StubHubCenter von Los Angeles | Bildquelle: dpa

Wie L.A. für 2028 plant Olympische Spiele mal ohne Verlust?

Stand: 01.08.2017 08:28 Uhr

Zum dritten Mal sollen die Olympischen Spiele nach Los Angeles kommen - die Stadt bekam für 2028 den Zuschlag. Sie glaubt, die Spiele wieder profitabel machen zu können. Und Trump spielte bei der Entscheidung offenbar auch eine Rolle.

Von Nicole Markwald, ARD-Studio Los Angeles

Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, konnte sich den sportlichen Vergleich nicht verkneifen: Ein "Marathon" sei das gewesen. Ein paar Mal sei Los Angeles abgeschrieben worden, habe aber "nie schlappgemacht". Und: "Unser Training hat sich ausgezahlt und heute haben wir die Ziellinie überquert."

Bereits am allerersten Tag seiner Amtszeit habe er einen Brief ans Olympische Komitee der USA geschrieben und den Wunsch geäußert, das Sportevent wieder an die US-Westküste zu holen.

Alte Stadien, neu verwendet

Dafür entwarf das Team LA2024 einen ehrgeizigen Plan: Bestehende Sportstätten wurden in die Olympiaplanung einbezogen. So könnte das Memorial Stadium, wo die Leichtathletik-Wettkämpfe schon 1932 und 1984 stattfanden, die Spiele auch noch ein drittes Mal beherbergen.

Der Campus der University of California in Los Angeles soll vorübergehend in das Athletendorf umgewandelt werden, berichterstattende Medien sollen auf dem Campus der privaten University of Southern California untergebracht werden. Insgesamt vier Olympische Spielorte wurden auserkoren.

Gebetsmühlenartig wiederholte das Team um Bürgermeister Garcetti, dass diese Olympischen Spiele einem anderen Modell folgen. Das Konzept sei nicht, für die Spiele zu bauen und dann darauf zu hoffen, dass die Bürger die Einrichtung dann auch nutzen. Sondern: "Wir bauen für unser Bürger und die Olympioniken dürfen auch mal rein."

Eric garcetti | Bildquelle: dpa
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Versprüht den gängigen Optimismus: Eric Garcetti

Endlich mal wieder profitabel?

Los Angeles hat sehr gute Erfahrungen mit dem Ausrichten der Spiele gemacht. Für die Ausrichtung 1984 wurden nur die Radrennbahn und das Schwimmstadion neu gebaut, weitgehend finanziert von Sponsoren. Die Spiele gelten mit einem Überschuss von 230 Millionen Dollar als die finanziell erfolgreichsten der Olympiageschichte.

Und ähnlich will die Stadt erneut vorgehen. Nach aktuellen Berechnungen soll die Ausrichtung der Spiele umgerechnet 4,48 Milliarden Euro kosten - Ausgaben, die durch Ticketverkäufe und Sponsorenverträge gedeckt werden sollen.

Nun einigten sich Paris und Los Angeles mit dem Internationalen Olympischen Komitee auf die Reihenfolge der Sommerspiele 2024 und 2028. Zu der Entscheidung, Paris den Vortritt zu lassen, sagte Garcetti, Paris sei eine großartige Stadt, die "in letzter Zeit viel durchgemacht" habe. Jetzt sei es an der Zeit, zu zeigen, "was Frankreich ausmacht und auch europäischen Geist zu versprühen".

Wartezeit wird versüßt

Die Wartezeit wird Los Angeles ordentlich versüßt. Die Stadt erhält kurz- und langfristig umgerechnet 1,5 Milliarden Euro, heißt es in einer Mitteilung des Internationalen Olympischen Komitees. Dieses Geld soll für die Förderung von Jugendsport verwendet werden.

Außerdem bekommt die Stadt etwas mehr Zeit bei ihren großen Infrastrukturprojekten, von denen die Spiele profitieren werden: Der Flughafen wird ausgebaut, außerdem entstehen mehrere neue Stadtbahnlinien.

Entwurf für die olympischen Stätten in Los Angeles | Bildquelle: AFP
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Im Modell steht schon alles: Entwurf für die olympischen Stätten in Los Angeles

Definitiv ohne Trump

Und noch ein Grund könnte die Stadtobereren veranlasst haben, sich mit 2028 anzufreunden. Wenn der amtierende US-Präsident 2020 eine mögliche zweite Amtszeit antritt, wäre er im Sommer 2024 noch im Amt, 2028 definitiv nicht mehr.

Nun muss Los Angeles offiziell die Kandidatur für 2028 erklären, diese muss auch vom Stadtrat grünes Licht bekommen. Dann entscheidet die Vollversammlung der IOC-Mitglieder am 13. September in der peruanischen Hauptstadt Lima über die Kandidatur. Ein Beschluss gilt als Formsache.

Olympische Spiele mal ohne Verlust?
Nicole Markwald, ARD Los Angeles
01.08.2017 10:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. August 2017 um 09:00 Uhr.

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