Hoffenheim schlägt die Bayern | Bildquelle: AFP

Spektakulärer Sieg Hoffenheim bremst die Bayern aus

Stand: 27.09.2020 18:16 Uhr

Im ersten Heimspiel unter Trainer Sebastian Hoeneß hat 1899 Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga gleich für Furore gesorgt und die Rekord-Siegesserie des FC Bayern spektakulär beendet.

Von Dirk Burkhardt

Ermin Bicakcic (16. Minute), Munas Dabbur (25.) und Andrej Kramaric (77., 90.+2 per Foulelfmeter) sorgten bei einem Gegentreffer von Joshua Kimmich (36.) am Sonntag (27.09.2020) für einen 4:1 (2:1)-Sieg der Hoffenheimer. Es war die erste Münchener Niederlage seit Dezember 2019 und zuletzt 23 Siegen in Folge. Hoffenheim ist mit zwei Siegen in zwei Spielen optimal gestartet und vorerst Bundesliga-Tabellenführer.

Hoeneß freut sich über "Brustlöser"

Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß, Sohn von Dieter Hoeneß und Neffe von Bayerns Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß, freute sich nach derm Abpfiff: "Es ist so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben. Die Mannschaft hat gezeigt, was sie kann heute", sagte er bei "Sky". Nach etwas schwierigem Start "haben wir dann mit der ersten Chance so einen Brustlöser gehabt und haben es dann geschafft, über die Spielzeit immer gefährlich zu bleiben".

TSG-Sportchef Alexander Rosen kündigte bei "Sky" an, "ein kleines Schlückchen" werde man sich nach diesem "geschichtsträchtigen Spiel" auf jeden Fall gönnen. Bayerns Trainer Hansi Flick sagte: "Es gab vielerlei Gründe für die Niederlage. Aber von der Einsatzbereitschaft und dem Willen her kann ich der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. Die Mentalität nach den 120 Minuten von Donnerstag war top. Wir haken das Spiel jetzt ab."

Bicakcic mit dem Kopf, Dabbur mit feinem Fuß

Für die TSG begann die Partie gegen die Bayern, die noch am Donnerstag in Budapest gegen den FC Sevilla den europäischen Supercup gewonnen hatten, optimal. Nach einem Eckball setzte sich Verteidiger Bicakcic am ersten Pfosten durch und traf per Kopf zum 1:0. Gegen unkonzentrierte und wackelige Bayern, bei denen Trainer Flick auf Robert Lewandowski, Leon Goretzka und Niklas Süle in der Startelf verzichtet hatte, setzten die Gastgeber nach, und hatten in der Folge immer wieder gute Offensivaktionen.

Pavards unglücklicher Querschläger

Als dann auch noch Bayerns Rechtsverteidiger Benjamin Pavard mit einem Querschläger Dabbur perfekte bediente und der allein vor Manuel Neuer mit einem schönen Lupfer auf 2:0 erhöhte, deutete sich die Niederlage schon an. In der Folge wirkte der Rekordmeister deutlich angezählt und brachte offensiv nur wenig zustande. Erst ein Traumtor von Kimmich, der den Ball von halblinks am Strafraum schön rechts oben unter die Latte und ins Tor zirkelte, brachte die Münchener wieder in die Partie.

Auch Lewandowski kann nicht helfen

In Durchgang zwei wirkten die Bayern zunächst griffiger und erspielten sich Stück für Stück Vorteile. Joshua Zirkzee traf aus kurzer Entfernung nur den Pfosten (57.). Hoffenheim versteckte sich aber nicht und hatte bei Kontern durch den immer wieder anspielbereiten Dabbur auch seine Strafraumszenen.

Knapp eine halbe Stunde vor Schluss kamen dann die geschonten Lewandowski und Goretzka bei München in die Partie. Doch an der mangelnden Durchschlagskraft der Münchner änderte das nicht viel. Im Gegenteil: Robert Skov hatte nach Zuspiel von Kramaric den dritten Hoffenheimer Treffer auf dem Fuß. Doch Manuel Neuer im Münchener Tor reagierte stark (74.).

Kramaric auch am Punkt eiskalt

Kurz darauf war Kramaric aber zur Stelle und traf nach einem Zuspiel des eingewechselten Ihlas Bebou von außen nach einer starken Einzelleistung zum 3:1. Mit einem eiskalt verwandelten Foulelfmeter - Neuer war gegen Bebou zu spät gekommen - in den linken Winkel zum 4:1 setzte Kramaric das Sahnehäubchen auf einen perfekten Hoffenheimer Tag mit Konterfußball par excellence.

Nächster Supercup für Bayern

Hoffenheim tritt nun am Samstag (03.10.2020) um 15.30 Uhr bei Eintracht Frankfurt an. Der FC Bayern spielt am Mittwoch (30.09.2020) um 20.30 Uhr gegen Borussia Dortmund um den deutschen Supercup und empfängt in der Bundesliga am Sonntag (04.10.2020) um 18 Uhr Hertha BSC.

Thema in: Sportschau - Die Bundesliga am Sonntag, SWR Fernsehen, Sonntag, 27.09.2020, 21.45 Uhr.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. September 2020 um 20:00 Uhr.

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