Jadon Sancho mit Botschaft "Justice for George Floyd"

Aktionen für George Floyd FIFA für "gesunden Menschenverstand"

Stand: 02.06.2020 08:14 Uhr

Etliche Fußballer haben mit diversen Aktionen Gerechtigkeit für den in den USA getöteten George Floyd gefordert und damit gegen Rassismus protestiert. Der DFB prüft mögliche Strafen, die FIFA empfiehlt "gesunden Menschenverstand".

Nach Ansicht des Weltverbandes FIFA sollen Proteste und Solidaritätsbekundungen von Fußballern nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA keine Strafen nach sich ziehen. Zwar obliege die Sanktionierung von Spielern den jeweiligen Organisatoren der Wettbewerbe, diese sollten jedoch dabei "gesunden Menschenverstand" walten lassen und die Umstände berücksichtigen, teilte die FIFA am Dienstag (02.06.2020) mit.

Der Weltverband habe "volles Verständnis für die tiefen Gefühle und Sorgen, die viele Fußballer angesichts der tragischen Umstände des Falls George Floyd zum Ausdruck gebracht haben", hieß es in dem Statement weiter. Auch der FIFA-Präsident Gianni Infantion wird in der Mitteilung zititert. Mit Blick auf die Protestaktionen der Bundesligaspieler Jadon Sancho und Achraf Hakimi von Borussia Dortmund sowie Weston McKennie vom FC Schalke 04 und Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach sagte Infantino demnach, solches Engagement gegen Rassismus solle "nicht sanktioniert, sondern begrüßt werden."

Auch am Pfingstmontag (01.06.2020) während des Bundesligaspiels zwischen dem 1. FC Köln und RB Leipzig hatte ein Spieler mit einer Botschaft gegen Rassismus protestiert. Kölns Stürmer Anthony Modeste zeigte nach seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:3 demonstrativ seine helle Innenseite der rechten Hand und die dunkle Außenseite der linken Hand nebeneinander. Auf Instagram schrieb er zu einem Foto dieser Szene:  "#noracism#strongertogether#justiceforgeorgefloyd" (#keinRassismus#gemeinsamstärker#GerechtigkeitfürGeorgeFloyd).

DFB-Präsident Keller hat "großen Respekt"

DFB-Präsident Fritz Keller hatte Verständnis und "großen Respekt" für die Protestaktionen geäußert. "Ob und welche Sanktionen die Solidaritätsbekundungen der Spieler nach sich ziehen werden, muss der DFB-Kontrollausschuss klären", hieß es vom Deutschen Fußball-Bund weiter. Es solle festgestellt werden, "ob das Spiel und das Spielfeld der richtige Ort für diese Handlungen sind", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. In den DFB-Regeln heißt es unter anderem, dass die Spieler keine Unterwäsche mit "politischen, religiösen oder persönlichen Slogans" zeigen dürfen.

In England schloss sich die gesamte Mannschaft des FC Liverpool den Protesten an. Die Spieler des Tabellenführers der englischen Premier League stellten sich im Stadion an der Anfield Road am Anstoßkreis auf und knieten symbolisch nieder, um ihre Unterstützung für die "Black Lives Matter"-Bewegung zu zeigen. Der Verein und zahlreiche Profis posteten das Foto in den sozialen Netzwerken.

Quelle: sportschau.de

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