Ein verrosteter Schriftzug mit dem Wort "Diesel" | Bildquelle: dpa

Diesel-Modelle im Abgastest Alles beim Alten bei den Neuen

Stand: 02.08.2017 12:20 Uhr

Heute beraten Bund, Länder und Autoindustrie über mögliche Lösungen im Diesel-Skandal. Alle Zeichen stehen bislang auf Nachrüsten der betroffenen Autos. Dazu könnten auch Fahrzeuge der neuesten Generation zählen. Berichten zufolge fallen auch neue Diesel-Modelle im Test durch.

Wie sieht er aus, der Weg aus dem Abgas-Skandal? Über dieser Frage rauchen heute die Köpfe von Politikern und Vertretern der Autobranche. Reicht ein Software-Update oder muss die Technik erneuert werden? Zwischen diesen beiden Wahlmöglichkeiten liegt vor allem eins: sehr viel Geld. Wird die Autoindustrie Millionen oder Milliarden in die Diesel-Fahrzeuge investieren müssen, die im Abgastest zwar glänzen, im Alltag auf den Straßen aber viel zu viel Stickoxide ausstoßen?

Immerhin sind es Millionen Autos, bei denen die Emissionen teils deutlich zu hoch sind. Und die Liste wird nun offenbar noch länger. Das hat laut einem Bericht der "Bild" die Deutsche Umwelthilfe ermittelt: Insgesamt 75 Diesel-Autos hat sie auf ihren Schadstoffausstoß getestet. Und zwar die jüngste Generation in den Autohäusern. Alle getesteten Wagen waren neueste Diesel-Modelle.

Gipfel zur Diesel-Affäre
tagesschau 14:00 Uhr, 02.08.2017, Marie-Kristin Boese, ARD Berlin

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Gerade einmal vier Modelle haben bestanden

Das Ergebnis dürfte den Druck auf die Autobauer noch einmal erhöhen. Fast alle Fahrzeuge fielen im Test durch. Gerade einmal vier Modelle hielten den erlaubten Grenzwert an Stickoxiden von 80 Milligramm pro Kilometer ein. Dazu zählten aus dem Haus Audi der A5 2.0 TDI sowie der Q3 2.0 TDI quattro, der Mercedes E 200d und der VW Sharan 2.0 TDI.

Alle anderen Kandidaten der Testreihe überschritten das vorgegebene Limit. Spitzenreiter ist der Audi A8 L 4.2 TDI. Das Modell lag um das 17,8-fache über dem Grenzwert. Unter den Top Zehn der Luftverschmutzer folgten unter anderem Modelle von Fiat, Renault, Volkswagen, Opel und Mercedes.

"Kuschelkurs" auf dem Diesel-Gipfel?

Angesichts solcher Ergebnisse dürften die Erwartungen von Verbrauchern und Umweltschützern an den heutigen Diesel-Gipfel steigen. Wie fordernd wird die Politik sein? Kritiker - darunter die Grünen und die Linkspartei - befürchten einen "Kuschelkurs" mit der Autoindustrie, um die Kosten einzugrenzen und die Dieselbranche wieder auf stabilere Füße zu bringen. Der Absatz von Dieselfahrzeugen ist laut Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, spürbar rückläufig. Die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland sei im ersten Halbjahr um gut neun Prozent zurückgegangen.

"Die Autoindustrie hat sich in richtig schweres Fahrwasser gebracht", räumt auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt im Interview mit der "Passauer Neuen Presse" ein. Er erwarte ein "akzeptables Angebot" der Autobranche, um die Umrüstung von Euro-5- und Euro-6-Fahrzeugen umzusetzen. Bereits am Montag hatte Dobrindt im Interview mit den tagesthemen betont, dass die Autoindustrie den Schaden verursacht und "jetzt die verdammte Verantwortung" habe, dafür geradezustehen und den Schaden zu beheben.

