Ihre Erinnerungen an 60 Jahre Tagesschau Von A wie Armstrong bis Z wie Zeitenwende

Stand: 19.12.2012 11:51 Uhr

Der Gurkenlaster und die Flötengruppe von Lengede

Hans-Peter Hasler

Am meisten bewegt hat mich nicht eine Sendung, sondern die ganze Berichterstattung zur Entführung von Hanns-Martin Schleyer 1977. Das verzweifelte Ringen um die Befreiung des Entführten; mit jeder Tagesschau-Ausgabe hoffte man auf eine positive, glückliche Wendung. Fassungslosigkeit, wenn abermals keine Erfolgsmeldung verkündet wurde. Das Drama von damals hat sich tief eingeprägt und ich habe es bis heute in Erinnerung. Damals war ich elf Jahre alt.

(via E-Mail)

Dirk Schneider

Ob es wirklich "Highlights" sind, weiß ich nicht, aber wichtige Ereignisse: Challenger, Tschernobyl, Fukushima, Hans Rosenthal...

(via Facebook)

Clemens Schindler

"Es ist genull nau Uhr!" ...und die Lottozahlen mit Dagmar Berghoff. Weltklasse.

(via Facebook)

Frank Werner

Jo Brauner: "Ich bitte Sie um Entschuldigung. Das war unprofessionell." ...fand ich sehr professionell.

(via Facebook)

Phoebe Thomson

Da wäre an den Bericht über den Gurkenlaster-Unfall von Daniel Küblböck zu erinnern.

(via Facebook)

Wolfgang Stedtnitz

Ich bin Jg. 1955 und in Köln geboren. Vor allem drei Ereignisse sind mir hängengeblieben.
1. Das "Wunder von Lengede". Wir hatten nachmittags um 15 Uhr Blockflötenunterricht bei unserem Lehrer, Herrn Stapper (Katholische Volksschule Bensberg-Frankenforst). Ausnahmsweise, so Herr Stapper, wollen wir heute einmal fernsehen. Es wurden nämlich gerade die Bergleute in einer Bombe, d.h. einem engen Rohr, aus der Tiefe gezogen. Oben öffnete sich die Türe und die Eingeschlossenen wurden begrüßt. Ich weiß noch genau, wie sich unser Lehrer eine Träne aus den Augen wischte, was mich damals sehr wunderte. Die Flötengruppe durfte den Hochgekommenen dann immer ein Liedchen spielen.
2. Die zweite Erinnerung ist eine weniger schöne. Es muss damals einen Verbrecher gegeben haben, der mit einem Flammenwerfer (das Wort war mir neu als Kind) in einer Schulklasse gewütet hatte. Ich glaube sogar, er hat mehrere Schüler getötet. In dem Film sah man geschwärzte Wände, und ich mochte mir als Kind nicht vorstellen, wie es war, von einem Flammenwerfer getötet zu werden. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es die Tagesschau war oder die Sendung "Hier und Heute".
3. Die dritte Erinnerung bezieht sich auf den 13. August 1961.  Ich saß als Sechsjähriger in der Essecke und mein Vater rief aufgeregt aus dem Wohnzimmer zu meiner Mutter, die in der Küche war: "Inge, Inge, in Berlin haben sie alles abgeriegelt." Ich spürte, dass etwas Wichtiges geschehen war, konnte aber mit dem Wort "abriegeln" nichts anfangen.

(aus Berlin via E-Mail)

Angelika Safavi

Die Nachricht vom Ende des "Sonntagsfrühschoppens" in der Tagesschau, der seit 1953 (meinem Geburtsjahr) durch Werner Höfer geleitet und moderiert wurde, hat mich damals mehr als erwartet getroffen. Mit meinem Vater und einigen meiner sieben Geschwister habe ich über viele Jahre die Sendung angeschaut und ich war intensiv dabei, wenn mit den eingeladenen, ausländischen Journalisten wichtige Themen analysiert und diskutiert wurden. So bin ich - auch bedingt durch diese Sendung - immer ein politisch interessierter Mensch geblieben. Mit seinen späteren Äußerungen zu dem Pianisten Kreiten (und nach Kenntnis seiner NSDAP-Mitgliedschaft) war Werner Höfer dann bekanntlich stark in die Kritik geraten. Aber mit dem Ende des "Sonntagsfrühschoppens" war für mich auch ein wesentlicher Teil meiner Kindheit und Jugend zu Ende gegangen. Am Tag der Nachrichtenübermittlung fühlte ich mich persönlich betroffen.

(via E-Mail)

Pongtorn DA Noi Nakornsri

Die Tagesschau gehört auch bei uns (thailändische Familie in zweiter Generation in Berlin) auf jeden Fall zum Abendprogramm dazu. Ich interessiere mich für die Nachrichten und meine Tante ist eher auf die Wettervorhersage fixiert. Somit haben wir alle unsere Dinge, die wir an der Tagesschau so lieben. Schade, dass Sie die Eröffnungsmelodie von 1994-97 nicht weiter beibehalten haben.

(via Facebook)

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