegt. Den deutschen Autobauer Opel, den PSA übernehmen wird, entlastete die Behörde dagegen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. April 2017 um 19:43 Uhr

Darstellung: