Bildergalerie: Rainer Brüderle - Spitzenkandidat der FDP

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Rainer Brüderle - Spitzenkandidat der FDP

Rainer Brüderle

38 Jahre alt war Rainer Brüderle, als er am 2. Juli 1983 zum Parteivorsitzenden der FDP in Rheinland-Pfalz gewählt wurde. Der Wirtschaftswissenschaftler war damals Wirtschaftsdezernent der Landeshauptstadt Mainz unter Oberbürgermeister Jockel Fuchs. Der FDP gehört Rainer Brüderle seit 1973 an. (Foto: picture-alliance / dpa)

Rainer Brüderle

38 Jahre alt war Rainer Brüderle, als er am 2. Juli 1983 zum Parteivorsitzenden der FDP in Rheinland-Pfalz gewählt wurde. Der Wirtschaftswissenschaftler war damals Wirtschaftsdezernent der Landeshauptstadt Mainz unter Oberbürgermeister Jockel Fuchs. Der FDP gehört Rainer Brüderle seit 1973 an.

Rainer Brüderle

Als Brüderle den FDP-Landesvorsitz übernahm, war die Partei in der Krise. Bei der Landtagswahl 1983 erreichte sie lediglich 3,5 Prozent. Unter der Führung Brüderles ging es wieder bergauf. 1987 zogen sieben liberale Abgeordnete in den Landtag ein. Die FDP bildete zusammen mit der CDU die Landesregierung. Im Koalitionskabinett unter Bernhard Vogel gab es zwei FDP-Minister. Rainer Brüderle übernahm das Ressort Wirtschaft und Verkehr. Das Foto zeigt ihn mit seinen Kabinettskollegen 1988 kurz vor dem Rücktritt Bernhard Vogels, der nach einer parteiinternen Niederlage um den CDU-Vorsitz in Rheinland-Pfalz auch das Amt des Regierungschefs und sein Landtagsmandat niederlegte - Vogel befand sich zum Zeitpunkt des Fotos auf Reisen.

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Im Kabinett von Vogels Nachfolger Carl-Ludwig Wagner (CDU) blieb Brüderle Wirtschaftsminister und wurde stellvertretender Ministerpräsident.

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Vor den Landtagswahlen im April 1991 hatte Brüderle der CDU die Fortsetzung der Koalition versprochen, während Oppositionsführer und SPD-Spitzenkandidat Rudolf Scharping (vordere Reihe, Dritter von links) ihn als "Steuer(mit)lügner" und "Landesschädling" attackierte. Die Überraschung war umso größer, als zweieinhalb Wochen nach dem Wahlsieg der SPD eine sozialliberale Koalitionsregierung vorgestellt wurde, in der die FDP ihre Posten behielt. Auch in der Koalition mit der SPD war Brüderle Wirtschafts- und Verkehrsminister sowie stellvertretender Ministerpräsident. Das Foto zeigt die neue Regierung nach der Vereidigung am 21. Mai 1991.

Rainer Brüderle

Der Verkehrsminister in Aktion: Mit seinen persönlichen Popularitätswerten konnte Brüderle die eigene Partei weit hinter sich lassen. Während die FDP bei verschiedenen Landtagswahlen in Deutschland aus den Parlamenten verschwand, blieb die Partei unter seinem Landesvorsitz in Rheinland-Pfalz lange erfolgreich.

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Brüderle hielt an der sozialliberalen Koalition fest, als Rudolf Scharping nach der Bundestagswahl 1994 als Oppositionsführer nach Bonn wechselte. Der neue rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck reduzierte die Anzahl der Minister von elf auf acht. Brüderle blieb Wirtschaftsminister - sein Ressort wurde um einige Zuständigkeiten erweitert.

Rainer Brüderle

Fortan war Brüderle als Minister auch für die Bereiche Landwirtschaft und Weinbau verantwortlich. Eine Gelegenheit für den den FDP-Politiker zu einer Exkursion mit der amtierenden Weinkönigin in die Weingärten des Landes.

Rainer Brüderle und Kurt Beck

Bei der Landtagswahl 1996 feierte die FDP unter Brüderle ihr bestes Ergebnis in Rheinland-Pfalz seit mehr als 30 Jahren, während die SPD deutliche Stimmenverluste verkraften musste. Beide Partner setzten die sozialliberale Koalition fort - wobei die Liberalen viele Forderungen in den Koalitionsverhandlungen durchsetzten. Brüderle blieb auch im neuen Kabinett Wirtschaftsminister.

Rainer Brüderle

Wechsel in die Bundespolitik: Im Juni 1998 wählte die Landes-FDP Brüderle mit 97,4 % der Stimmen zu ihrem Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im Herbst 1998.

Rainer Brüderle

Nach der Abwahl der schwarz-gelben Koalition und dem Erfolg von Rot-Grün bei den Bundestagswahlen am 27. September 1998 zog Brüderle als Abgeordneter in den Bundestag ein und wurde zu einem der vier stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der FDP gewählt.

Rainer Brüderle mit Taxifahrern

Im Bundestag übernahm Brüderle das Amt des wirtschaftspolitischen Sprechers seiner Fraktion und galt fortan als Kandidat für das Amt des Wirtschaftsministers im Falle einer Regierungsbeteiligung der FDP. Hier sucht er im Jahr 1999 das Gespräch mit streikenden Taxifahrern.