Gipfel ins Innenministerium verlegt

Schon vor dem Treffen versammelten sich Umweltschützer am Morgen vor dem Verkehrsministerium zu einer Demonstration. Aus Sicherheitsgründen wurde der Gipfel kurzfristig vom Verkehrs- ins Innenministerium verlegt.

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil warnte vor zu hohen Erwartungen an das Treffen. "Eine Fehlentwicklung, die über so viele Jahre entstanden ist, werden wir nicht innerhalb von Monaten oder, sagen wir, einigen wenigen Tagen beiseite räumen können", sagte der SPD-Politiker im ZDF. Er sehe die deutsche Automobilindustrie vor einer Zäsur. Es müsse sich viel ändern.

Linken-Chef spricht von "Beihilfe zum Betrug"

Der Chef der Linkspartei, Bernd Riexinger, warnte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" davor, weiter auf einen "Kuschelkurs" zu setzen. Er warf dem Bund sowie den Landeschefs von Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern "Beihilfe zum Betrug an den Autokäufern und der Umwelt" vor. Riexinger forderte als Ergebnis des Diesel-Gipfels klare Fristen für die Autokonzerne, andernfalls seien "Hunderttausende Arbeitsplätze und die Glaubwürdigkeit der Wirtschaft in Gefahr".

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer forderte ein Sofortprogramm, um die Diesel-Emissionen zu reduzieren. Außerdem warnte sie davor, die Dieselproblematik auf dem Rücken der Verbraucher auszutragen. Diese dürften keinesfalls "die Zeche für die Tricksereien von Autoherstellern zahlen". Wie schon zuvor der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil und CSU-Chef Horst Seehofer setzte Dreyer auf Anreize für Autofahrer, um von alten Diesel-Modellen auf neuere und emissionsärmere Fahrzeuge umzusteigen.

Thomas Baumann, ARD Berlin, zum Diesel-Gipfel
tagesschau24 11:00 Uhr, 02.08.2017

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Droht Rechtsverfahren vonseiten der EU?

Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnte die gesamte deutsche Industrie vor einem Imageschaden. Durch das Fehlverhalten Weniger habe Deutschland bereits einen Ansehensverlust erlitten, sagte Juncker dem ARD-Studio Brüssel. Gleichzeitig stellte er klar, dass er den Skandal um manipulierte Abgasemissionen nicht nur als deutsches Thema sieht: "Es gibt ein aus Deutschland kommendes Gesamt-Diesel-Problem in Europa - wegen der intensiven Exportfähigkeit der deutschen Automobilindustrie."

Die EU-Kommission ist vor allem auf der Grundlage von europäischem Umweltrecht in der Angelegenheit aktiv und eröffnete unter anderem gegen Deutschland und vier andere Mitgliedsstaaten Vertragsverletzungsverfahren, um sicherzustellen, dass die Standards zur Luftqualität eingehalten werden. Ein Einschreiten der Brüsseler Behörde darüber hinaus schließt Juncker ausdrücklich nicht aus: "Je nachdem, wie die Dinge sich entfalten, wird die EU-Kommission auch in Sachen Kartellrecht zu Schritten bereit sein."

Autoindustrie soll Tempo vorlegen

Bei allen Forderungen bleiben die Autokonzerne bei ihrer Überzeugung: Ein Software-Update reicht, um die Schadstoffemissionen deutlich zu reduzieren. "Wir gehen davon aus, dass eine Verringerung der realen Stickoxid-Emissionen von durchschnittlich mindestens 25 Prozent möglich ist", sagte Verbandspräsident Wissmann der Nachrichtenagentur dpa.

Ob die Autoindustrie sich damit durchsetzen kann, könnte sich bereits beim Diesel-Gipfel zeigen. Fest steht jedoch schon jetzt: Allzu viel Zeit können sich die Autobauer für Lösungen nicht lassen. Schon bis Oktober sollen sie ein Konzept vorlegen, wie ihre Prüfverfahren von Diesel-Autos künftig optimiert werden sollen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. August 2017 um 21:20 Uhr.

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