Reinhard Grindel | Bildquelle: picture alliance / dpa

Landesverbände einig Grindel soll neuer DFB-Präsident werden

Stand: 17.11.2015 17:17 Uhr

Noch ist er nicht gewählt, hat aber beste Chancen: Reinhard Grindel soll nach dem Willen der DFB-Landesverbände neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes werden. Bisher ist der 54-jährige CDU-Politiker Schatzmeister des DFB.

DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel soll neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes werden. Die Spitzen der Landesverbände einigten sich in Hannover einstimmig auf den niedersächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten als ihren Nachfolgekandidaten für den zurückgetretenen Wolfgang Niersbach.

"Ich unterstütze die Kandidatur von Reinhard Grindel persönlich", sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch. "Wir sind sehr sicher, dass er der richtige Mann ist, der die großen Herausforderungen des DFB lösen kann."

"Mein Ziel ist, dass Amateure und Profis unter dem gemeinsamen Dach des DFB gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten", sagte Grindel in einer Stellungnahme des DFB. Er gab bekannt, dass er im Falle seiner Wahl seinen Sitz im Sportausschuss des Deutschen Bundestages niederlegen werde.

Beste Chancen auf Wahl zum neuen Präsidenten

Mit ihrem Kandidaten gehen die Landeschefs nun in die DFB-Präsidiumssitzung. Der 54 Jahre alte Grindel hat damit beste Chancen, auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag, der laut Koch "baldmöglichst" stattfinden soll, auch gewählt zu werden. Die Landesverbände verfügen im DFB über eine Stimmenmehrheit.

Das frühe einstimmige Votum der Amateure im DFB dürfte zur Verstimmung bei den Profis führen. Vor dem Treffen der 21 Landesverbandschefs hatte Kochs Partner an der aktuellen DFB-Interimsdoppelspitze, Reinhard Rauball, die Landesverbände zur Zurückhaltung ermahnt. "Es ist das Recht der Landes- und Regionalverbände, Vorschläge zu machen. Die weitere Marschroute, was die Strategie, die Inhalte, die Termine und auch die Personen betrifft, sollte aber erst in der Präsidiumssitzung des DFB am kommenden Freitag besprochen, beschlossen und dann veröffentlicht werden", sagte Rauball der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Niersbach-Rückzug nach WM-Affäre

Niersbach war wegen des Skandals um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland zurückgetreten. Er stand wegen dubioser Geldflüsse unter Druck. Dabei geht es um 6,7 Millionen Euro, die das deutsche WM-Organisationskomitee 2005 über den Umweg des Fußball-Weltverbands (FIFA) an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus überwiesen, aber bewusst falsch deklariert hatte.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt im Zuge der dubiosen Zahlung des DFB an die FIFA wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall. Die Ermittlungen richten sich gegen Niersbach und dessen Vorgänger Theo Zwanziger.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. November 2015 um 15:00 Uhr.

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