Mitchell Weiser von Bayer Leverkusen | Bildquelle: imago/Jan Huebner

Europa League Weisers Traumtor hält Bayer auf Kurs

Stand: 29.11.2018 21:50 Uhr

Mit einer B-Elf aus Reservisten, Formschwachen und Talenten hat sich Bayer Leverkusen am Donnerstag (29.11.2018) eine gute Ausgangsposition für den Gruppensieg in der Europa League verschafft.

Die bereits zuvor sicher für die Runde der letzten 32 qualifizierte Werkself trennte sich am vorletzten Spieltag in einem schwachen Spiel mit 1:1 (0:0) vom bulgarischen Serienmeister Ludogorez Razgrad und hat Platz eins im Gruppenfinale am 13. Dezember bei AEK Larnaka auf Zypern damit selbst in der Hand.

"Automatismen haben nicht funktioniert"

"Wir wollten das Spiel gewinnen, das ist uns nicht gelungen. Mit dem 1:1 können wir aber leben. Man hat gemerkt, dass durch die vielen Wechsel die Automatismen nicht so funktioniert haben", sagte Leverkusens Trainer Heiko Herrlich.

"Im Moment haben wir nicht gerade das große Spielglück. Aber wir haben nach dem 0:1 wieder eine gute Reaktion gezeigt und sind mit einem blauen Auge davongekommen", erklärte Julian Baumgartlinger.

Kunstschuss aus spitzem Winkel

Weiser (84.) gelang ein Kunstschuss aus spitzem Winkel zum Endstand, Marcelinho erzielte vor nur 16.066 Zuschauern das Tor für die Bulgaren (69.). Herrlich hatte sein Team gegenüber dem 2:0 in der Bundesliga gegen Stuttgart auf gleich zehn Positionen verändert.

Der neue Sportdirektor Simon Rolfes, der seinen Job offiziell am Samstag antritt, verfolgte das Spiel auf der Tribüne an der Seite von Sport-Geschäftsführer Rudi Völler. Ab dem Liga-Spiel am Montag beim 1. FC Nürnberg will Rolfes neben Herrlich auf der Bank sitzen.

Meist wie ein Trainingsspiel

Über weite Strecken hatte diese Partie bestenfalls den Charakter eines Trainingsspiels. Dabei ging es doch noch um stolze Beträge: um 570.000 Euro Siegprämie und um die Differenz von 500.000 Euro zwischen Tabellenplatz eins und zwei in der Abschlusstabelle der Gruppe. Laufleistung und Zweikampf-Verhalten blieben aber weit hinter dem zurück, was normalerweise von einem Europapokalspiel zu erwarten ist.

Ein Flachschuss von Lukas Alario (2.) war der einzige Akzent, den die Gastgeber im ersten Abschnitt setzten, ein Freistoß von Kapitän Charles Aranguiz kurz vor der Pause brachte kaum Gefahr.

Umstellung zur zweiten Halbzeit

Herrlich reagierte in der Pause auf den uninspirierten Auftritt seiner Elf und stellte von einem 4-1-4-1-System auf ein offensiveres 3-4-3 mit den Angreifern Paulinho, Isaac Kiese Thelin und Lukas Alario um. Eine Chance für das 19-jährige Eigengewächs Sam Schreck (19), das sein erstes Profispiel bestritt und zunächst selten in die Kombintionen einbezogen wurde, war die Folge. Wendell (56.) setzte mit einem Schuss ein Ausrufezeichen.

Doch die Zuschauer konnte diese wenigen guten Aktionen nicht recht erwärmen. Bayer fand lange keinen Rhythmus - und fing sich völlig überraschend das 0:1. Marcelinho, einer von sechs Brasilianern bei Razgrad, überwand Leverkusens Ersatztorwart Ramazan Özcan nach einer feinen Kombination.

Mehr Ordnung mit Bender und Havertz

Erst die eingewechselten Kai Havertz und Lars Bender, der sein 50. Europacup-Spiel bestritt, brachten mehr Ordnung ins Spiel. Ein abgeblockter Schuss von Bailey (80.) war ein erstes Signal. Und dann traf Michell Weiser aus spitzem Winkel unter die Latte.

Für Leverkusen geht es nun in der Liga am Montag (03.12.2018) beim 1. FC Nürnberg weiter. In der Europa League steht am 13. Dezember das letzte Gruppenspiel bei AEK Larnaka an. Beide Partien verpassen wird vermutlich der Grieche Panos Retsos, der bereits in der Saison-Vorbereitung einen Sehnenriss erlitten hatte. Gegen Razgrad verletzte er sich bei seinem Comeback erneut und schied nach einer halben Stunde mit Verdacht auf Faserriss aus.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 29. November 2018 um 22:15 Uhr.

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