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Bundestagswahl
Erleichterung bei Union, Entsetzen bei der SPD
Reaktionen auf Hochrechnungen

Erleichterung bei Union, Entsetzen bei der SPD

CDU-Wahlparty (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Jubel bei der CDU-Wahlparty im Konrad-Adenauer-Haus. ]
Trotz ihrer Stimmenverluste hat die Union mit großer Freude auf den sich abzeichnenden Regierungswechsel reagiert. Unter dem Beifall ihrer Anhänger und "Angie"-Rufen sagte die Parteivorsitzende und Kanzlerin Angela Merkel, die Partei habe "etwas Tolles" geschafft - eine stabile Mehrheit in einer neuen Regierung mit der FDP. In der ARD betonte die Kanzlerin, sie sei "zufrieden und glücklich". Zugleich unterstrich sie, sie wolle Kanzlerin aller Deutschen sein - eine Bemerkung, mit der Merkel offenbar Befürchtungen vor einem neo-liberalen Kurswechsel entgegentreten wollte.

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Merkel sagte weiter, sie setze nun auf schnelle Koalitionsverhandlungen mit der FDP. Auf das schlechte Unionsergebnis angesprochen entgegnete Merkel, die Partei habe ihr Wahlziel eines Regierungswechsel erreicht. Zudem hätten viele FDP-Anhänger mit ihrer Erststimme für die Union gestimmt. Auch das zeige das Potential von CDU und CSU.

In München wertete der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer den wahrscheinlichen Wahlausgang im Bund als "höchst erfreulich". Zugleich räumte er ein, dass das Abschneiden der CSU "nicht zufriedenstellend" und "insgesamt enttäuschend" sei. Die Partei habe das Urteil der Bürger aber zu respektieren. Sie werde nun alles dafür tun, das verlorene Vertrauen der Bürger wieder zurück zu erobern.

Liberale begeistert

Ungeteilter Jubel brach bei den Hochrechnungen in der Parteizentrale der FDP aus. Parteichef Guido Westerwelle sprach von einem "herausragendem Ergebnis". Die FDP sei bereit, die Verantwortung zu übernehmen. Sie werde sich nun für ein faires Steuersystem, bessere Bildungschancen und für den Respekt vor Bürgerrechten einsetzen.

SPD im Tal der Tränen

SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier und Parteivorsitzender Müntefering (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier und Parteivorsitzender Müntefering betreten die Bühne im Willy-Brandt-Haus. ]
Blankes Entsetzen herrschte hingegen bei der SPD: So schlecht hat die Partei noch nie bei einer Bundestagswahl abgeschnitten. Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier und Parteichef Franz Müntefering war die Enttäuschung bei ihrem Auftritt in der Parteizentrale deutlich anzumerken.

Steinmeier sprach von einem "bitteren Tag für die Sozialdemokratie - da gibt es nichts drumherum zu reden". Die Ursachen müssten nun in Ruhe analysiert werden. Er kritisierte indirekt die Berichterstattung der Medien vor der Wahl - diese hätten das Wahlergebnis schon vorweggenommen. Damit habe die Partei im Wahlkampf zu kämpfen gehabt.

Unter dem Beifall seiner Parteifreunde kündigte Steinmeier an, er wolle nun "Oppositionsführer" werden. Der bisherige Fraktionsvorsitzende Peter Struck hatte nicht mehr für das Parlament kandidiert. Den Wählern versprach Steienmeier, ihre Stimme für die SPD sei "nicht verloren". Die Sozialdemokraten würden nun genau darauf achten, ob die neue Regierung sich bewähre. Er habe "Zweifel, dass sie es können".

Kleine Parteien zufrieden

Für die Partei Die Linke sagte der Co-Vorsitzende Lothar Bisky, die Partei habe "allen Grund zum Feiern". Nun werde die erstarkte Fraktion "allen zeigen, was sie kann". Die Linke werde "die soziale Kraft im Bundestag" stellen.

Auch die Grünen freuten sich über den Sprung über die Zehn-Prozent-Marke. Die Spitzenkandidatin Renate Künast betonte, der Stimmenzuwachs zeige, die Grünen hätten auch in der Wirtschaftskrise "etwas zu bieten". Der Stimmenzuwachs sei vor allem ein "Arbeitsauftrag" gegen die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken zu kämpfen. Fraktionssprecher Fritz Kuhn unterstrich, das Wahlergebnis zeige, dass "die Zeit der großen Volksparteien zu Ende" gehe - die kleinen Parteien würden statt dessen "mittelgroße Parteien".

Stand: 27.09.2009 19:38 Uhr

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