Dawid Kubacki jubelt nach seinem Sieg in Bischofshofen. | Bildquelle: AP

Finale in Bischofshofen Kubacki gewinnt Vierschanzentournee

Stand: 06.01.2020 19:09 Uhr

Dawid Kubacki ist der Sieger der 68. Internationalen Vierschanzentournee. Der Pole, der nach drei Springen geführt hatte, siegte zum Abschluss in Bischofshofen und machte seinen Triumph perfekt. Karl Geiger aus Oberstdorf darf sich über Platz zwei in der Tages- und Rang drei in der Tourneewertung freuen.

Von Wolfram Porr

Dawid Kubacki in Bischofshofen
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Dawid Kubacki in Bischofshofen

Karl Geiger (Oberstdorf) hat noch einmal alles versucht. Der DSV muss aber weiterhin auf den ersten Tourneesieger seit Sven Hannawald vor 18 Jahren (Saison 2001/2002) warten. Mit Sätzen auf 140 und 136 Meter machte der 26-jährige Allgäuer zwar seine Ankündigung wahr, auf der letzten Station der Tournee noch einmal voll anzugreifen. Am Ende reichte es aber nicht ganz, um Kubacki zu schlagen.

Geiger wurde Zweiter in der Tageswertung und Dritter in der Tourneewertung. Kubacki, der in seiner Karriere zuvor erst ein Weltcupspringen für sich entscheiden konnte, war einfach nicht zu bezwingen. Er zeigte über die vier Wettbewerbe die konstanteste Leistung aller Athleten und krönte sich auf der Paul-Außerleitner-Schanze mit tollen Sprüngen auf 143 und 140,5 Meter zum verdienten Tages- und Tourneesieger.

"Ich wollte hier meinen Weg gehen. Und ich bin einfach wahnsinnig glücklich", sagte der Triumphator im Ersten. Dritter in Bischofshofen und Zweiter in der Gesamtwertung wurde der Norweger Marius Lindvik (139/137 m), der zuvor die Springen in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck gewonnen hatte. In der Tournee-Endabrechnung lag er denkbar knappe 2,6 Punkte vor Karl Geiger.

Geiger: "Das macht mich glücklich"

Karl Geiger in Bischofshofen
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Karl Geiger in Bischofshofen

Ein Podestplatz bei der Tournee war das erklärte Ziel des DSV und von Bundestrainer Stefan Horngacher. Geiger schaffte nun das, was im vergangenen Jahr Markus Eisenbichler (Zweiter) und Stephan Leyhe (Dritter) sowie im Jahr davor Andreas Wellinger (Zweiter) gelungen war. Dass es wieder nicht ganz zum Sieg gereicht hat, dürfen die Trainer und Verantwortlichen auch ein bisschen auf das Windpech schieben, das Geiger vor allem beim dritten Springen am Bergisel in Innsbruck gehabt hatte. "Heute, das war echt wieder fein. Das micht mich glücklich", sagte Geiger im Ersten. "So gut war ich noch nie. Oberstdorf vor den eigenen Fans war etwas ganz Besonderes. Innsbruck war dann schon sehr ärgerlich, aber heute konnte ich's gutmachen."

Horngacher zog ebenfalls ein positives Fazit: "Ich bin defintiv zufrieden. Speziell Karl ist eine Super-Tournee gesprungen. Das konnte sich wirklich sehen lassen", sagte der Bundestrainer im Ersten. Seine Gratulation ging an Kubacki, den er bis vor einem Jahr als polnischer Nationaltrainer ja noch selbst trainiert hatte: "Er hat das super durchgezogen. Ich gratuliere ihm ganz herzlich!" Markus Eisenbichler sagte: "Der Karl hat das echt souverän gemacht. Leider hatte er in Innsbruck etwas Pech. Es war am Schluss ganz eng zwischen Lindvik und ihm."

Spannende Ausgangsposition - Kubacki behält die Nerven

Die Ausgangsposition vor dem vierten Springen in Bischofshofen versprach ein spannendes Finale, denn der Abstand der vier Topspringer war so eng wie lange nicht bei der Tournee. Kubacki hatte die besten Karten , aber auch Lindvik, Geiger und Vorjahressieger Ryoyu Kobayashi (Japan) durften sich noch etwas ausrechnen. Selbst für Stefan Kraft (Österreich) schien noch der Sprung aufs Podest in der Tourneewertung möglich.

Kobayashi verabschiedete sich mit 135,5 Metern im ersten Durchgang dann als Erster aus der Gruppe der Podiumskandidaten. Im zweiten Durchgang legte er 138 Meter nach, doch das war an diesem Tag zu wenig, um noch einmal ganz vorne angreifen zu können. Der Vorjahressieger wurde diesmal Vierter in der Tourneewertung. Gleich hinter ihm auf Rang fünf: Stefan Kraft. Mit Sprüngen auf 138 und 137 Meter zeigte der Österreicher vor den eigenen Fans eine solide Leistung, aber eben auch nicht mehr.

Markus Eisenbichler
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Markus Eisenbichler

Eisenbichler deutet Potenzial an - Auch Leyhe und Schmid in den Top 20

Einen halbwegs versöhnlichen Tourneeabschluss gab es für Markus Eisenbichler (Siegsdorf). Der dreimalige Weltmeister von Seefeld zeigte mit 137 und 130 Metern, dass er wieder ein Top-Ten-Springer sein kann. Nach dem guten neunten Platz nach dem ersten Sprung wurde der Oberbayer diesmal 15.. Dieselbe Platzierung belegt er in der Tournee-Gesamtwertung. "Bei ihm ist eine klare Aufwärtstendenz zu sehen", bilanzierte ARD-Skisprungexperte Dieter Thoma. Eisenbichler selbst sagte: "Ich gebe mir einfach die Zeit. Der erste Sprung hat mir gezeigt, dass ich vorne mitspringen kann."

Constantin Schmid (Oberaudorf/134,5/127,5 m) und Stephan Leyhe (Willingen/132/131 m) konnten ihren starken Eindruck aus den Trainingssprüngen und der Qualifikation, als sie auf Rang vier und fünf landeten, dagegen nicht ganz bestätigen. Sie kamen auf den 18. bzw. 20. Platz. In der Gesamtwertung belegt Leyhe nach Platz drei vor einem Jahr diesmal einen sehr respektablen zehnten Rang. "Heute bin ich etwas unter meinen Erwartungen gesprungen. Das Timing an der Kante war das Problem, ist aber egal, heute geht es um Karl", sagte Leyhe im Ersten kurz vor Geigers zweitem Sprung. Der fünfte deutsche Starter in Bischofshofen, Pius Paschke (Kiefersfelden), kam mit 126 und 127,5 Metern auf Rang 28.

Thema in: Wintersport im Ersten, 06.01.2020, 17.15 Uhr

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Januar 2020 um 20:00 Uhr.

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