TV-Duell (Bildquelle: dpa)

Merkel und Steinbrück treffen aufeinander TV-Duell gegen zähen Wahlkampf

Stand: 30.08.2013 19:07 Uhr

Zwei Kandidaten, vier Moderatoren, etliche Fragen: Das TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück am Sonntag soll Schwung in den Wahlkampf bringen. Zumindest die Interviewer wollen dafür sorgen, dass keine Langeweile aufkommt.

Von Anita Fünffinger, BR, ARD-Hauptstadtstudio

"Es wird ein Höhepunkt dieses Wahlkampfes sein. Und wenn es der Höhepunkt des Wahlkampfes ist, dann sagt das natürlich etwas über den Wahlkampf, den wir erlebt haben im Jahre 2013. Das wird man hinterher sicherlich besser ermessen können", sagt ZDF-Moderatorin Maybrit Illner. Für sie ist die Sache klar: Millionen Menschen werden vor dem Fernseher sitzen, wenn Angela Merkel und Peer Steinbrück sich von vier Moderatoren befragen lassen.

Vor dem TV-Duell Merkel - zumindest die Moderatoren verstehen sich
A. Fünffinger, ARD Berlin
30.08.2013 18:14 Uhr

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Und das schlimmste wäre, wenn am Ende der Zuschauer gelangweilt ist und immer noch nicht weiß, was er eigentlich von den beiden halten soll. Müssen also die Moderatoren für Stimmung sorgen?

Im Mittelpunkt stehen andere, meint ARD-Moderatorin Anne Will: "Die bewerben sich und die haben auch die große Möglichkeit, was daraus zu machen. Es wurde gesagt, der Wahlkampf sei so langweilig - da wäre es natürlich gemein, wenn dieses Duell ähnlich langweilig gestaltet würde. Daran haben wir einen Anteil. Aber den weitaus größeren Anteil, auch zeittechnisch, werden die Beiden haben."

Raab dank Stoiber

Im Vorfeld dieses Duells wurde über einen Namen noch mehr diskutiert als über die Kanzlerin und ihren Herausforderer. ProSieben-Entertainer Stefan Raab. Er wird am Sonntag auf der Bühne stehen, weil ihn der ehemalige Kanzlerkandidat der Union, Edmund Stoiber, ins Gespräch gebracht hatte, was sogleich den Unmut von Steinbrück nach sich zog. Der SPD-Kanzlerkandidat wollte sich schlicht nicht von Raab befragen lassen. Der nimmt es gelassen, sauer ist er nicht. "Nein, das ist eigentlich der Grund dafür, dass ich hier stehe. Insofern hat er es möglich gemacht. Ich bedanke mich dafür."

Raabs große Klappe hatte viele gestört. Ob das Duell denn am Ende eine Showveranstaltung von Raab werde, unkten Bedenkenträger. Der Entertainer jedenfalls versprach, sich zu benehmen - und außerdem trete er ja auch in einem Team auf. Die Vier wirkten im Vorfeld ganz entspannt. Man versteht sich, zumindest auf professioneller Ebene. Anne Will fragt gemeinsam mit Stefan Raab. Peter Kloeppel von RTL gemeinsam mit Maybrit Illner.

Vor dem TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück
tagesschau 20:00 Uhr, 30.08.2013, Gabi Kostorz, ARD Berlin

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"Sportlich, entspannt, kollegial"

Und alle versichern, wir kommen miteinander klar: "Wir haben uns ein paar Mal getroffen und dabei festgestellt, dass das ausgesprochen sportlich, sehr entspannt und kollegial war, und wir uns über die wichtigsten Dinge in einer halben Stunde verständigen konnten", sagt Illner und ergänzt: "Es ist ja auch nicht kriegsentscheidend, wie wir uns fühlen. Die vier Moderatoren bewerben sich gerade nicht, sondern es geht um die beiden Herausforderer für die Kanzlerschaft des Jahres 2013."

Studio des TV-Duells (Bildquelle: dpa)
galerie

Noch haben hier die Techniker das Sagen: Das Studio des TV-Duells in Berlin-Adlershof.

Weniger als 60 Sekunden Differenz

Alle vier müssen darauf achten, die Redezeiten einzuhalten. Am Ende des Duells soll der Unterschied zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück weniger als 60 Sekunden betragen. Peter Kloeppel und seine Kollegen müssen also nicht nur ihre Fragen, sondern auch die Uhr im Blick haben. Apropos Blick. die Tische von Merkel und Steinbrück sind nach vorne zu den Moderatoren gerichtet. Direkt anschauen können sie sich nicht. Doch, doch, meint Kloeppel: "Das können sie natürlich, indem sie durch eine leichte Drehung in der Hüfte oder auf den Füßen, von etwa zehn bis 15 Grad, sich dem Gegenüber zuwenden."

Über die Themen schwiegen sich die Moderatoren aus. Natürlich sei längst abgesprochen, zu welchen Themenkomplexen sie die Beiden befragen werden, man wolle es aber der Öffentlichkeit nicht verraten. Außerdem - und da kommt dann wieder Spaßvogel Raab durch - sollen die Leute gefälligst einschalten: "Man strahlt das auf allen Sendern aus. Da kommt eigentlich keiner dran vorbei. Wer die Sendung nicht sehen will, muss dann wohl oder übel SAT.1 schauen."

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