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Bundestagswahl
Studie: "Internet wird wahlentscheidend"
Wahlkampf im Internet

"Internet wird wahlentscheidend"

Bildschirmarbeit (Foto: REUTERS) [Bildunterschrift: Die User wollen mehr Inhalt und weniger Homestorys, so Bitkom-Präsident Scheer. ]
Immer mehr jüngere Wähler sehen das Internet als wichtigste Informationsquelle für politische Themen. Auch über die bevorstehende Bundestagswahl informieren sich die 18- bis 29-Jährigen am häufigsten im Netz, wie eine aktuelle Studie zeigt. Und rund 44 Prozent der wahlberechtigten Bundesbürger geben an, dass eine Partei ohne Internetpräsentation keine Wahl mehr gewinnen könne. "Das Internet wird zum zentralen Medium für die Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern", sagte der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, der die Studie in Auftrag gegeben hatte.

Wenn die Deutschen sich im Netz über Politik informieren, besuchen sie am liebsten die Nachrichtenseiten der klassischen Medien. Rund 81 Prozent informieren sich bei den Online-Angeboten von Zeitungen, Magazinen oder TV-Sendern.

Von Professionell bis peinlich

Der Studie zufolge nutzt jeder Dritte die Web-Seiten der politischen Parteien. Die Wähler wollen dabei Inhalte erfahren. Nur jeder fünfte sucht nach privaten Informationen der Politiker im Netz. Stark im Kommen sind soziale Online-Netzwerke. Rund 28 Prozent der 18- bis 49-Jährigen nutzen Plattformen wie Facebook, Xing, Youtube oder StudiVZ, um sich über politische Themen zu informieren. Doch auch Blogs würden immer wichtiger, weil sie eine direkte Interaktion zwischen Bürgern und Politikern ermöglichten, so Scheer. Allerdings zeigten sich hier deutliche Qualitätsunterschiede: Die Spanne reiche von "professionellen Auftritten" der meisten Spitzenpolitiker bis hin zu "peinlichen" Plattformen von anderen Abgeordneten, so Scheer bei EinsExtra.

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Viele Bürger wollen demnach aber nicht nur ihre Meinung sagen, sondern politische Entscheidungen beeinflussen. So würden 80 Prozent der Befragten in ihrer Kommune Anregungen oder Beschwerden per Internet vorbringen - etwa, wenn es um fehlende Kita-Plätze oder Probleme mit dem Nahverkehr gehe.

Online-Wahl: Modell für die Zukunft?

Als überraschend bewertete Scheer die hohe Akzeptanz der Bürger für Online-Wahlen, die in Deutschland verboten sind. 47 Prozent und damit fast die Hälfte der Befragten würden ihre Stimme über das Internet abgeben, bei den 18- bis 29-Jährigen wären es sogar 57 Prozent. Bei der Europawahl 2009 wäre die Wahlbeteiligung laut der Studie mit der Möglichkeit der Online-Abstimmung um elf Prozent auf 54 Prozent gestiegen. Allerdings äußerten 36 Prozent der Befragten Sicherheitsbedenken zur Stimmabgabe per Mausklick.

Das Marktforschungsinstitut Forsa befragte im Juli im Auftrag von Bitkom 1005 repräsentativ ausgewählte Personen ab 18 Jahre per Telefon.

Stand: 19.08.2009 14:00 Uhr

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