Hoffenheims Cheftrainer Julian Nagelsmann und Krem Demirbay (r.) | Bildquelle: dpa

Bundesliga Kampfansage zum Auftakt

Stand: 23.08.2018 19:18 Uhr

Die 56. Bundesliga-Spielzeit startet, und eigentlich ist alles wie immer: Es wäre schon eine Überraschung, wenn der FC Bayern nicht die siebte Meisterschaft in Serie holen sollte. Ausgerechnet der heutige Gegner aus Hoffenheim möchte da nicht mitspielen.

Es ist gerade einmal drei Wochen her, dass Julian Nagelsmann ein ungeschriebenes Gesetz missachtete. "Ich strebe immer nach dem Maximalen. Und das Maximale ist der Titel", hatte Nagelsmann gesagt, als er sich mit der TSG Hoffenheim im Trainingslager im österreichischen Windischgarsten auf die Saison vorbereitete. Es war eine Kampfansage in Richtung des Rekordmeisters, wie man sie in Deutschland lange nicht mehr vernommen hatte. Auch wenn sie vielleicht nicht ganz forsch gemeint war wie sie bei den Fußballfans angekommen ist.

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Sechs Jahre in Folge hieß der Meister Bayern München. Spannend war in der Bundesliga zuletzt meist nur noch der Abstiegskampf. Vielleicht noch das Rennen um die Europa-League-Plätze. Man muss sich das mal vorstellen: Die Kinder, die jetzt eingeschult werden, kennen gar keinen anderen Meister als die Münchner mehr.

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Kovac lobt aus der Ferne

Womöglich hat Nagelsmann nun, wo seine Hoffenheimer zum Auftakt in die neue Saison direkt in München antreten müssen, ein wenig Angst vor der eigenen Courage bekommen. Als er kürzlich noch einmal mit seiner Aussage konfrontiert wurde, da schien er jedes seiner Worte ganz genau abzuwägen. Er sagte: "Ich habe nicht gesagt, wir werden Meister, sondern wir möchten es gerne probieren."

In München hört man die Kampfansage aus Hoffenheim, so sie denn wirklich ernst gemeint war, offenbar gerne. Bayerns neuer Trainer Niko Kovac sagte, er sei fest davon überzeugt, echte Konkurrenz würde seiner Mannschaft gut tun, gerade mit Blick auf die entscheidenden Spiele. Und: "Es ist ja nicht einfach, seine Meinung so direkt zu sagen. Das bekommt man gleich um die Ohren. Aber mir gefällt das. Es zeigt, wieviel Selbstvertrauen Julian hat - und wieviel Glauben in seine Mannschaft."

Wie gut ist Hoffenheim wirklich?

Nur stellt sich die Frage, zu was diese Hoffenheimer wirklich in der Lage sind. Reicht es für den ganz großen Wurf? Die vergangene Saison schloss die TSG als Dritter ab und mit Ausnahme von Torjäger Mark Uth (Schalke 04) und des nach Ablauf seiner Leihe nun für den Gegner Bayern München auflaufenden Nationalspielers Serge Gnabry konnten alle Leistungsträger gehalten werden. Dazu wurde der Kader in allen Mannschaftsteilen sinnvoll ergänzt.

Durch Neuzugänge wie den Verteidiger Kasim Adams (Young Boys Bern), die offensiven Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt (1. FC Köln) und Vincenzo Grifo (Borussia Mönchengladbach) sowie die Stürmer Joelinton (Rapid Wien) und Ishak Belfodil (Standard Lüttich) bieten sich Nagelsmann etliche neue Optionen.

Viele Ausfälle bei der TSG

Optionen, die er besonders zum Liga-Auftakt gegen die Bayern auch dringend braucht, angesichts der langfristigen Ausfälle von Leistungsträgern wie Kerem Demirbay, Nadiem Amiri, Dennis Geiger, Lukas Rupp und Benjamin Hübner. Auch die Einsätze von Florian Grillitsch und Havard Nordtveit sind derzeit fraglich. "Wir haben den Kader etwas breiter aufgestellt und versucht, die Positionen etwas gleichwertiger doppelt zu besetzen", sagte Nagelsmann, der seine Mannschaft für den Liga-Auftakt gut gerüstet sieht.

"Es ist möglich, bei den Bayern zu verlieren. Es ist möglich, bei den Bayern zu gewinnen", sagte Nagelsmann in den Tagen vor dem Spiel kryptisch. In jedem Fall werde seine Mannschaft auch im Falle eines Sieges, der ja gleichzeitig an Zeichen an die gesamte Bundesliga wäre, "nicht mit einer Krone herumlaufen".

Quelle: sportschau.de

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