Mario Goetze von Borussia Dortmund ist enttäuscht über die Niederlage gegen Tottenham. | Bildquelle: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX

Champions League Dortmund geht gegen Tottenham unter

Stand: 06.03.2019 00:55 Uhr

Vorne ohne Durchschlagkraft, hinten erneut mit großen Problemen - Borussia Dortmund hat im ersten Akt der deutsch-englischen Festspiele den Einzug in das Viertelfinale der Champions League fast schon verspielt.

Nach zuletzt drei Spielen auf nationaler Bühne ohne Sieg unterlag der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga am Mittwoch (13.02.19) bei Tottenham Hotspur 0:3 (0:0) und braucht damit im Achtelfinal-Rückspiel in drei Wochen fast schon ein kleines Fußball-Wunder.

"Müssen uns mehr wehren"

"Wir hatten wieder Probleme gegen eine robustere Mannschaft, wir setzen uns einfach zu wenig durch", fand Dortmund Torhüter Roman Bürki anschließend klare Worte. "Wir müssen das viel rigoroser verteidigen und uns mehr wehren - so kriegen wir einfach zu viele Gegentore nach Standards. Auch haben wir vorne keinen, der mal einen hohen Ball behauptet."

Auch Mario Götze gab zu: "Wir haben in der zweiten Hälfte ein zu schnelles Gegentor gekriegt, dadurch haben wir uns leider aus der Ruhe bringen lassen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir ganz schnell wieder in die Spur finden."

Favre schwer enttäuscht

BVB-Coach Lucien Favre war enttäuscht: "Es ist sehr schwer, dieses Ergebnis nach der guten ersten Halbzeit zu akzeptieren. Das erste Tor war ein Geschenk von uns, das darf so niemals fallen. Danach hätten wir es vermeiden müssen, weitere Treffer zu kassieren. 0:3 ist sehr schwer, aber man weiß nie..." Teamchef Sebastian Kehl haderte: "Wir haben uns ganz schlecht präsentiert. Tottenham ist keine Übermannschaft, aber wir haben in der zweiten Halbzeit komplett das Fußballspielen eingestellt. Deshalb haben wir zurecht auch in dieser Höhe verloren. Und fehlt im Moment die Stabilität, die müssen wir ganz schnell zurückgewinnen."

Der Auftritt der Borussia vor 75.000 Zuschauern im Wembley Stadion taugt kaum als Mutmacher für den FC Bayern und den FC Schalke 04, die es in der kommenden Woche gegen den FC Liverpool und Manchester City ebenfalls mit Teams aus der Premier League zu tun bekommen.

Drei Tore in der zweiten Hälfte

Dortmund-Schreck Heung-Min Son (47.), Jan Vertonghen (83.) und Llorente (86.) bestraften bei ihren Toren anfängerhafte Fehler der Dortmunder - insbesondere von Achraf Hakimi - in der Defensive eiskalt.

Für den ehemaligen Hamburger und Leverkusener Son war es bereits sein neuntes Tor im elften Spiel gegen die Schwarz-Gelben, die einmal mehr enttäuscht Wembley verließen - den Ort, wo Dortmund 2013 das Champions-League-Finale gegen den FC Bayern verlor. Son sagte anschließend: "Ich spekuliere immer auf die Fehler des Gegners und versuche Druck zu machen. Die Flanke von Jan Vertonghen war aber auch super. In der ersten Halbzeit hat Dortmund es viel viel besser gemacht, aber dann haben sie nachgelesen."

Chance durch Lucas

Tottenham machte in der Anfangsphase gleich Druck und hatte durch Lucas die große Chance zur Führung, als sein Volleyschuss nur knapp am BVB-Tor vorbeistrich (7. Minute). Da wirkte die Dortmunder Hintermannschaft noch unsortiert, was nicht verwunderte. Schließlich kehrte Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou nach zehnwöchiger Verletzungspause zurück ins Team. In der Folgezeit legte der BVB, der seinen verletzten Anführer Marco Reus weiter schmerzlich vermisste, aber seine Zurückhaltung ab und kam besser ins Spiel.

Im Gegensatz zum Ballbesitz-Fußball daheim in der Bundesliga war Lucien Favres Marschroute diesmal auf überfallartige Angriffe ausgelegt. So setzte der Schweizer auf die pfeilschnellen Außenstürmer Jadon Sancho und Christian Pulisic, der überraschend für den zuletzt starken Europameister Raphael Guerreiro ins Team rückte.

Lloris jederzeit auf dem Posten

Pulisic war es auch, der Weltmeister-Torhüter Hugo Lloris mit einem Schuss aus spitzem Winkel erstmals prüfte (15.). Der Franzose war aber ebenso souverän zur Stelle wie bei Distanzschüssen von Axel Witsel (20.) und Thomas Delaney (35.). Besonders strecken musste sich Lloris aber bei einem Kopfball von Zagadou kurz vor der Pause, als er den Ball kurz vor der Linie noch wegfischte (45.).

Tottenham, das durch die Ausfälle der Stars Dele Alli und Harry Kane nicht minder geschwächt war, hatte dagegen bis zum Seitenwechsel nur noch einen Schuss von Son zu bieten (36.). Dafür war der Südkoreaner aber kurz nach der Pause eiskalt zur Stelle. Nach einem unnötigen Ballverlust von Achraf Hakimi traf Son aus kurzer Entfernung.

BVB-Abwehr erneut wacklig

Erst am Wochenende beim 3:3 gegen 1899 Hoffenheim und beim Pokal-Aus gegen Werder hatte sich die BVB-Abwehr äußerst wacklig gezeigt. Es war ein echter Wirkungstreffer, denn fortan geriet der BVB mächtig in die Bredouille. Nach gut einer Stunde war Christian Eriksen frei durch, Zagadou klärte in höchster Not.

Beim anschließenden Eckball prüfte Toby Alderweireld den Dortmunder Schlussmann Roman Bürki (61.). Und es kam noch schlimmer: Ein Ballverlust von Götze leitete das nächste Gegentor durch Vertonghen ein. Und anschließend setzte Llorente noch einen Kopfball ins Tor, als er sich nach einer Ecke gegen Abdou Diallo durchsetzte.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Mittwoch, 13.02.2019, ab 22.50 Uhr

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. Februar 2019 um 22:30 Uhr.

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