Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat | Bildquelle: REUTERS

Kampf gegen IS-Terrormiliz USA fliegen Luftangriffe in Libyen

Stand: 19.02.2016 20:41 Uhr

US-Kampfjets haben IS-Stellungen in Libyen angegriffen. Dabei sollen mehr als 40 Kämpfer des "Islamischen Staates" getötet worden sein. Ziel der Angriffe war ein hochrangiger Dschihadist aus Tunesien. Er soll unter anderem Angriffe auf US-Einrichtungen in der Region geplant haben.

In Libyen sind bei einem Luftangriff auf mutmaßliche Kämpfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) nach verschiedenen Berichten mehr als 40 Menschen getötet worden. Ein "nicht identifiziertes" Flugzeug habe früh am Morgen ein Haus in Sabrata westlich der Hauptstadt Tripolis bombardiert, teilte ein Vertreter der Stadtverwaltung mit. In dem Haus hatten sich demnach mutmaßliche IS-Kämpfer aufgehalten. Die meisten Toten stammten den Angaben zufolge aus Tunesien.

IS-Trainingscamp und Terror-Drahtzieher als Ziel

Unter den Opfern des Angriffs sei vermutlich auch das ranghohe IS-Mitglied Nourreddine Chouchane aus Tunesien, sagte ein US-Regierungsvertreter. Die tunesische Regierung bezeichnete Chouchane als "gefährlichen Terroristen". Der Angriff auf das Trainingslager sei angeordnet worden, nachdem festgestanden habe, dass Chouchane und die dortigen Kämpfer "Angriffe auf US- und andere westliche Einrichtungen in der Region" planten, erklärte Pentagon-Sprecher Peter Cook. Der hochrangige Dschihadist aus Tunesien soll im vergangenen Jahr an zwei Anschlägen in seiner Heimat beteiligt gewesen sein.

Luftkrieg gegen den "IS" auch in Libyen

US-Präsident Obama hatte dieses Jahr seinen Sicherheitsrat damit beauftragt, die Anstrengungen im Kampf gegen den Terror auf Libyen auszuweiten. Nach Informationen französischer und britischer Medien bereiten die USA, Frankreich und Großbritannien bereits seit Monaten den Luftkrieg in Libyen gegen den dortigen IS-Ableger vor. Die Aufklärung erfolge bereits mit Satelliten, Drohnen und bemannten Flugzeugen.

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US-Präsident Obama will die IS-Terrormiliz auch in Libyen bekämpfen.

Die Luftangriffe sind nicht die erste US-Operation gegen die IS-Terrormiliz in Libyen. Im November war nach Pentagon-Angaben bei einem gezielten Luftschlag der Chef des libyschen IS-Ablegers, Abu Nabil, getötet worden.

Libyen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von zahlreichen bewaffneten Milizen beherrscht. Sie ringen neben zwei rivalisierenden Regierungen und Parlamenten in Tobruk und Tripolis um die Macht. Der IS nutzt die Lage, um sich in dem nordafrikanischen Land auszubreiten.

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