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SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier hat der favorisierten Kanzlerin Angela Merkel beim Fernsehduell in fast allen Punkten ein Unentschieden abgerungen. Das geht aus Blitzumfragen der Fernsehsender ARD und ZDF nach der 90-minütigen Live-Übertragung hervor. Der Vizekanzler schnitt demnach besser ab als zuvor von vielen erwartet.
In der Bewertung der Zuschauer lagen die beiden Kontrahenten weitgehend gleichauf: In der ARD sahen 43 Prozent Steinmeier als Sieger, 42 Prozent der von Infratest dimap befragten Zuschauer fanden Merkel besser. Laut ZDF-Umfrage sahen 28 Prozent der Befragten Merkel als Siegerin, 31 Prozent Steinmeier.
Diese ausgeglichene Bewertung passt zu der sehr ruhigen, ohne persönliche Angriffe geführten Diskussion der beiden in Regierungsverantwortung stehenden Politiker. Beide hoben vor allem zu Beginn die gute Zusammenarbeit hervor, machten jedoch auch ihre unterschiedlichen Ziele für die Zeit nach der Bundestagswahl deutlich. Bei den Sachthemen waren das vor allem die Haltung zu Mindestlöhnen und zur Atomkraft.
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Merkel sprach sich nach vier Jahren Großer Koalition für ein Ende des schwarz-roten Bündnisses aus. "Ich strebe eine andere Koalition an", betonte sie. Mit der FDP seien die Gemeinsamkeiten größer als mit der SPD. Steinmeier wandte sich erneut gegen eine Zusammenarbeit der SPD mit der Linkspartei auf Bundesebene, vor allem in seinem Ressort - der Außenpolitik - sprach er der Partei Die Linke jegliche Kompetenzen ab.
Merkel erklärte ebenso wie Steinmeier, die Große Koalition habe zwar gerade in der Krise ordentlich zusammengearbeitet. So sei die Zahl der Arbeitslosen seit 2005 gesunken. Jetzt müsse aber ein noch entschiedenerer Kurs für mehr Arbeit eingeschlagen werden. Steinmeier bekräftigte in der Debatte seinen Anspruch auf das Kanzleramt. Auf die Frage, warum er Merkel ablösen wolle, sagte er: "Weil es eine bessere Alternative gibt - nämlich mich."
[Bildunterschrift: Frage an die Zuschauer: "Waren die Kandidaten besser oder schlechter als Sie erwartet hatten?"]
[Bildunterschrift: Zuschauerbilanz des TV-Duells: "Wen fanden Sie alles in allem überzeugender?"]Steinmeier konnte vor allem punkten, weil er in den Augen vieler besser war als zuvor erwartet. Das erklärten 64 Prozent der Befragten in der ARD-Umfrage, während lediglich 18 Prozent dies bei Merkel fanden. Was für Steinmeier vielleicht wichtiger sei, analysiert Jörg Schönenborn im tageschau.de-blog: "Bei den Unentschiedenen - und das waren immerhin zwischen 20-30 % der Befragten - liegt er klar vorn." Dafür erzielte die Amtsinhaberin im Bereich Kompetenz deutlich besserer Werte: 51 Prozent hielten sie für kompetenter, nur 31 Prozent Steinmeier.
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Bei anderen Parametern lagen die Kontrahenten aber dicht beieinander: So fanden in der ARD Merkel 38 sympathischer, 40 Prozent den Herausforderer, verständlicher fanden 34 Prozent Merkel, 36 Prozent Steinmeier. Bessere Argumente hatte Merkel für 39 Prozent, Steinmeier für 41 Prozent. Und glaubwürdiger fanden 42 Prozent Merkel, 37 Prozent Steinmeier. Positive Werte erzielten beide Kandidaten auf die Frage, wer ein guter Kanzler wäre: Für Merkel votierten 78 Prozent, für Steinmeier immerhin 56 Prozent.

Das einzige Fernsehduell zwischen Merkel und Steinmeier ist vorbei. Wem, glauben Sie, wird der Schlagabtausch im Wahlkampf mehr nützen: der Kanzlerin oder ihrem Herausforderer?
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