Tschechiens Dominik Kubalik (l) und Deutschlands Moritz Seider (M) kämpfen um den Puck.  | Bildquelle: dpa

Eishockey-WM Deutschland lässt sich auskontern

Stand: 23.05.2019 23:02 Uhr

Deutschland hat das Viertelfinale bei der Eishockey-WM gegen konterstarke Tschechen verloren. Kanada hatte sich zuvor erst nach Verlängerung gegen die Schweiz durchgesetzt. Top-Favorit Russland bleibt ohne Makel.

Deutschland unterlag am Ende mit 1:5 (0:0, 1:1, 0:4). Besonders im Schlussdrittel am Donnerstag (23.05.2019) zeigten die Tschechen ihre Stärken: stark in der Defensive und effektiv bei schnellen Angriffen.

Eishockey - Tschechien wirft Deutschland aus dem WM-Turnier
Eishockey - Tschechien wirft Deutschland aus dem WM-Turnier

"Wir sind leider zu ungeduldig geworden und haben blöde Gegentore kassiert", sagte Yannic Seidenberg, der noch kein positives WM-Fazit ziehen wollte: "Klar waren die Siege schön, aber wir wollten heute den nächsten Schritt gehen, daher sind wir jetzt enttäuscht." NHL-Verteidiger Korbinian Holzer sagte: "Es ist bitter, denn ich glaube, es war viel mehr drin."

Im ersten Drittel waren die Tschechen bereits das etwas bessere Team, sie gingen aber erst im Mitteldrittel durch Jan Kovar in Führung (34. Minute). Doch noch vor der Sirene glich Deutschland durch Frank Mauer aus (38.).

Im Schlussdrittel geht es bergab

Im dritten Abschnitt agierte Tschechien dann eiskalt. Hinten zeigte sich der zwölfmalige Weltmeister unüberwindbar, vorne nutzte er seine Konterchancen eiskalt. Jakub Voracek (45.) und Dominik Kubalik (52.) nach Kontern und Ondrej Palat nach einem der seltenen Patzer von Deutschlands Torhüter Philipp Grubauer (54.) brachten die Entscheidung zugunsten der Tschechen. Kovar setzte wenige Sekunden vor dem Ende den Schlusspunkt. (60.).

Die DEB-Auswahl beendete das erste Turnier mit dem neuen Bundestrainer Toni Söderholm auf Platz sechs und erreichte damit die beste Abschlussplatzierung seit dem Halbfinaleinzug bei der Heim-WM 2010. Fünf Siege hatte sie zuletzt 1983 errungen.

Die Kanadier jubeln beim WM-Spiel gegen die Schweiz nach dem Tor zum 2:2 | Bildquelle: imago images / Bildbyran
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Die Kanadier jubeln beim WM-Spiel gegen die Schweiz nach dem Tor zum 2:2

Kanada hauchdünn gegen die Schweiz

Die Kanadier nahmen zuvor beim 3:2 (0:1, 1:1, 1:0) nach Verlängerung gegen die Schweiz Revanche für die Halbfinalniederlage im Vorjahr.

Der Vizeweltmeister führte bis zur letzten Sekunde 2:1, ehe Damon Severson (60.) von den New Jersey Devils die Kanadier in die Verlängerung rettete. Dort traf Torjäger Mark Stone in der sechsten Minute der Overtime mit seinem siebten WM-Tor.

Der Stürmer der Las Vegas Knights hatte bereits in der regulären Spielzeit (26.) getroffen. Für die Schweiz waren Sven Andrighetto (19.) von Colorado Avalanche und Nico Hischier (40.) von den New Jersey Devils jeweils in Überzahl erfolgreich.

Russland bleibt makellos

In Bratislava kämpfte sich Top-Favorit Russland mit einem 4:3 (2:0, 0:1, 2:2) gegen die USA ins Halbfinale am Samstag. Für den Rekordweltmeister trafen in Nikita Gussew (2.) von SKA St. Petersburg, Kirill Kaprisow (42.) und Michail Grigorenko (48./beide ZSKA Moskau) drei Spieler aus der heimischen KHL. Zudem war Michail Sergatschow (16.) vom Tampa Bay Lightning erfolgreich.

Für das US-Team schossen die NHL-Profis Brady Skjei (23./New York Rangers), Noah Hanifin (46./Calgary Flames) und Alex DeBrincat (58./Chicago Blackhawks) die Tore. Im vergangenen Jahr war Russland noch im Viertelfinale gescheitert. In diesem Jahr hatten die Russen dagegen wie schon 2012 und 2014 alle sieben Vorrundenspiele gewonnen. In beiden Jahren waren die Russen auch Weltmeister geworden.

Finnland besiegt Schweden in der Overtime

Das Halbfinale wird komplettiert durch Finnland. Die Skandinavier besiegten den Nachbarn Schweden in der Verlängerung 5:4 (1:2, 2:2, 1:0, 1:0).

Nikko Mikkolas brachte die Finnen bereits nach 60 Sekunden in Führung. John Klingberg (3.), Patric Hornqvist (17.) und Elias Pettersson (21.) drehten die Partie. Petteri Lindbohm (26.) und Jani Hakanpaa (30.) glichen für Finnland aus. Erik Gustafsson (40.) gelang die erneute schwedische Führung. Marko Anttila (59.) erzielte kurz vor Schluss bei eigenem Empty Net den Ausgleich. Sakari Manninen (62.) sorgte für die Entscheidung.

Damit kommt es in der Runde der letzten Vier zu den Partien Russland - Finnland und Kanada - Tschechien.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Mai 2019 um 03:45 Uhr.

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