Fritz Keller | Bildquelle: REUTERS

DFB-Präsidentschaft Keller überzeugt Profis und Amateure

Stand: 21.08.2019 15:17 Uhr

Der Weg von Fritz Keller zum 13. Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist frei. Die Landesverbände haben am Mittwoch (21.08.2019) bei ihrem Treffen in Berlin mit 37 von 38 Stimmen für Keller votiert und damit grünes Licht für den 62 Jahre alten Klubchef des Bundesligisten SC Freiburg gegeben.

Die Profiklubs stimmten dem Kandidaten sogar einstimmig zu. Damit wird Keller, der am vergangenen Donnerstag überraschend durch die DFB-Findungskommission nominiert wurde, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beim Bundestag am 27. September in Frankfurt/Main zum Nachfolger des zurückgetretenen Reinhard Grindel gewählt werden. Sein Amt als Freiburger Klubchef wird der Hotelier und Winzer Keller niederlegen.

DFB-Präsidentschaft - Der Tag des Fritz Keller
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"Den DFB für die Zukunft aufstellen"

"Ich habe in den bisherigen Gesprächen nicht nur Wertschätzung gespürt, sondern auch den gemeinsamen Willen, etwas zu verändern und den DFB für die Zukunft aufzustellen. Das klare Votum empfinde ich als wichtige und notwendige Basis, denn die anstehenden Herausforderungen können wir nur gemeinsam erfolgreich angehen", sagte Keller.

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Der DFB wird neben einem neuen Präsidenten auch eine neue Struktur erhalten. Aufgrund der Reformen hat der künftige Chef des größten Einzelsportverbandes der Welt (7,1 Millionen Mitglieder) weniger Macht als seine Vorgänger.

Vizepräsident Rainer Koch soll DFB bei FIFA und UEFA vertreten

"Mit Fritz Keller haben wir den idealen Kandidaten gefunden und freuen uns sehr, dass er mit unser aller Unterstützung die Aufgabe annehmen will", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Der DFB-Vize soll den Deutschen Fußball-Bund künftig in den Gremien des Weltverbandes FIFA und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vertreten.

DFL-Präsidium komplett

Zudem haben sich bei der Wahl zum Präsidium der Deutschen Fußball Liga überwiegend Kandidaten der kleineren Profiklubs durchgesetzt. Hinter Christian Seifert als "Sprecher des Präsidiums" und dem 1. Stellvertreter Peter Peters von Schalke 04 gehören auch DFL-Direktor Ansgar Schwenken und Oliver Leki vom SC Freiburg als 2. Stellvertreter für die kommenden drei Jahre dem DFL-Führungsgremium an. Den Posten als 3. Stellvertreter, der den Zweitligisten vorbehalten ist, übernimmt Steffen Schneekloth von Holstein Kiel.

Fritz Keller und die anspruchsvollen Erwartungen
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Als weitere Vertreter aus der Bundesliga komplettieren Jan-Christian Dreesen (FC Bayern München) und Alexander Wehrle (1. FC Köln) sowie aus der 2. Liga Rüdiger Fritsch (SV Darmstadt 98) und Oke Göttlich (FC St. Pauli) das Präsidium.

Das Gremium unter Führung von Seifert bestimmt maßgeblich über die Geschäfte der Interessenvertretung der 36 Profi-Klubs. Unter anderem wird auch über den Verteilungsschlüssel der TV-Gelder entschieden. Dort könnte es durch das Wahlergebnis künftig zu einer Verschiebung zugunsten der kleineren Klubs kommen. In seiner Rede vor der Wahl hatte Seifert die Delegierten vor Machtkämpfen zwischen Erst- und Zweitligisten gewarnt.

Rauball zum Ehrenpräsidenten der DFLernannt

Reinhard Rauball wurde von den Delegierten zum Ehrenpräsidenten der Deutschen Fußball Liga ernannt. Der 72-Jährige war zuvor aus dem Amt des Ligapräsidenten nach zwölf Jahren ausgeschieden. Die Vereinsvertreter bedachten den Präsidenten von Borussia Dortmund mit mehreren Minuten dauernden Standing Ovations. Der ebenfalls aus dem Amt scheidende stellvertretende Vorsitzende Helmut Hack vom Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth wurde zum Ehrenangehörigen der DFL ernannt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 21. August 2019 um 17:27 Uhr.

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