Suat Serdar von Schalke 04 im Spiel gegen den SC Freiburg Ende Dezember 2019. | Bildquelle: dpa

Bundesliga Mit einem West-Schlager in die Rückrunde

Stand: 16.01.2020 22:00 Uhr

Die Rückrunde der Bundesliga startet: Die Leistung von Manuel Neuer wird unter die Lupe genommen werden, genau wie Dortmunds großer neuer Mittelstürmer. Einiges deutet auf einen neuen Meister hin.

Von Marcus Bark

"Wer wird Deutscher Meister? Ha-Ha-Ha Ha-Es-Vau!" Diesen Fangesang gibt es tatsächlich. Er war auch nicht ironisch gemeint, denn der HSV war mal ein großer deutscher Fußballklub, der regelmäßig mit dem FC Bayern um den Titel konkurrierte und ihn ab und an auch gewann, zuletzt 1983.

Damals war das tasächlich noch so, dass die Münchner ihren Ligarivalen etwas abgaben. Es hielt sogar noch lange an. Die gewisse Abwechslung überdauerte die Wiedervereinigung, den Jahrtausendwechsel, die Bundeskanzlerschaft Gerhard Schröders, sogar die erste Amtszeit des US-Präsidenten Barack Obama.

Seit 2013 sind die Bayern aber gnadenlos. Borussia Dortmund durfte 2019 lange an der Schale schnuppern, letztlich landete sie aber wieder in der Vitrine an der Säbener Straße. Immerhin war es mal wieder spannend, und die große Frage vor der Rückrunde der Saison 2019/20 ist, ob es noch spannender wird. Ob noch mehr Mannschaften bis zum Schluss die Möglichkeit haben, den Titel zu gewinnen. Ob es letztlich sogar einen neuen Meister gibt.

Premiere für RB Leipzig?

Für RB Leipzig wäre es eine Premiere. Der Klub geht mit zwei Vorsprung auf Borussia Mönchengladbach in die zweite Halbserie. Die Gladbacher haben wiederum zwei Punkte mehr als der FC Bayern, Borussia Dortmund drei Punkte weniger als die Münchner.

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Das summiert sich für den BVB auf sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Machbar - sagen sie in Dortmund, während der Leipziger Trainer Julian Nagelsmann sagt, dass seine Mannschaft eigentlich noch nicht gut genug für die Meisterschaft sei. In München ist es so, dass sie glauben, nur der FC Bayern könne eine Meisterschaft des FC Bayern verhindern.

Bayern hat ein Fass aufgemacht

Vielleicht ist ein erster Schritt in diese Richtung getan. Die Verpflichtung von Alexander Nübel zur kommenden Saison dürfte nämlich schon Auswirkungen auf die aktuelle haben. Die Diskussionen in der Winterpause lassen erahnen, dass hier ein Fass aufgemacht wurde. Manuel Neuer wird jedenfalls noch genauer beobachtet werden als ohnehin schon.

Ein besonderer Blick gilt auch stets den Neuzugängen. Der Toptransfer im Winter war der des 19 Jahre alten Norwegers Erling Haaland. Er soll der Mittelstürmer sein, der den BVB nach oben köpfen und schießen soll. Mit seinen 1,94 Metern Körpergröße bringt er zumindest etwas mit, das den Dortmundern fehlte.

Exequiel Palacios ist neu bei Bayer Leverkusen. Der 21 Jahre alte Argentinier gilt ebenfalls als großes Talent. Ob er es ist, wird sich erst ab Februar zeigen. Für die ersten drei Bundesligaspiele ist er wegen einer Roten Karte in Argentinien noch gesperrt.

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Hertha BSC sorgt für Aufsehen

Für Aufsehen auf dem Transfermarkt sorgte Hertha BSC, der sich neuerdings "Big City Club" nennt. Es waren aber nur die Namen der vermeintlichen Neuzugänge, die für Aufsehen sorgten, etwa Mario Götze, Julian Draxler und Granit Xhaka. Verpflichtet wurde lediglich Santiago Ascacibar vom Zweitligisten VfB Stuttgart.

Der VfB ist einer von fünf Klubs, die seit der letzten Meisterschaft des HSV außer den Bayern die Meisterschaft gewannen. Zu ihnen gehört auch Werder Bremen. Sie waren sehr ambitioniert an der Weser, gaben die Qualifikation für den Europapokal als Saisonziel aus. Inzwischen wären sie froh, frühzeitig die Qualifikation für eine weitere Saison in der Bundesliga zu schaffen.

Werder steht auf dem 17. Tabellenplatz und beginnt die Rückrunde beim 16., Fortuna Düsseldorf. Gut, dass auch die Bundesliga-Sportschau zurück ist. Dort wird das Spiel am Samstag (18.01.20) zu sehen sein. Genau wie das von RB Leipzig gegen Union Berlin und das des BVB beim FC Augsburg. Dabei werden sich die Augen auf Haaland richten. Zumindest für einen kurzen Einsatz sollte es beim großen Neuen nach einer Knieverletzung reichen.

Quelle: sportschau.de

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