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Der größte Wettskandal im europäischen Fußball hat Forderungen nach raschen Konsequenzen ausgelöst. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, verlangte für überführte Beteiligte "abschreckende Strafen des Staates" und kündigte Maßnahmen des Verbandes an. "Wir werden das nicht dulden, dass solche Manipulationen und Betrügereien stattfinden", sagte er der Sportschau. Er bat die ermittelnde Staatanwaltschaft Bochum, möglichst bald detaillierte Informationen zu betroffenen Fußballern, Vereinen und Partien zu übermitteln.
[Bildunterschrift: DFB Präsident Zwanziger will noch nicht von einem Versagen des Frühwarnsystems sprechen. ]
Wer nachweislich betrogen habe, handle kriminell und müsse bestraft werden. Der DFB werde auch die Frage klären, warum das Frühwarnsystem nichts angezeigt habe. Gleichzeitig machte Zwanziger klar, dass die Dimension des Wettskandals "in erster Linie auf der internationalen Ebene" liege. Am kommenden Mittwoch will die Europäische Fußball-Union (UEFA) über das weitere Vorgehen in dem Skandal beraten.
Die Vorsitzende der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International Deutschland, Sylvia Schenk, forderte eine "Null-Toleranz-Haltung" in dem Skandal. Notwendig sei "Repression, sprich Strafgesetze, Kontrollen, Frühwarnsystem, damit es den Tätern so schwer wie möglich gemacht wird", sagte sie im Deutschlandradio Kultur.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger lehnte schärfere Gesetze ab. Die Verurteilungen im Wettskandal 2005 zeigten, "dass auch auf der Basis des geltenden Rechts Manipulationen und Betrugsvorwürfe im Sport sachgerecht geahndet werden können", sagte sie dem "Tagesspiegel am Sonntag".
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Unterdessen wurden weitere Details zu den möglichen Manipulationen von Spielen in Deutschland bekannt. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" ist ein DFB-Schiedsrichter in die Vorgänge verwickelt. Er soll bei einer Partie der Regionalliga Süd im Mai von den mutmaßlichen Wettbetrügern Schmiergeld kassiert haben.
[Bildunterschrift: Der SSV Ulm steht unter Verdacht. ]
Zudem ist der Regionalliga-Club SSV Ulm 1846 den Angaben zufolge offenbar stärker als bislang bekannt in den Wettskandal verwickelt. Laut "Spiegel" besteht bei vier Regionalligaspielen des Vereins aus der Endphase der vergangenen Saison Manipulationsverdacht. SSV-Vizepräsident Mario Meuler sagte dagegen: "Wir gehen davon aus, dass niemand mit dieser Sache etwas zu tun hat." Trainer Ralf Becker erklärte: "Wir stehen hundertprozentig zu unseren Jungs." Wenn sich eine Verwicklung von Spielern bestätigen sollte, "werden wir konsequent handeln", fügte er allerdings hinzu.
Von den europaweit 200 Partien, bei denen laut der Bochumer Staatsanwaltschaft konkreter Manipulationsverdacht besteht, betreffen 32 Deutschland. Es handelt sich um Begegnungen von der Zweiten Bundesliga an abwärts. sportschau.de liegt eine Liste verdächtiger Spiele in europäischen Ligen vor, darunter Begegnungen der ersten Liga der Türkei und Kroatiens sowie in der zweiten Schweizer Liga und der zweiten belgischen Liga.
Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass es in Deutschland um Begegnungen gehe, in die Spieler des SSV Ulm, des VfL Osnabrück, der zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach und der Würzburger Kickers verwickelt seien. Ein Spieler des Landesligisten Würzburger Kickers wurde nach Angaben seines Vereins bereits verhaftet.
[Bildunterschrift: Wettscheine für Sportwetten: Rund 200 Fußballspiele in Europa sollen manipuliert worden sein. ]
Laut übereinstimmenden Medienberichten richtet sich der Verdacht auch gegen drei Spieler, die vergangene Saison für den aus der Zweiten Liga abgestiegenen VfL Osnabrück aktiv waren. Alle drei bestreiten, in den Skandal verwickelt zu sein. "Ich hatte nie Kontakt mit der Wettmafia und habe mit dem Wettskandal nichts zu tun. Ich habe nie ein Spiel manipuliert oder Geld dafür genommen, schlecht zu spielen oder zu verlieren", sagte der angeblich in den Skandal verwickelte Osnabrücker Profi Thomas Reichenberger. Von seinem Verein erhielt er Rückendeckung.
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