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Nationaltorwart Robert Enke ist tot. Nach Angaben der Polizeidirektion in Hannover wurde der 32-Jährige gestern Abend gegen 18.25 Uhr bei Neustadt-Eilvese nördlich von Hannover von einem Zug erfasst und tödlich verletzt. Alle Anzeichen deuten nach Angaben eines Polizeisprechers auf Suizid hin. "Ich kann bestätigen, dass es sich um Selbstmord handelte", sagte Enkes enger Freund und Berater Jörg Neblung. Enke hinterlässt seine Frau und eine acht Monate alte Tochter, die das Paar im Mai adoptiert hatte. Seine leibliche Tochter war 2006 im Alter von zwei Jahren an einem Herzfehler gestorben.
Laut Polizeiangaben hatte Enke sein Auto unverschlossen zehn Meter auf einem Feldweg neben den Gleisen entfernt abgestellt. Anschließend muss er mehrere 100 Meter an den Gleisen entlang gegangen sein, bevor er von dem aus Bremen in Richtung Hannover fahrenden Regionalzug RE 4427 erfasst wurde. Die Lokführer des Regionalexpresses berichteten, dass sie eine Person auf den Gleisen stehend gesehen und daraufhin die Notbremsung eingeleitet hätten. Der Zug, der mit einer Geschwindigkeit von etwa 160 Stundenkilometern unterwegs war, habe aber nicht mehr rechtzeitig gestoppt werden können.
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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nahm die Nachricht mit "tiefer Fassungslosigkeit" auf. Ein für heute geplantes Training der Nationalmannschaft wurde abgesagt. Auch alle zugesagten Interviewtermine fallen aus, wie DFB-Mediendirektor Harald Stenger mitteilte. Seit gestern ist die DFB-Elf in Bonn, um sich auf Testspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste vorzubereiten.
[Bildunterschrift: DFB-Präsident Zwanziger sprach Enkes Frau und Familie sein "ganzes Mitgefühl" aus. ]
DFB-Präsident Theo Zwanziger äußerte sich bestürzt: "Wir sind fassungslos und voller Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Frau von Robert Enke und seiner Familie." Manager Oliver Bierhoff zeigte sich geschockt. "Uns fehlen die Worte", sagte er. Champions-League-Sieger FC Barcelona legte vor dem Pokalspiel gegen Cultural Leonesa eine Schweigeminute ein. Enke hatte im Lauf seiner Karriere auch für Barcelona gespielt.
Bei Enkes Verein Hannover 96 herrschte nach Bekanntwerden der Nachricht ebenfalls Trauer. "Es ist unfassbar", sagte Vereinspräsident Martin Kind dem ARD-Nachtmagazin. "Wir sind tief getroffen, unser Mitgefühl gilt der Familie", erklärte der Sportdirektor von Hannover 96, Jörg Schmadtke. "Wir haben einen großartigen Sportler und Menschen verloren, der in Hannover und in Fußballdeutschland eine große Lücke hinterlässt", fügte er hinzu. Vor dem Stadion des Vereins versammelten sich Fans und stellten Kerzen auf.
[Bildunterschrift: In Hannover zündeten Fans Kerzen für Robert Enke an. ]Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff zeigte sich tief betroffen: "Deutschland verliert einen Ausnahmesportler und einen sensiblen Menschen, der für viele ein Vorbild war. Wir trauern um ihn und unser Mitgefühl ist bei seiner Frau, seiner Familie, seinen Angehörigen und vielen Freunden."
Enke, der seit 2004 bei Hannover 96 spielte, hatte wiederholt sportliche Rückschläge wegstecken müssen. Zuletzt hatte er wegen einer Erkrankung, die als Bakterien-Infektion des Darmes angegeben wurde, vier Länderspiele verpasst. Er war auch nicht für die beiden Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste aufgestellt worden.
Bundestrainer Löw hatte ihm jedoch signalisiert, dass er weiter ein Mitfavorit auf die Nummer eins im Tor der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika sei. Enke stand aber weiter mit Rene Adler, Tim Wiese und Manuel Neuer in Konkurrenz um das Tor. Sein erstes Länderspiel hatte Enke vor zwei Jahren beim 0:1 gegen Dänemark bestritten. Bei Hannover 96 hatte er in der Bundesliga zuletzt am vergangenen Sonntag beim 2:2 gegen den Hamburger SV im Tor gestanden.
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