Armstrongs zweites TV-Interview: "Ich schäme mich"

Armstrongs zweites TV-Interview

"Ich schäme mich"

Lance Armstrong und Oprah Winfrey während des TV-Interviews. (Bildquelle: Reuters)
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Lance Armstrong und Oprah Winfrey während des TV-Interviews.

Der frühere Radprofi Lance Armstrong hat im zweiten Teil seines Interviews mit US-Moderatorin Oprah Winfrey über seinen Rückzug aus der von ihm gegründeten Krebsstiftung gesprochen. Der Schritt, vom Vorsitz der Stiftung zurückzutreten, sei der "erniedrigendste Moment" seiner Karriere gewesen.

Armstrong hatte "Livestrong" 1997 in seiner Heimatstadt Austin im US-Bundesstaat Texas gegründet, nachdem er eine Krebserkrankung überstand. Die Stiftung sei wie sein sechstes Kind gewesen, sagte Armstrong. "Die Entscheidung, mich zurückzuziehen, war das Beste für die Stiftung, aber es tat weh wie die Hölle."

Armstrong will seine Kinder nicht länger leiden lassen

Ob er sich entehrt fühle, fragte ihn Talkmasterin Oprah Winfrey. "Natürlich", antworte Armstrong. "Ich fühle mich gedemütigt. Ich schäme mich." Zu dem Gespräch mit Winfrey habe er sich entschieden, damit seine fünf Kinder nicht länger unter der Sache leiden müssten. Er habe beobachtet, wie ihn sein 13-jähriger Sohn Luke, der das älteste von Armstrongs fünf Kindern ist, vor Anschuldigungen in Schutz nahm. Daraufhin habe er zu Luke gesagt: "Verteidigte mich nicht länger. Tue es nicht'", erklärte Armstrong den Tränen nahe.

Doping bei allen Tour-de-France-Siegen

Im ersten Teil des mit Spannung erwarteten TV-Interviews hatte Armstrong gestern nach über 13-jährigem Leugnen jahrelanges Doping gestanden. Er gab zu, bei all seinen sieben Tour-de-France-Erfolgen zwischen 1999 und 2005 leistungssteigernde Substanzen genommen zu haben, darunter EPO, Eigenblut, Kortison und Wachstumshormone.

Vor der am Montag aufgezeichneten Sendung hatte der Ex-Radprofi, dem seine sieben Tour-de-France-Titel wegen der Dopingvorwürfe bereits aberkannt worden waren, eine emotionale Entschuldigung an die Mitarbeiter der von ihm gegründeten Krebsstiftung gerichtet. Wegen seiner Doping-Vergangenheit muss Armstrong zudem seine Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney zurückgeben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Januar 2013 um 15:00 Uhr.

Stand: 19.01.2013 06:00 Uhr

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