Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

18.03.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 05:30 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 04:10 Uhr
Inhalt
Sport
WM 2006: In Togo hofft man auf Wunder
Togos Hoffnung bei der WM 2006

"Die Sperber werden ein Wunder vollbringen"

Als erstes WM-Team ist heute die Nationalmannschaft aus Togo in Deutschland eingetroffen. Für das Land ist es das erste Mal, dass es sich überhaupt für eine WM qualifizierte. Ob das nur Glück oder gar Hexerei war, daran scheiden sich die Geister. Mancher Fan hofft auf ein Wunder.

Von Jan Tussing, ARD-Hörfunkstudio Rabat

Tänzerin bei einer Voodoo-Zeremonie für die Nationalmannschaft Togos (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Tänzerin bei einer Voodoo-Zeremonie für die Nationalmannschaft Togos in Lomé ]
Die Mannschaft von Togo heißt „les Eperviers“. Das ist französisch und bedeutet Sperber. Leider haben die Sperber bei den afrikanischen Meisterschaften keine gute Leistung gebracht. Im Gegenteil: Sie flogen bereits zu Beginn des Turniers aus dem Rennen, und aus Verzweiflung feuerte der Verbandspräsident den Trainer. Seit wenigen Wochen haben die Sperber einen deutschen Trainer: Otto Pfister. Er soll die Schwächen der Mannschaft ausbügeln und dem kleinen westafrikanischen Land zu einem Wunder verhelfen. „Ich glaube fest daran, dass die Sperber ein Wunder vollbringen werden“, sagt Fußballfan Kassim.

Wie alle westafrikanischen Teilnehmer hat natürlich auch Togo eine Mannschaftshymne. Und seitdem klar ist, dass Togo zur WM nach Deutschland fährt, wird gefeiert: Pogo in Togo. "So was gab's noch nie", freut sich Fan Kassim. "Vor drei Jahren hat niemand geglaubt, dass wir uns qualifizieren." Früher sei er kein Fan gewesen. Aber seit einiger Zeit glaubt er: Wir werden gewinnen.

Schon fünf Mal bei der Afrika-Fußballmeisterschaft

Die togolesische Fußball-Nationalmannschaft vor dem Afrika-Cup (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die togolesische Nationalmannschaft vor dem ersten Gruppenspiel beim Afrika-Cup]
Der deutsche Trainer von Togo, Otto Pfister, beim FIFA-Workshop in Düsseldorf (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der deutsche Trainer von Togo, Otto Pfister, beim FIFA-Workshop in Düsseldorf]
 
Alle Togoer sind Fans. Es gibt in dem Land niemanden, der sich nicht für Fußball interessiert. Fußball ist Nationalsport, und gekickt wird schon seit Jahrzehnten. „Diejenigen, die mit Fußball nichts zu tun haben, werden denken, das ist ein Traum“, sagt Kassim. Aber für ihn sei das kein Traum, nicht, wenn man den afrikanischen Fußball genauer betrachte.

„In den fünfziger Jahren musste das große Nigeria etliche Tore kassieren von dem klitzekleinen Togo. Togo hat eine Tradition und ist bereits zum fünften Mal bei den afrikanischen Fußballmeisterschaften. Die Qualifikation ist doch kein Zufall!“ Es wird also Zeit, dass sich die WM-Fans schon mal mit dem kleinen Togo vertraut machen und die Beats des Sperbersongs mitsummen.

Das "Dorf hinter der Lagune"

Togo heißt übrigens: das Dorf hinter der Lagune. So ist zumindest die Übersetzung in der Landessprache Ewe. Das hinter der Lagune liegende Dorf wurde 1894 deutsche Kolonie. Der deutsche Gustav Nachtigall schloss mit dem Oberhaupt des Dorfes Togo einen Schutzvertrag, der das Land dem deutschen Reich unterstellte. Heute ist die Amtssprache Togos französisch, denn mit dem Ende des ersten Weltkriegs wurde die deutsche Lagunenstadt Togo dem Völkerbund unterstellt. 1945 kam Togo unter französische Herrschaft, 1960 wurde er unabhängig. Und auch wenn es klein ist: Die Togoer sind ein stolzes, selbstbewusstes Volk.„Wenn wir aus dem nichts angefangen haben, um heute bei der WM zu sein, dann werden wir doch jetzt nicht aufhören“, so der stolze Togoer weiter. Kassim ist überzeugt: „Wir werden weiterkommen!“

Wie konnte das nur gelingen?

 Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Verrückt nach Fußball: Kinder in Afrika ]
40 einheimische Sprachen werden in Togo gesprochen. Dabei ist das Land gerade mal so groß wie Schleswig-Holstein. Einige Fußballexperten fragen sich daher, wie es Togo nur gelingen konnte, sich für die WM zu qualifizieren. Zum ersten Mal in der Geschichte! Die Antwort liegt auf der Hand: Entweder seien die Fußballer der gegnerischen Mannschaft verhext gewesen, oder aber es war einfach nur Glück. Schließlich fangen die Kinder schon in frühem Alter an, am Strand Fußball zu spielen. Jeder träumt davon, eines Tages als Fußballer Karriere im Ausland zu machen.

Nicht alle Togoer sind so zuversichtlich wie Fan Kassim. Sein Kumpel zum Beispiel hat nicht damit gerechnet, dass Togo sich qualifizieren werde. Aber jetzt hofft auch er, „dass wir uns wenigstens gut schlagen. Ich freu mich wenn ihnen das gelingt, aber ich befürchte, dass es auch schief gehen kann, denn beim Fußball sind Sekundenbruchteile entscheidend.“

Überraschungen kann es bei der WM immer geben. Schon das unbekannte Kamerun hat 1990 das französische Team geschlagen und auf sich aufmerksam gemacht. Vielleicht gibt es ja mit Togo dieses Mal auch wieder ein kleines Wunder?

Stand: 15.05.2006 16:06 Uhr

Weitere Inhalte

Nachrichten-Weltatlas

Weltatlas

WeltatlasTogo

Landkarte, weitere Nachrichten aus der Region und viele Hintergrundinformationen.
[Flash|HTML]

 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW