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ARD-DeutschlandTrend Extra SPD legt zu, Schwarz-Gelb weiter vorn

Stand: 17.09.2009 22:15 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier gewinnt im letzten ARD-Deutschlandtrend vor der Bundestagswahl Sympathien zurück, doch steht er weiter im Windschatten von Kanzlerin Merkel. Laut Sonntagsfrage käme ein Bündnis von Schwarz-Gelb auf 49 Prozent der Stimmen. Es wäre aber kein absolutes Wunschbündnis der Deutschen.

Von Jörg Schönenborn, WDR

Das von Union und FDP gewünschte schwarz-gelbe Bündnis geht mit einem Vorsprung in den Schlussspurt des Wahlkampfs. Das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier am vergangenen Sonntag hat dem SPD-Kanzlerkandidaten und seiner Partei Auftrieb gegeben. Es hat aber bislang lediglich zu Verschiebungen innerhalb des sogenannten linken Lagers geführt. An den Mehrheitsverhältnissen hat sich also nichts geändert.

Kanzlerfrage
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Der Abstand wird kleiner: So hat sich die Frage nach der Kanzlerdirektwahl in den vergangenen Wochen entwickelt.

Beste Werte für die SPD seit Mai

Wenn am nächsten Sonntag gewählt würde, käme die Union unverändert auf 35 Prozent, die SPD könnte gegenüber der Vorwoche drei Punkte zulegen und steht bei 26 Prozent. Das ist der beste Wert seit Mitte Mai. Die FDP bleibt unverändert bei 14 Prozent und ist damit unter den drei mittleren deutlich die stärkste Partei. Die Linke gibt gegenüber der Vorwoche einen Punkt auf 11 Prozent ab, die Grünen verlieren zwei Punkte und stehen bei 10 Prozent. Für Schwarz-Gelb errechnet sich damit eine Mehrheit von 49 zu 47 Prozent gegenüber den übrigen im Bundestag vertretenden Parteien. Das allerwichtigste an den Ergebnissen dieser Sonntagsfrage ist allerdings: Es ist ausdrücklich keine Vorhersage auf das Wahlergebnis. Es ist eine Messung am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag dieser Woche unter 1252 Wahlberechtigten, die Infratest dimap repräsentativ ausgewählt hat.

DeutschlandTrend extra
tagesthemen 22:15 Uhr, 18.09.2009

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Hohe Bereitschaft zum Stimmen-Splitting

Dennoch hat die Tatsache Gewicht, dass es zehn Tage vor der Wahl immer noch eine rechnerische schwarz-gelbe Mehrheit gibt, auch wenn diese Mitte August mit 52 Prozent einmal sehr viel deutlicher ausgefallen war. Denn die CDU dürfte am Wahlabend zusätzlich von Überhangmandaten profitieren und einiges mehr an Gewicht auf die Waage bringen, als ihr prozentual zukommt. Für eine solche Entwicklung spricht auch die hohe Bereitschaft der Wählerinnen und Wähler, zwischen Erst- und Zweitstimme zu splitten. 29 Prozent der Befragten bekunden diese Absicht. Zum gleichen Zeitpunkt 2005 waren es nur 21 Prozent. Das fördert nicht nur das Entstehen von Überhangmandaten, sondern ist ein weiterer Beleg dafür, dass taktische Überlegungen für immer mehr Wähler im Vordergrund stehen.

Steinmeier gewinnt mit politischer Arbeit an Zustimmung

Der deutliche Zugewinn für die SPD von drei Punkten innerhalb einer Woche steht erkennbar im Zusammenhang mit deutlich verbesserten persönlichen Werten für Kanzlerkandidat Steinmeier. So zeigen sich 64 Prozent zufrieden mit seiner politischen Arbeit (+ 6 gegenüber Anfang September), was ihn an Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (63 Prozent) vorbeiziehen und wieder den zweiten Rang erobern lässt. Kanzlerin Merkel fällt auf 67 Prozent zurück (- 4) und liegt damit in der Bewertung der politischen Arbeit fast gleichauf mit ihrem Herausforderer.

Merkel in der Direktwahlfrage weiter vorn

Allerdings bleibt der Abstand in der sogenannten Direktwahlfrage deutlich, auch wenn er sich ebenfalls verringert hat. Wenn man den Regierungschef direkt wählen könnte, würden sich diese Woche 53 Prozent für Merkel entscheiden (- 2) und 30 Prozent für Steinmeier (+ 7). Der Abstand schrumpft damit von 32 auf 23 Punkte. Steinmeier hat vor allen Dingen bei den Anhängern der Grünen und der Linken Boden gut gemacht. Nachdem sich in den letzten Befragungswellen noch eine Mehrheit der Grünen-Anhänger für Merkel ausgesprochen hatte, führt Steinmeier hier jetzt wieder mit 58 zu 32.

