Deutschlands Julius Kühn (l) erzielt ein Tor gegen Lettlands Dainis Kristopans | Bildquelle: dpa

Handball-EM Deutschland zittert sich in die Hauptrunde

Stand: 14.01.2020 08:11 Uhr

Die deutschen Handballer haben ihr letztes Vorrundenspiel gegen den EM-Debütanten Lettland nur knapp für sich entschieden. Das Ticket für die Hauptrunde hat die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop dennoch sicher.

Hauptrunde erreicht, aber kaum Hoffnungen auf das Halbfinale geweckt: Deutschlands Handballer haben mit einem glanzlosen 28:27 (16:11)-Zittersieg im Gruppenfinale gegen Lettland das drohende Vorrunden-Aus bei der Europameisterschaft nur mit Mühe abgewendet. Nur der gut aufgelegte Julius Kühn wusste am Montag (13.01.2020) vor 3.540 Zuschauern in Trondheim mit acht Toren zu überzeugen.

"Wir brauchten diese zwei Punkte heute gegen Lettland, um in die Hauptrunde einzuziehen", sagte Kühn. "Aber wir haben uns das natürlich alle anders vorgestellt."

Jetzt gegen Weißrussland

Nach der 26:33-Pleite gegen Titelverteidiger Spanien geht das Team von Bundestrainer Christian Prokop dennoch mit 0:2 Punkten in die Hauptrunde, wo es zum Auftakt am Donnerstag in Wien zum Duell mit Weißrussland kommt. Zwei Tage später steht gegen Kroatien das nächste Schlüsselspiel im Kampf um den Einzug ins Halbfinale an. Die anderen beiden Hauptrundengegner werden erst am Dienstag ermittelt.

Bitter zunächst im Tor

Erstmals im Turnierverlauf begann Deutschland im Tor mit Johannes Bitter. Der 37-jährige Oldie im DHB-Team, der schon 2007 beim WM-Triumph dabei war, war zunächst aber kein Faktor. Die Letten, die zuvor jeweils deutlich gegen Spanien und die Niederlande verloren hatten, hielten in der Anfangsphase gut mit und lagen nach zwölf Minuten sogar mit 6:5 in Führung.

Kühn treffsicher

Die deutsche Mannschaft ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Bitter parierte beim Stand von 6:6 einen Siebenmeter, was ihm und der Mannschaft etwas mehr Sicherheit gab. Beim 9:6 (18. Minute) hatte sich die Prokop-Truppe erstmals etwas abgesetzt, sechs Minuten vor der Pause war der Vorsprung beim 13:8 auf fünf Treffer angewachsen. Vor allem Kühn traf aus der zweiten Reihe wie er wollte und unterstrich seinen Wert für die Mannschaft.

Plötzlich ein Bruch im deutschen Spiel

So ging es zunächst weiter. Beim 24:17 (43.) schien die Partie bereits entschieden, doch dann leistete sich der WM-Vierte wie schon in den Spielen zuvor etliche leichte Fehler im Angriff. Zudem stand die Deckung nicht mehr stabil, was die Letten zehn Minuten vor Schluss beim 25:22 auf drei Tore herankommen ließ.

Prokop reagierte mit einer Auszeit und schwor seine Schützlinge noch einmal für den Schlussspurt ein. Zudem rückte Andreas Wolff für Bitter, der in dieser Phase kaum noch einen Ball zu fassen bekam, zwischen die Pfosten.

Zum Schluss wurde es brenzlig

Sechs Minuten vor Ultimo wurde es in doppelter Unterzahl richtig brenzlig. Der Außenseiter nutzte seine numerische Überlegenheit und verkürzte auf zwei Tore. 40 Sekunden vor Schluss drohte das völlig aus dem Tritt geratene DHB-Team das Spiel beim 28:27 sogar aus der Hand zu geben. "Wir müssen jetzt in die Tiefe gehen und vor allem Zeit von der Uhr nehmen. Bleibt handlungsorientiert," hatte Prokop in der Auszeit zuvor nüchtern festgestellt. Und die Prokop-Truppe brachte den knappen Vorsprung dann auch ins Ziel.

Prokop: "Ein herausforderndes Spiel"

"Wir wussten, dass es psychologisch ein sehr herausforderndes Spiel wird", sagte Prokop. "Da kann man nicht viel gewinnen. Aber wir haben es geschafft, dass wir unser Hauptziel erreichen und in die Hauptrunde kommen."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Januar 2020 um 20:00 Uhr.

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