Marco Reus jubelt nach seinem Siegtreffer | Bildquelle: REUTERS

3:2-Sieg in Berlin Reus lässt den BVB spät jubeln

Stand: 17.03.2019 08:15 Uhr

Fünf Tore, ein Elfmeter und zwei Platzverweise: Der BVB entscheidet ein turbulentes Topspiel in Berlin in der Schlussphase für sich und grüßt vorerst von der Tabellenspitze.

Von Michael Buchartz

In einem temporeichen Spiel hat die Hertha trotz eines Doppelpacks von Salomon Kalou (4./35.) gegen Borussia Dortmund ein 2:3 (2:1) hinnehmen müssen. Die Gäste kamen durch Thomas Delaney (14.) und Dan-Axel Zagadou (47.) jeweils zum Ausgleich, bevor Marco Reus in der Nachspielzeit die drei Punkte für den BVB eintütete (90.+2.). Dazu verloren die Gastgeber Jordan Torunarigha (85.) und Vedad Ibisevic (90.+4.) nach Platzverweisen.

Hohes Tempo bei beiden Teams

Die Partie begann eines Topspiels würdig: Hertha nutzte durch Kalou einen Patzer von Roman Bürki im BVB-Tor zur Führung. Der Angreifer staubte nach einem abgeklatschten Schuss ab. Doch der BVB schüttelte sich kurz und antwortete nach einer Viertelstunde, als Delaneys Schuss unglücklich abgefälscht wurde und in den Berliner Kasten trudelte. Die Partie bot weiterhin viel Tempo. Bei der besten Chance parierte Hertha-Keeper Rune Jarstein stark gegen Jacob Bruun Larsen (22.).

Auf der Gegenseite schoss Ondrej Duda Julian Weigl an, der die Hand vor das Gesicht hob. Folgerichtig entschied Schiedsrichter Tobias Welz auf Strafstoß. Kalou verwandelte sicher. Im Anschluss rettete Jarstein die Herthaner Pausenführung (42.). "Die erste Halbzeit war schwer, wir haben das Spiel nicht beherrscht", war BVB-Trainer Lucien Favre nicht zufrieden.

Reus sorgt für die Entscheidung

Seine Pausenansprache schien gewirkt zu haben: Zagadou köpfte zwei Minuten nach Wiederbeginn eine Ecke von Jadon Sancho ein. Beide Teams legten im Anschluss ein irres Tempo vor und hatten Chancen, wenngleich der BVB mit zunehmender Spieldauer deutlich mehr Gelegenheiten herausspielte. Sancho (54./60.) und Christian Pulisic (70./75.) vergaben die besten Gelegenheiten. Hertha wurde durch einen Pfostenschuss von Marco Grujic (58.) gefährlich. Zudem bekamen die Berliner bei einer umstrittenen Situation eine Minute später keinen Straftstoß zugesprochen.

Es folgte eine Schlussphase, die es in sich hatte: Erst vergab der eingewechselte Achraf Hakimi frei vor dem Berliner Tor (80.), dann musste Torunarigha nach wiederholtem Foulspiel vom Platz (85.). Zwei Minuten vor Schluss war bei einem Schuss von Delaney die Latte im Weg (88.). Doch Reus ließ nach feinem Zuspiel von Sancho die Borussen noch jubeln. Bei Hertha schien sich dagegen viel Frust breit zu machen. Ibisevic ließ diesem dann freien Lauf, als er in der Nachspielzeit BVB-Keeper Bürki den Ball an den Kopf warf. Schiedsrichter Welz schickte nach Überprüfung durch den Videobeweis den zweiten Herthaner vorzeitig runter.

BVB legt im Zweikampf vor

Die Borussia hat damit im Zweikampf um die Meisterschaft vorgelegt und den FC Bayern unter Druck gesetzt. Nach der Länderspielpause empfängt der BVB am Samstag (30.03.2019) den starken VfL Wolfsburg, bevor in drei Wochen das vielleicht entscheidende direkte Duell mit dem Rekordmeister in München ansteht. Hertha BSC reist beim nächsten Abendspiel der Bundesliga nach Leipzig, in der darauffolgenden Woche gastiert Aufsteiger Fortuna Düsseldorf in der Hauptstadt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. März 2019 um 21:00 Uhr.

Darstellung: