Trainer José Mourinho beim Spiel Manchester United gegen Southhampton. | Bildquelle: REUTERS

Manchester United feuert Mourinho "The Special One" muss gehen

Stand: 18.12.2018 10:55 Uhr

Die Pleite gegen den Erzrivalen aus Liverpool war wohl zu viel: Manchester United hat seinen Teammanager Jose Mourinho entlassen.

Schöne Bescherung für Jose Mourinho: Der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United hat dem längst entzauberten "special one" sechs Tage vor Heiligabend den Laufpass gegeben.

Die Trennung war den "Red Devils" gerade mal 65 Worte und sieben Zeilen wert. "Manchester United gibt bekannt, dass Manager Jose Mourinho den Klub mit sofortiger Wirkung verlassen hat", hieß es auf der Internetseite des Klubs. Das 1:3 bei Jürgen Klopps FC Liverpool hat dem streitbaren Portugiesen den Job gekostet.

Zidane oder Pochettino?

Als Wunschkandidat auf die Nachfolge galt zuletzt Zinedine Zidane, der seit seinem dritten Champions-League-Sieg mit Real Madrid Ende Mai arbeitslos ist. Weil United allerdings bekannt gab, bis Saisonende eine Interimslösung installieren zu wollen, fällt auf der Insel nun ein anderer Name: Mauricio Pochettino (46), der argentinische Coach von Tottenham Hotspur.

Carrick übernimmt wohl

Zunächst soll laut Medienberichten Michael Carrick (37) übernehmen. Der frühere englische Nationalspieler hatte seine Karriere im März nach zwölf Jahren bei Manchester United beendet. Mit Mourinho (55) ist nach David Moyes und Louis van Gaal auch der dritte Nachfolger am viel zu schweren Erbe von Teammanager-Ikone Sir Alex Ferguson gescheitert. Manchester bedankte sich bei ihm für zweieinhalb Jahre im Old Trafford, das unter Mourinho nie das Theater grenzenloser Träume war - zu bieder ließ er Fußball spielen.

Im ersten Jahr 2016/17 reichte es noch für die Siege im Ligapokal und der Europa League, die vergangene Saison beendete United ohne Titel. Der Rückstand des Tabellenzweiten auf Meister Manchester City: Stolze 19 Zähler. Genau so viele Punkte liegt United jetzt hinter Klopps Liverpool zurück. Die Bilanz ist mit 26 Punkten so schlecht wie seit 1990/91 nicht, der Rückstand auf die Top Vier beträgt elf Zähler.

Schlechtes Verhältnis zu Superstar Pogba

Da half Mourinho auch sein Vertrag bis 2019 mit Option auf eine weitere Saison nicht, zumal das Verhältnis zur Mannschaft als angespannt galt. Mit Weltmeister Paul Pogba, der in Liverpool 90 Minuten auf der Bank schmorte, lag Mourinho gar in offenem Streit. Den Rest kritisierte er am Sonntag als physisch zu schwach und viel zu oft verletzt. Sir Alex saß an der Anfield Road kopfschüttelnd auf der Tribüne, sein ehemaliger Spieler Gary Neville sagte: "Wird Mourinho gehen? Ich denke, es wird passieren."

Hohn und Spott

Mourinho gab sich selten kleinlaut. "Können wir den Titel holen? Natürlich nicht!", sagte er, "aber wir können immer noch Vierter werden." Platz sechs, den United derzeit hält, werde es "sicher". Doch damit hinkt er meilenweit hinter den Ansprüchen des Rekordmeisters her. Die Liverpool-Fans verspotteten ihn genüsslich: "Bitte werft Mourinho nicht raus!", sangen sie - die Höchststrafe.

Dass United in einem Hotel abgestiegen war, das nach der "Titanic" benannt ist, passte perfekt ins traurige Gesamtbild. Bei seiner bis dahin letzten Entlassung hatte es Mourinho übrigens ebenfalls in der Vorweihnachtszeit getroffen: Am 17. Dezember 2015 musste er beim FC Chelsea als amtierender Meister gehen - ebenfalls nach einer Pleite gegen den Spitzenreiter, damals Leicester City.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Dezember 2018 um 11:00 Uhr.

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