Der Davis-Cup-Pokal | Bildquelle: REUTERS

Tennis-Reform Davis Cup bekommt neuen Modus

Stand: 16.08.2018 17:36 Uhr

Die Delegierten der Mitgliederverbände haben auf der Jahrestagung des Tennis-Weltverbandes ITF eine Reform des Davis Cups verabschiedet.

Die von ITF-Präsident David Haggerty unterstützten Pläne zur Neustrukturierung des traditionsreichen Wettbewerbs erhielten am Donnerstag (16.08.2018) in Orlando/Florida die notwendige Zweidrittelmehrheit. Der Widerstand der großen Tennisnationen Großbritannien, Australien und Deutschland reichte nicht aus.

Einwöchiges Turnier

Damit wird bereits 2019 in einem neuen Format um den 118 Jahre alten Davis Cup gespielt. Anstelle von vier über das gesamte Jahr verteilten Runden mit Heim- und Auswärtsspielen in der Weltgruppe spielen nun 18 Teams in einem einwöchigen Turnier in der zweiten November-Hälfte um die Trophäe. Nach einer Vorrunde folgt eine Finalrunde im Knock-out-Format mit jeweils zwei Einzeln und einem Doppel über zwei Gewinnsätze.

ITF beschließt Davis-Cup-Reform
sportschau
17.08.2018 12:20 Uhr

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In einem Qualifikations-Turnier im Februar sollen 16 Teilnehmer ermittelt werden, zwei weitere erhalten eine Wildcard. Lille und Madrid haben bereits ihr Interesse als Gastgeber signalisiert.

Geld als Faktor

Haggerty und seine Mitstreiter aus dem ITF-Board überzeugten die Verbände mit viel Geld von der Reform. "Die ITF ist die einzige Organisation, die Geld in die Entwicklung des Spiels steckt. Und dieses Projekt versetzt uns dazu in die Lage", sagte der Funktionär aus den USA vor der Abstimmung. Er versprach zudem "ein Festival des Tennis und der Unterhaltung, das für Spieler, Fans, Sponsoren und TV-Sender attraktiver ist". Er wolle mit seinem Team dafür sorgen, dass "die nächsten Generationen von Spielern in den nächsten Jahrzehnten von dieser historischen Entscheidung profitieren" kann.

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Für die Finanzierung soll die Investmentgruppe Kosmos sorgen, zu deren Gründern Spaniens ehemaliger Fußball-Weltmeister Gerard Piqué gehört. Drei Milliarden Dollar für 25 Jahre sind versprochen, allerdings fehlt den Kritikern bei diesem Deal die Transparenz.

Klaus: "Große Enttäuschung"

"Wir waren leider nicht erfolgreich. Gestern waren wir noch zuversichtlich und hatten genügend Stimmen", sagte DTB-Boss Ulrich Klaus. "Das ist jetzt schon eine große Enttäuschung. Es wurde nur über Geld, aber nicht über Sport geredet."

Quelle: sportschau.de

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