Rainer Brüderle mit Guido Westerwelle und Walter Döring und Jürgen W. Möllemann

Im parteiinternen Machtkampf stellte sich Brüderle zunächst hinter Parteichef Wolfgang Gerhardt und verzichtete auf eine mögliche Kandidatur um den Parteivorsitz. Auf dem Parteitag 2001 wurde Guido Westerwelle (Mitte) zum neuen FDP-Vorsitzenden gewählt, Brüderle wurde als Parteivize bestätigt und behielt nach der Wiederwahl von Rot-Grün bei der Bundestagswahl 2002 auch das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion.

Guido Westerwelle und Rainer Brüderle

Im Bundestagswahlkampf 2005 hofften Westerwelle und Brüderle erneut auf den Regierungswechsel. Zwar holte die FDP 9,8 Prozent der Stimmen und wurde drittstärkste Kraft. Doch die Union konnte aufgrund der eigenen Verluste nur eine Große Koalition bilden. Brüderle machte sich daraufhin dafür stark, die Partei auch auf Bundesebene für eine Koalition mit den Sozialdemokraten zu öffnen. Allerdings war im folgenden Jahr für die einzige sozialliberale Koalition auf Landesebene Schluss: Unter Brüderles Landesvorsitz verbesserte sich die FDP in Rheinland-Pfalz zwar leicht. Die SPD erreichte aber eine absolute Mehrheit der Parlamentssitze.

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Im dritten Anlauf gelang Brüderle dann 2009 den Sprung ins Kabinett. Nachdem die FDP bei den Europawahlen bereits 11,0 Prozent der Stimmen erreicht hatte, schaffte sie bei der Bundestagswahl mit 14,6 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis. Brüderle wurde im schwarz-gelben Kabinett von Kanzlerin Merkel Minister für Wirtschaft und Technologie. Ein wichtiges Thema seiner Amtszeit sollte die Frage des Atomausstiegs und der Energiewende werden, bei der er immer wieder in Konflikt mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (rechts) geriet.

Rainer Brüderle

Standfestigkeit bewies Brüderle nach Beobachtermeinung im Juni 2010, als er - zunächst im Dissens mit Kanzlerin Merkel - den Antrag Opels auf eine Staatsbürgschaft über 1,1 Milliarden Euro ablehnte, weil GM nach Verstaatlichung und Entschuldung wieder Gewinne schrieb.

Rainer Brüderle

Bundesparteitag der FDP im Mai 2011 in Rostock: Die Zustimmungswerte für die FDP waren zu diesem Zeitpunkt unter die Fünf-Prozent-Marke gesunken. Die Partei litt darunter, dass die im Wahlkampf versprochenen Steuersenkungen wegen der Haushaltsprobleme nicht eingelöst wurden und sie sich nicht mit weiteren Themen profilieren konnte. Hinzu kamen die anhaltenden Reibereien innerhalb der Koalition sowie Glaubwürdigkeitsprobleme beim Kurswechsel in der Energiepolitik nach der Fukushima-Katastrophe. Guido Westerwelle geriet innerparteilich so stark unter Druck, dass er Anfang April 2011 seinen Rückzug als FDP-Chef und Vizekanzler verkündete. Das FDP-Präsidium bestimmte daraufhin den bisherigen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler als Kandidaten für den Parteivorsitz. Beim Parteitag am 13. Mai in Rostock wurde Rösler mit 95,1 % der Delegiertenstimmen zum neuen FDP-Vorsitzenden gewählt. Die Veränderungen in der Partei treffen auch Brüderle.

Rainer Brüderle

Brüderle verlor im Zuge des Wechsels an der FDP-Spitze nicht nur seinen Posten als stellvertretender Parteivorsitzender. Er musste sich auch vom Amt des Wirtschaftsministers verabschieden, das Philipp Rösler übernahm - hier bei der Übergabe der Ernennungs- und Entlassungsurkunden durch Bundespräsident Christian Wulff. Brüderle übernahm stattdessen den Vorsitz der FDP-Bundestagsfraktion.

Rainer Brüderle

Doch auch Philipp Rösler geriet als neuer FDP-Vorsitzender massiv unter Druck. Nach der Landtagswahl in Niedersachsen im Januar 2013 drängte er auf eine Personalentscheidung und bot Brüderle an, den Parteivorsitz und die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl zu übernehmen. Letztlich behielt zwar Rösler den FDP-Vorsitz. Doch Brüderle wurde Spitzenkandidat. Auf dem 64. ordentlichen Bundesparteitag der FDP wurde die Nominierung Brüderles per Akklamation bestätigt.

Rainer Brüderle

Im Wahlkampf sah sich Brüderle zunächst aufgrund einer "Stern"-Veröffentlichung mit dem Vorwurf des Sexismus konfrontiert. Er selbst wollte die Vorwürfe nicht kommentieren. Im Sommer brach sich Brüderle dann beim Sturz auf einer Treppe eine Hand und ein Bein. Strategisch wirbt er als Spitzenkandidat für eine Neuauflage von Schwarz-Gelb nach der Bundestagswahl.

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