Kevin Volland schlägt nach einer vergebenen Torchance die Hände vors Gesicht. | Bildquelle: dpa

Champions League Leverkusen patzt zum Auftakt

Stand: 18.09.2019 22:56 Uhr

Comeback missglückt: Bayer Leverkusen hat bei der Rückkehr auf die höchste europäische Bühne gegen den vermeintlich leichtesten Gruppengegner einen krachenden Fehlstart hingelegt.

Nach 917-tägiger Abstinenz unterlag die Werkself zum Auftakt der Champions League dem russischen Vizemeister Lokomotive Moskau um Rio-Weltmeister Benedikt Höwedes nach einer vor allem im ersten Durchgang schwachen Leistung mit 1:2 (1:2). Ein herber Rückschlag gleich zum Start in der Hammergruppe D.

Grzegorz Krychowiak (16. Minute) und Dmitri Barinow (37.) schossen den russischen Pokalsieger am Mittwoch (18.09.2019) nach groben individuellen Fehlern von Bayer zum ersten Champions-League-Auswärtssieg seit 6.168 Tagen. Der frühere Schalker Höwedes hatte per Eigentor für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (25.). Die Rheinländer verpassten damit die Wiedergutmachung für die 0:4-Pleite am vergangenen Samstag bei Borussia Dortmund. Das große Ziel Achtelfinale und selbst Gruppenrang drei rücken vor den Gastspielen bei den Schwergewichten Juventus Turin und Atletico Madrid bereits in weite Ferne.

Demirbays Ausfall macht sich bemerkbar

Trainer Peter Bosz hatte seine Mannschaft vor dem Duell mit dem Außenseiter in die Siegpflicht genommen und gegen den erwartet tiefstehenden Gegner in der Offensive "bessere Lösungen" als zuletzt gefordert. Doch die blieben aus. "Das war heute absolut nicht das Leverkusen, was wir normalerweise sehen. Da passieren zwar auch Fehler, aber nicht so viele wie heute", sagte Bosz auf der Pressekonferenz nach der Partie.

Der kurzfristige Ausfall von Kreativspieler Kerem Demirbay (Rückenprobleme) machte sich bei diesem Vorhaben allerdings von Beginn an bemerkbar. Leverkusen übernahm zwar von der ersten Sekunde an die Spielkontrolle, wusste aber mit über 70 Prozent Ballbesitz zunächst nicht viel anzufangen. Einzig Kai Havertz (9.) gab bei seinem zweiten Startelfeinsatz in der Champions League in der Anfangsphase einen harmlosen Warnschuss ab.

Moskau schlägt eiskalt zu

Moskau erwartete die Gastgeber im ersten Duell beider Teams mit zehn Mann in der eigenen Hälfte und schlug dann mit der ersten Offensivaktion eiskalt zu. Nach einem Einwurf der Werkself am eigenen Strafraum nutzte Krychowiak einen katastrophalen Stockfehler des neu in die Startelf gerückten Leon Bailey zur Führung.

In der Folge agierte die Werkself komplett verunsichert, daran änderte auch das unglückliche Eigentor von Höwedes nichts. Barinow und Krychowiak (beide 28.) ließen innerhalb weniger Sekunden Einladungen der Leverkusener Hintermannschaft kläglich liegen, neun Minuten später machte es Barinow besser. Champions-League-Debütant Lukas Hradecky im Bayer-Tor spielte dem zentralen Mittelfeldspieler unbedrängt den Ball in den Fuß, dieser nutzte das mit einer gekonnten Direktabnahme aus 25 Metern ins leere Tor. "Fehler sind menschlich, das passiert im Fußball. Wir haben es als Mannschaft aber nicht geschafft, das wieder gutzumachen", sagte Kapitän Lars Bender.

Bayers Dauerdruck bringt nichts ein

Bosz reagierte zur Pause auf den äußerst fehlerhaften Auftritt seines Teams und brachte Lucas Alario für den schwachen Bailey. Dies sorgte auch gleich für mehr Tempo und Gefahr im Offensivspiel. Havertz (50.) zielte per Kopf aus fünf Metern Zentimeter zu hoch, Alario (52.) scheiterte aus kurzer Distanz an Gäste-Schlussmann Guilherme.

Die Rheinländer hielten den dreimaligen russischen Meister fortan unter Dauerdruck. Die Konter von Lokomotive wurden immer seltener, das Team von Juri Sjomin konnte sich kaum noch aus der Umklammerung am eigenen Strafraum lösen. Entweder fehlte der Werkself allerdings der letzte Pass oder die Abschlüsse von Volland (60., 64.) und Havertz (72.) waren zu ungenau.

"Für uns als krasser Außenseiter in dieser Hammergruppe, war der Sieg enorm wichtig", sagt Moskaus Höwedes. Nach den drei Punkten könne er sogar über sein Eigentor wieder schmunzeln.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. September 2019 um 06:00 Uhr.

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