Franz Beckenbauer | Bildquelle: dpa

Korruptionsaffäre beim Weltfußballverband FIFA verhängt Geldstrafe gegen Beckenbauer

Stand: 17.02.2016 16:08 Uhr

Franz Beckenbauer muss 7000 Schweizer Franken an die FIFA zahlen. Mit dieser Geldbuße bestrafte die Ethikkommission des Weltfußballverbandes seine mangelnde Kooperation bei der Untersuchung von Korruptionsvorwürfen rund um die WM-Vergaben 2018 und 2022.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat Strafmaßnahmen gegen Franz Beckenbauer verhängt. Wegen fehlender Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Korruptionsvorwürfe um die WM-Vergaben 2018 und 2022 verwarnte ihn die Ethikkommission des Verbandes und verurteilte ihn zudem zur Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 7000 Schweizer Franken - umgerechnet etwa 6350 Euro. Die Maßnahmen gegen Beckenbauer treten der FIFA zufolge unmittelbar in Kraft.

Das frühere Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees habe "trotz wiederholter entsprechender Aufforderungen" nicht an einer Untersuchung der Ethikkommission zu den Vorwürfen rund um die umstrittenen Vergaben der WM 2018 an Russland und 2022 an Katar mitgewirkt, hieß es in einer Stellungnahme der FIFA. Dies gelte sowohl für eine persönliche Befragung als auch für die Beantwortung schriftlicher Fragen. Beckenbauer habe "gegen die allgemeinen Verhaltenspflichten, die für Fußballfunktionäre bei Untersuchungen gelten", verstoßen.

Geldstrafe für Beckenbauer: Philipp Sohmer, SWR, mit Einzelheiten
tagesschau24 16:15 Uhr, 17.02.2016

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WM-Vergabe 2006 nicht Teil des Verfahrens

Schriftzug der FIFA | Bildquelle: AFP
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Die Ethikkommission der FIFA wirft Beckenbauer mangelnde Zusammenarbeit vor.

Die Ethikkommission wies darauf hin, dass es in dem betreffenden Verfahren die Vergabe der WM 2006 an Deutschland nicht untersucht worden sei.

Im Juni 2014 war Beckenbauer von der FIFA bereits für 90 Tage gesperrt worden und reiste deshalb auch nicht zur WM nach Brasilien. Beckenbauer war im Jahr 2010, als die WM 2018 nach Katar und die WM 2022 nach Russland vergeben wurden, Mitglied des Exekutivkomitees der FIFA.

Erklärung der FIFA-Ethikkommission im Wortlaut

Im vorliegenden Fall unterließ es Franz Beckenbauer trotz wiederholter entsprechender Aufforderungen, an einer Untersuchung der Ethikkommission mitzuwirken, die vom damaligen Vorsitzenden der Untersuchungskammer der Ethikkommission zu den Weltmeisterschaften 2018/2022 geführt wurde.
Dabei wurde er u. a. aufgefordert, in einer persönlichen Befragung Auskunft zu geben und schriftliche Fragen zu beantworten, die sowohl englisch als auch deutsch vorlagen. Franz Beckenbauer verstieß damit gegen die allgemeinen Verhaltenspflichten, die für Fußballfunktionäre bei Untersuchungen gelten, und folglich gegen Art. 13 des FIFA-Ethikreglements. Von der rechtsprechenden Kammer wurde Franz Beckenbauer zudem des Verstoßes gegen Art. 18 (Anzeige- sowie Mitwirkungs- und Rechenschaftspflicht) und Art. 42 (Allgemeine Mitwirkungspflicht) des FIFA-Ethikreglements für schuldig befunden. Im vorliegenden Fall wurden keine Punkte hinsichtlich der Vergabe der WM 2006 an Deutschland untersucht.

Da sich Franz Beckenbauer später bereit erklärte, zu kooperieren, wurden gegen ihn eine Ermahnung und eine Geldstrafe von CHF 7000 ausgesprochen. Zuvor war er im Rahmen des vorliegenden Falls vorübergehend vorsorglich gesperrt worden. Die Sanktion tritt mit deren Mitteilung am 17. Februar 2016 in Kraft.

FIFA kämpft mit größtem Skandal ihrer Geschichte

Der Fußball-Weltverband erlebt derzeit den größten Skandal seiner Geschichte. Die USA haben Anklage gegen mehrere FIFA-Funktionäre erhoben. Ihnen wird organisierte Kriminalität, Geldwäsche und Betrug im Zuge millionenschwerer systematischer Bestechungen zur Last gelegt. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte Ungereimtheiten rund um eine Millionen-Zahlung an die FIFA eingeräumt. Beckenbauer hatte Bestechungsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-WM 2006 an Deutschland vehement zurückgewiesen.

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