Syrische Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei | Bildquelle: AFP

Lage an der syrischen Grenze Türkei lässt Verletzte einreisen

Stand: 09.02.2016 15:12 Uhr

Die Lage an der türkisch-syrischen Grenze spitzt sich zu: Zehntausende Syrier wollen aus dem Bürgerkriegsland fliehen. Jetzt hat die Türkei einige Verletzte aufgenommen. Grundsätzlich sollen die Übergänge jedoch geschlossen bleiben.

Die Türkei hat an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien verletzten Flüchtlingen Einlass gewährt. Die Verwundeten würden in türkischen Krankenhäusern behandelt, sagte Mustafa Özbek, ein Sprecher der regierungsnahen Hilfsorganisation IHH. Grundsätzlich bleibe die Grenze jedoch geschlossen. Stattdessen will die Türkei den Menschen auf syrischem Gebiet helfen.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) rief die Türkei auf, auch alle anderen aus der umkämpften syrischen Stadt Aleppo Fliehenden aufzunehmen. "Wir bitten die Türkei, ihre Grenzen für alle Flüchtlinge aus Syrien zu öffnen", sagte UNHCR-Sprecher William Spindler in Genf. Zugleich äußerte er Verständnis für die Zurückhaltung Ankaras, da das Land bereits mehr als zwei Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen habe.

Im Norden Syriens warten seit Tagen Zehntausende Menschen darauf, die Grenze in die Türkei passieren zu dürfen. In der Gegend um die Stadt Azaz harren nach unterschiedlichen Angaben zwischen 10.000 und 50.000 Menschen aus. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sprach sogar davon, dass etwa 70.000 Flüchtlinge an die Grenze kommen könnten, sollten die Kämpfe in Syrien so wie zuletzt weitergehen.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen erklärte, viele der gestrandeten Menschen seien von Hilfslieferungen abgeschnitten. Etliche Zufahrtsstraßen im Grenzgebiet seien wegen der Kämpfe nicht passierbar, erklärte eine Sprecherin. Dennoch seien Hilfstransporte über die Grenze nach Syrien gestartet. Sie sollen in den nächsten Tagen etwa 21.000 Menschen mit Lebensmitteln versorgen, erklärte Lüscher.

Die Männer, Frauen und Kinder waren vor den Truppen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad geflüchtet, die begleitet von russischen Luftschlägen gegen die Rebellen rund um Aleppo vorgehen. Russland erklärte, es gebe keine Beweise dafür, dass seine Luftangriffe auf Zivilisten zielten. Das Präsidialamt wies damit von Bundeskanzlerin Angela Merkel erhobene Vorwürfe zurück.

Schätzungsweise 260.000 Tote seit Beginn des Bürgerkriegs

Der UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien appellierte an alle Kriegsparteien, das Leben der Zivilisten zu schonen und Helfern uneingeschränkten Zugang zu den Bedürftigen zu gewähren. In dem Bürgerkrieg kämpft Machthaber Assad mit russischer Unterstützung gegen Oppositionelle und Islamisten um die Macht. In dem gut fünf Jahre dauernden Konflikt kamen schätzungsweise 260.000 Menschen ums Leben, Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Situation an der syrisch-türkischen Grenze
tagesschau 20:00 Uhr, 09.02.2016, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul, zzt. Kilis

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