Daniel Batz jubelt nach dem Elfmeterschießen | Bildquelle: Bongarts/Getty Images

Saarbrücker Pokalsensation Torwart Batz und das Spiel seines Lebens

Stand: 04.03.2020 10:13 Uhr

Es war der große Abend des Saarbrücker Torhüters Daniel Batz, der zum Elfmeterkiller im DFB-Pokal avancierte. Einst galt Batz als hoffnungsvolles Talent, den großen sportlichen Durchbruch schaffte er bislang nicht.

Von Jens Mickler

Direkt nach dem Schlusspfiff dieser denkwürdigen Partie im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Fortuna Düsseldorf am Dienstag (03.03.2020) wusste Daniel Batz nicht mehr so ganz genau, was er da in den Minuten zuvor beim Elfmeterschießen geleistet hatte. "Es war auch ein bisschen Glück dabei. Ein Ball ging, glaube ich, an den Pfosten", sagte Batz. Genau genommen waren es sogar zwei Elfmeter, die der Keeper mit tollen Paraden an das Aluminium lenkte.

Ob der Pfosten nun zur Hilfe kam oder nicht, war aber nebensächlich an diesem Abend in Völklingen, an dem sich Daniel Batz mit fünf (!) gehaltenen Elfmetern in die Reihe der großen DFB-Pokalhelden einfügte, die dieser Wettbewerb schon hervorgebracht hat.

"Fünf Elfmeter - das ist mehr, als ich vorher in meiner ganzen Karriere zusammen gehalten habe", witzelte Batz nach dem Einzug ins Halbfinale. Dabei stand der Torwart schon im Achtelfinale gegen den Zweitligisten Karlsruher SC im Mittelpunkt, als er den Strafstoß des Karlsruhers Pisot parierte. Dieser eine gehaltene Elfmeter von ihm sollte damals im Dezember für das Weiterkommen des Underdogs aus der Regionalliga reichen.

Unter dem Radar der Profiligen

Der Abend in Völklingen war nun aber ohne Frage der bisherige Höhepunkt in der Karriere des Torwarts, die einst verheißungsvoll begann, aber meist unter dem Radar der Profiligen verlief. Batz galt in jungen Jahren als hochtalentiert. Bereits als Teenager wechselte der gebürtige Erlanger zum 1. FC Nürnberg. Als A-Jugendlicher bekam er einmal einen Anruf vom DFB, der ihn für einen Lehrgang der U19-Nationalmannschaft einlud. Batz träumte von der Teilnahme an der Junioren-Europameisterschaft. Es sollte beim Traum bleiben.

Den Durchbruch in den Profikader schaffte Batz bei den Nürnbergern auch nicht, weshalb er es beim SC Freiburg probierte. Dort blieb er die Nummer zwei hinter dem damaligen SC-Stammkeeper Oliver Baumann. Immerhin reichte es für einen Bundesligaeinsatz am letzten Spieltag der Saison 2011/12. Daniel Batz stand im Tor des SC Freiburg bei der 0:4-Niederlage gegen den bereits feststehenden Meister Borussia Dortmund.

Zu mehr Profieinsätzen kam es für den heute 29-Jährigen noch nicht, Batz zog weiter und landete über die Stationen Chemnitzer FC und SV Elversberg schließlich im Sommer 2017 beim 1. FC Saarbrücken, wo er es zur Nummer eins zwischen den Pfosten brachte und nun den ersehnten Aufstieg in die 3. Liga anpeilt.

Trainer: "Er arbeitet wie ein Verrückter"

Für seinen Trainer Lukas Kwasniok ist es kein Zufall, dass Daniel Batz in dem historischen Pokal-Fight erneut zum Helden wurde. "Er arbeitet wie ein Verrückter. Und das ist der Lohn", sagte Kwasniok. Und ergänzte: "Ich hoffe, das war nicht das letzte Mal. Wir werden unser Ziel Berlin nicht aus den Augen lassen." Dort steigt am 23. Mai das Pokalfinale, von dem Daniel Batz und der Regionalligist nun nur noch einen Sieg entfernt sind.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. März 2020 um 11:00 Uhr.

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