Flugpassagiere bei der Einreise in die USA | Bildquelle: REUTERS

Neue Sicherheitsregeln Verschärfte Kontrollen bei Flügen in die USA

Stand: 26.10.2017 03:38 Uhr

Sicherheitsbefragungen am Flughafen: Auf Reisende, die mit dem Flugzeug in die USA wollen, kommen ab heute neue Regelungen zu. Mehrere Fluglinien - unter anderem die Lufthansa - verstärken die Kontrollen. Sie setzen Weisungen der US-Behörden um.

Auf Wunsch amerikanischer Behörden beginnen die Fluggesellschaften Lufthansa, Air France, Cathay Pacific, EgyptAir und Emirates heute mit neuen, sogenannten Sicherheitsinterviews aller Passagiere von Flügen mit dem Ziel USA. Das teilten die Unternehmen mit. Sie machten unterschiedliche Angaben zum Ablauf der Befragungen.

Unklar ist, ob weitere internationale Fluggesellschaften betroffen sind. Das US-Heimatschutzministerium reagierte erst einmal nicht auf eine Anfrage für eine Stellungnahme. Die Ankündigung der Sicherheitsinterviews erfolgte zum Ende einer 120-tägigen Frist für Fluggesellschaften, um neue US-Vorschriften zu erfüllen.

Lufthansa will elektronische Geräte kontrollieren

Die deutsche Lufthansa teilte mit, die neuen Regelungen seien von der US-Verkehrssicherheitsbehörde TSA vorgegeben worden, die dem Heimatschutzministerium unterstellt ist. Neben der Kontrolle von elektronischen Geräten müssten Reisende in die USA nun womöglich auch mit "kurzen Interviews beim Check-in, bei der Dokumentenkontrolle oder am Gate" rechnen. Die Fluglinie Swiss, ein Tochterunternehmen der Lufthansa, hat ihre Fluggäste aufgefordert, mindestens 90 Minuten vor Abflug einzuchecken.

Air France will morgen am Pariser Flughafen Orly mit den Interviews beginnen. Am 2. November werde es sie dann auch am örtlichen Charles-de-Gaulle-Flughafen geben, teilte das Unternehmen mit. Allen Passagieren werde ein Fragebogen gegeben.

Genauere Durchsuchungen von Passagieren

Emirates kündigte an, Interviews an den Check-in-Schaltern mit Passagieren vorzunehmen, die aus Dubai fliegen, und an Boarding-Gates mit Flugreisenden, die sich im Transit befinden. Nach Angaben von EgyptAir gehören zu den neuen Maßnahmen genauere Durchsuchungen von Passagieren und ihrem Gepäck sowie Interviews.

Cathay Pacific mit Sitz in Hongkong teilte auf seiner Webseite mit, dass sich Passagiere auf dem Weg in die USA bei der Gepäckaufgabe "einem kurzen Sicherheitsinterview" unterziehen müssten. Diejenigen, die kein Gepäck hätten, müssten sich auf ein ähnliches Interview am Gate einstellen.

US-Behörde warnt vor Batterien an Bord

Im März hatten die USA das Verbot für Laptops in Flugzeugkabinen in zehn Städten des Nahen Ostens eingeführt, weil es Bedenken gab, Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" und andere Extremisten könnten darin Bomben verstecken. Das Verbot wurde aufgehoben, nachdem die betroffenen Fluggesellschaften mit dem Einsatz von CT-Scannern begonnen hatten, elektronische Geräte kurz vor dem Boarding für Flüge in die USA zu untersuchen.

Trotz des aufgehobenen Laptop-Verbots planen die Vereinigten Staaten in Zukunft, dass Passagiere ihre tragbaren Computer nicht mehr als Gepäck im Frachtraum aufgeben dürfen sollen. Der Hintergrund: Die Luftfahrtbehörde FAA ist wegen der Lithium-Batterien in Sorge, die in Laptops verbaut sind. Tests hätten ein Risiko für Überhitzung und Brände dieser Batterien ergeben, hieß es. Die US-Behörde hat der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO vorgeschlagen, Laptops und andere große elektronische Geräte künftig nicht mehr im Gepäck zu erlauben.

Im Unterschied zum Laptop-Verbot, das vom Heimatschutzministerium entwickelt wurde und mögliche Terroranschläge verhindern sollte, geht es bei dem Verbotsvorstoß der FAA ausschließlich um das Risiko eines Brandes an Bord.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Oktober 2017 um 12:04 Uhr.

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