Spieler des 1. FC Saarbrücken bejubeln den Führungstreffer | Bildquelle: dpa

DFB-Pokal-Sensation Viertligist Saarbrücken im Halbfinale

Stand: 04.03.2020 00:13 Uhr

Die Sensations-Kicker des 1. FC Saarbrücken haben dank Elfmeterkiller Daniel Batz Fußball-Geschichte geschrieben und sind als erster Viertligist ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen.

Der Spitzenreiter der Regionalliga Südwest gewann am Dienstagabend (03.03.2020) mit 8:7 nach Elfmeterschießen und eliminierte im Viertelfinale damit völlig überraschend den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden, der starke Torwart Batz wurde zum viel umjubelten Helden.

Saarbrücken-Tormann Batz hält fünf Elfmeter

"Mir fehlen die Worte. Wir haben als Mannschaft alles rausgehauen. Dass ich als Torwart dann auch mal einen Ball halten muss ist doch klar", so Batz. Eine Analyse, die deutlich untertrieben war. Batz war der Mann des Spiels. Schon in der regulären Spielzeit parierte er einen Foulelfmeter von Rouwen Hennings (83.) und hatte mit zahlreichen weiteren Paraden großen Anteil am Erfolg der Saarbrücker. Im Elfmeterschießen lief der 29-Jährige frühere Bundesliga-Keeper dann zur Höchstform auf: Nicht weniger als vier Elfmeter der Düsseldorfer parierte Batz und avancierte so zum Held der Partie.

Völklingen wird zur Festung des 1. FCS

"Es ist surreal was heute passiert ist. Wir sind verdient weitergekommen. In der Verlängerung waren wir die bessere Mannschaft. Und im Elfmeterschießen hatten wir einen Weltklasse-Torwart und ein wenig Glück", sagte Saarbrückens Trainer Lukas Kwasniok. Die 6.800 Zuschauer im ausverkauften Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen, der Ausweich-Spielstätte der Saarbrücker aufgrund des Umbaus im heimischen Ludwigspark, sahen zu Beginn konzentrierte Gäste. Die abstiegsbedrohten Düsseldorfer bestimmten das Geschehen. Hennings vergab die erste Chance (9.), kurz darauf konnte auch Jean Zimmer Keeper Batz nicht überwinden (10.). Saarbrücken wurde in die Defensive gedrängt.

Saarbrückens Uaferro früh raus

Zudem mussten die Gastgeber, die zuvor den Bundesligisten 1. FC Köln sowie die beiden Zweitligisten Jahn Regensburg und Karlsruher SC ausgeschaltet hatten, in der 16. Minute den verletzungsbedingten Ausfall von Verteidiger Bone Uaferro verkraften. Die Düsseldorfer, deren Trainer Uwe Rösler im Vergleich zum Hertha-Spiel (3:3 nach 3:0) vier Veränderungen vorgenommen hatte, machten allerdings zu wenig aus ihrer optischen Überlegenheit.

In der 26. Minute hatte Alfredo Morales nach einer Ecke die Führung auf dem Kopf. Wesentlich effektiver war dagegen der Viertligist, der seine erste Möglichkeit zur Führung nutzte. Tobias Jänicke schloss nach etwa einer halben Stunde einen Konter stark ab und schockte damit den Favoriten. Von Düsseldorf kam bis zur Pause nicht mehr viel, nur Kelvin Ofori sorgte noch einmal für Gefahr (43.).

FCS liefert Abwehrschlacht

Zu Beginn des zweiten Durchgangs war es wiederum Ofori, der an Batz scheiterte (52.). Für den FCS begann nach rund einer Stunde eine Abwehrschlacht, der Fortuna lief langsam die Zeit davon. Der Druck der Düsseldorfer wurde immer größer, zahlreiche Ecken segelten in den Strafraum der Gastgeber, der Ausgleich lag in der Luft. Batz schien die Bälle magisch anzuziehen, bei den Gästen machte sich bereits Verzweiflung breit.

Hennings verschießt Strafstoß

Dann wurde Kenan Karaman im Strafraum gefoult, den fälligen Strafstoß parierte Batz unter Mithilfe des Pfostens. Kurz vor Schluss durfte die Fortuna dann doch noch jubeln. Torhüter Florian Kastenmeier verlängerte einen Eckball per Kopf, Zanka stand goldrichtig und traf zum späten Ausgleich. In der Verlängerung war allerdings Saarbrücken die bessere Mannschaft, im hochspannenden Elfmeterschießen belohnte sich der Außenseiter, obwohl Düsseldorf mehrfach die Chance hatte, das Spiel für sich zu entscheiden. "Saarbrücken hat einen super Pokalfight geliefert. Wir hatten genügend Matchbälle, haben sie aber nicht genutzt. An solchen Abenden muss man seine Chancen nutzen", sagt Düsseldorfs Trainer Uwe Rösler.

Für den 1. FC Saarbrücken steht als Nächstes wieder Regionalliga-Alltag an. Am kommenden Samstag treten die Saarländer auswärts bei Astoria Walldorf an. Fortuna Düsseldof hat ebenfalls eine Auswärtsaufgabe vor der Brust: Im Abstiegskampf geht es am Sonntag beim 1. FSV Mainz 05 zur Sache.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. März 2020 um 11:00 Uhr.

Darstellung: