Jubelnde DFB-Spieler beim EM-Qualifikationsspiel gegen Estland | Bildquelle: REUTERS

EM-Qualifikation Deutschland deklassiert Estland

Stand: 11.06.2019 22:35 Uhr

Drittes Spiel, dritter Sieg - die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geht in der EM-Qualifikation mit einer makellosen Bilanz in die Sommerpause. Gegner Estland war chancenlos.

Die deutsche Nationalmannschaft hat das letzte Länderspiel vor der Sommerpause deutlich für sich entschieden. In Mainz gewann die DFB-Auswahl 8:0 (5:0) gegen Estland, die Tore erzielten Marco Reus (10., 37.), Serge Gnabry (17., 62.), Leon Goretzka (20.), Ilkay Gündogan (26.) , Joker Timo Werner (79.) und Leroy Sané (88.).

Für Deutschland war es im dritten EM-Qualifikationsspiel der dritte Sieg. In der Gruppe C liegt das Team damit mit neun Punkten auf Platz zwei hinter den Nordiren (12), die jedoch ein Spiel mehr absolviert haben.

"Wir sind viele junge Spieler und sind auf einer Wellenlänge", sagte Leon Goretzka der ARD. "Wir wollen einen ähnlichen Fußball spielen und ich glaube, das hat man heute auch gesehen."

Reus: "Der Gegner kann keine Tore schießen, wenn wir den Ball haben"
Reus: "Der Gegner kann keine Tore schießen, wenn wir den Ball haben"

Rückkehr zur Viererkette

Auch gegen Estland suchte man Bundestrainer Joachim Löw vergeblich an der Seitenlinie. Weil er sich beim Sporttreiben eine Arterie gequetscht hatte, bekam Löw von den Ärzten den dringenden Rat, sich in Ruhe auszukurieren.

So wurde Löw erneut von Co-Trainer Marcus Sorg vertreten, der die Mannschaft schon beim 2:0 gegen Weißrussland gecoacht hatte. Zusammen dürften beide an der Aufstellung für das Spiel gegen die Esten getüfftelt haben. Und sie entschieden sich für die Rückkehr zur Viererkette in der Abwehr und für zwei personelle Wechsel: Thilo Kehrer und Leon Goretzka begannen für Jonathan Tah und Lukas Klostermann.

Vier Tore innerhalb von 16 Minuten

In Mainz war die deutsche Mannschaft von Beginn an die überlegene Mannschaft, dem Gegner aus dem Baltikum blieb nur die Rolle des staunenden Zuschauers. Zwar agierten die Esten in einem sehr defensiven 5-4-1, doch mit cleverem Positionsspiel und geschickten Diagonalpässen initiierte die DFB-Elf immer wieder gefährliche Angriffe. Es lief die 10. Minute, als Gündogan aus dem Zentrum flach auf die rechte Seite verlagerte, von wo aus Thilo Kehrer den Ball direkt in die Mitte weiterspielte. Marco Reus schien das geahnt zu haben, er sprintete im richtigen Moment los und vollendete zum 1:0.

Auch den zweiten Treffer der deutschen Nationalmannschaft leitete der überragende Gündogan ein. Sein sehenswerter Heber in den Strafraum landete vor den Füßen von Leroy Sané, der Gnabry bediente. Gnabry hatte dann keine Mühe mehr, Sergei Lepmets im Tor der Esten zu überwinden (17.). Das 3:0 fiel kurz darauf, als Joshua Kimmich genau zu Goretzka flankte und der per Kopf traf (20.).

Und in diesem Tempo ging es weiter: In der 25. Minute kreuzte Goretzka im Strafraum der Esten den Laufweg von Joonas Tamm und ging zu Boden, Schiedsrichter Ali Palabıyık entschied auf Strafstoß. Gündogan trat an und verwandelte cool - 4:0 (26.). Nur fünf Minuten später hätte Reus beinahe den fünften Treffer erzielt, doch seinen Schuss aus 17 Metern lenkte Lepmets mit den Fingerspitzen noch an die Latte. In der 37. Minute kam es erneut zum Duell zwischen Deutschlands Angreifer und Lepmets - und diesmal war Estlands Torhüter chancenlos: Aus 20 Metern schlenzte Reus einen Freistoß rechts oben ins Eck.

Zenjov prüft Neuer

In der zweiten Hälfte agierte Deutschland zunächst nicht mehr ganz so zielstrebig. Es war dann Goretzka, der mit einem Fehlpass die erste richtig gute Chance der Esten einleitete. Sergei Zenjov profitierte davon und kam zum Abschluss, zielte jedoch rechts am Pfosten vorbei (48.). Acht Minuten später durfte Zenjov noch einmal schießen, doch Manuel Neuer hatte mit diesem Versuch keine Probleme. Es sollte gleichzeitig die letzte nennenswerte Offensivaktion der Gäste bleiben.

Nach gut einer Stunde schienen sich die deutschen Spieler an die erste Halbzeit zu erinnern, jedenfalls hatte das, was Reus, Gnabry und Co. zeigten, fortan wieder Ähnlichkeit mit den sehenswerten Spielzügen der ersten Halbzeit. Es lief die 62. Minute, als Gnabry zum zweiten Mal an diesem Abend jubeln durfte. Vorausgegangen war eine schöne Kombination über die Joker Julian Draxler und Marcel Halstenberg.

Erst Werner, dann auch Sané 

Für den siebten Treffer des Spiels sorgte dann der eingewechselte Werner. Nach toller Vorlage von Draxler überlupfte Werner Estlands Torhüter Lepmets (79.). Der Schlusspunkt war das allerdings noch nicht: In der 88. Minute schlenzte Sané den Ball aus elf Metern ins lange Eck zum 8:0-Endstand.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Juni 2019 um 23:00 Uhr.

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