Der TV-Dreikampf zwischen FDP-Chef Guido Westerwelle, dem Spitzenkandidaten der Grünen Jürgen Trittin und Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine hat hingegen keinem der drei Kandidaten Auftrieb gegeben. Zufrieden mit Westerwelle zeigen sich 43 Prozent (- 4), mit Trittin 38 Prozent (- 1) und mit Lafontaine 20 Prozent (- 3).

Westerwelle, Trittin und Lafontaine im TV-Dreikampf
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Der Fernsehauftritt hat den Vertretern der Opposition keinen Auftrieb gegeben.

Schwarz-Gelb kein wirkliches Wunschbündnis

Auch wenn es derzeit eine politische Mehrheit für eine Koalition aus CDU/CSU und FDP gäbe, ist dies kein ausgesprochenes Wunschbündnis. Wenn man die politisch oder rechnerisch denkbaren Koalitionen einzeln abfragt, gibt es keine einzige, die von einer Mehrheit der Deutschen befürwortet wird. Am positivsten schneidet noch Schwarz-Gelb ab: 48 Prozent glauben, dass eine solche Koalition gut für die Bundesrepublik wäre, 50 Prozent halten sie für eher nicht gut. Nur knapp dahinter liegt die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD: 45 Prozent halten sie für gut, 53 Prozent für nicht gut.

Bewertung möglicher Koalitionen
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Bewertung möglicher Koalitionen

Für alle anderen Bündnisse sind die Zustimmungsraten deutlich geringer. So beurteilen 29 Prozent eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen positiv, 69 Prozent sehen sie negativ. Die Ampel aus SPD, FDP und Grünen sehen 27 Prozent als eine gute Koalition, 70 Prozent halten sie für nicht gut. Und Schlusslicht unter den abgefragten Konstellationen ist Rot-Rot-Grün: 23 Prozent sehen das positiv und 74 Prozent negativ.

24 Prozent der Wähler noch unentschieden

Es ist völlig unmöglich vorherzusagen, ob sich das gegenwärtige Kräfteverhältnis auch am 27. September im Wahlergebnis so widerspiegeln wird. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass der Anteil der Unentschiedenen etwas höher liegt als zum vergleichbaren Zeitpunkt 2005. 24 Prozent der Befragten wissen noch nicht, ob oder wen sie wählen werden. 2005 waren es zehn Tage vor der Wahl nur 19 Prozent.

Wahlentschlossenheit
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Wie sicher sind sich die Wähler in ihrer Wahlentscheidung?

Hinzu kommt aber, dass auch unter den Befragten, die eine Parteipräferenz angeben, ein erheblicher Teil es noch für möglich hält, sich anders zu entscheiden. Auf die Befragten insgesamt gerechnet, geben nur 42 Prozent an, sie seien sich ihrer Entscheidung sehr sicher. 25 Prozent bezeichnen ihr Votum als „ziemlich sicher“, weitere 6 Prozent nennen zwar eine Partei, sind sich aber weniger oder überhaupt nicht sicher.

Keine weiteren Umfragezahlen mehr vor der Wahl

Wie seit vielen Jahren wird die ARD auch in diesem Bundestagswahlkampf keine weiteren Umfragezahlen mehr veröffentlichen. Es gibt hierüber zwar keine gesetzliche Regelung, aber wir fühlen uns aus guten Gründen weiterhin an diese Selbstverpflichtung gebunden. Dafür gibt es aus meiner Sicht zwei gewichtige Gründe. Zum einen stellen wir immer wieder fest, dass die Tagesschwankungen der Telefonumfragen zunehmen, wenn der Wahltermin näher rückt. Zum anderen entscheiden sich immer mehr Wählerinnen und Wähler erst am Wahltag selbst. Bei der Bundestagswahl 2005 waren es bei unserer Wahltagsbefragung immerhin schon 13 Prozent, die angaben, sich erst an diesem Sonntag entschieden zu haben. Bei vielen Landtagswahlen seit 2005 ist dieser Wert weiterhin gewachsen. Und bei der Europawahl im Juni waren es sogar 24 Prozent der Wähler, die erst am Tag selbst sicher wussten, wo sie ihr Kreuz machen würden.

Untersuchungsanlage DeutschlandTrend Extra

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl / Randomstichprobe
Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews
Fallzahl: 1000 Befragte / Sonntagsfrage, Wahlentscheidung, Direktwahl, Koalitionsbewertung: 1252 Befragte
Erhebungszeitraum: 15. bis 17. September 2009
Fehlertoleranz: 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte

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