Eine russische Flagge und eine mit den olympischen Ringen. | Bildquelle: dpa

CAS-Entscheidung Viele Olympia-Sperren für Russen aufgehoben

Stand: 01.02.2018 09:42 Uhr

Lange hat sich das höchste Sportsschiedsgericht mit den lebenslangen Sperren für russische Wintersportler beschäftigt und sie nun in 28 Fällen aufgehoben. In Pyeongchang dürfen die Sportler wohl aber dennoch nicht starten.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die lebenslangen Sperren gegen 28 russische Wintersportler aufgehoben. Elf weitere Sportler bleiben von den Olympischen Spielen in Pyeongchang ausgeschlossen, ihre lebenslangen Sperren sind laut CAS aber ebenfalls ungültig. Der CAS betonte, dass die Athleten nicht für "unschuldig" erklärt worden seien, sondern dass die Beweislage seines Erachtens nicht ausreichend sei.

Langlauf-Olympiasieger Alexander Legkow, Skeleton-Olympiasieger Alexander Tretjakow und Rodler Albert Demtschenko gehören zu den Athleten, deren Sperren der CAS nun aufhob. Der deutsche Rodler Andi Langenhan bleibt daher Vierter der Spiele von Sotschi und erhält nicht nachträglich Bronze. Bob-Olympiasieger Alexander Subkow zählt hingegen zu den Athleten, die für Pyeongchang gesperrt bleiben.

IOC-Sperren für 43 Sportler

Die 39 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) lebenslang für Olympia gesperrten russischen Wintersportler waren in den zurückliegenden Tagen vom höchsten Sportgericht angehört worden, ebenso wie Kronzeuge Grigori Rodschenkow - früher Chef des Anti-Doping-Labors Moskau - und der kanadische WADA-Chefermittler Richard McLaren.

Der ehemalige Leiter des Moskauer Dopinglabors Grigori Rodtschenkow | Bildquelle: dpa
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Der ehemalige Leiter des Moskauer Dopinglabors und Kronzeuge Grigori Rodschenkow

Rodschenkow hatte nach seiner Flucht in die USA das Betrugssystem bei Olympia in Sotschi enthüllt. McLaren sammelte weitere Beweise für ein groß angelegtes Dopingprogramm. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse hatte die vom Schweizer Denis Oswald geleitete IOC-Kommission insgesamt 43 Russen lebenslang gesperrt, darunter mehrere Olympiasieger und Medaillengewinner. 42 der betroffenen Sportler hatten vor dem CAS Einspruch eingelegt. Über drei russische Biathletinnen wird der CAS voraussichtlich erst nach den Spielen in Südkorea entscheiden. Alle drei haben ihre Laufbahn beendet.

Rodschenkows Anwalt verurteilte die Entscheidung scharf. "Diese Entscheidung des CAS bestärkt allein die Betrüger, macht sauberen Athleten das Siegen schwerer und bedeutet einen weiteren unrechtmäßigen Erfolg für das korrupte russische Doping-System im Allgemeinen und Putin im Besonderen", wurde der New Yorker Jurist Jim Walden in einer Mitteilung zitiert.

Erleichterung in Russland

Die russische Regierung reagierte dagegen erleichtert auf das Urteil. "Wir sind froh, dass die Gerechtigkeit endlich triumphiert hat", sagte Sportminister Pawel Kolobkow. Nun erwarteten die Sportler, dass das IOC reagiere und sie auch zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea zulasse, so Kolobkow weiter.

Der Kreml kündigte an, sich für eine Teilnahme der betroffenen Sportler einzusetzen. Die russischen Sportbehörden stünden deswegen mit dem IOC in Kontakt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Ob es gelingen werde, sei aber noch schwer abzuschätzen.

IOC will Freigesprochene trotzdem nicht zulassen

Das IOC betonte nach Bekanntwerden des CAS-Spruchs, dass weiterhin nur russische Athleten in Pyeongchang antreten dürfen, die auf seiner Einladungsliste stehen. In einer IOC-Mitteilung heißt es: "Die CAS-Entscheidung bedeutet nicht, dass Athleten aus der Gruppe der 28 zu den Spielen eingeladen werden." Das NOK Russlands war nach der IOC-Entscheidung Anfang Dezember für die Winterspiele gesperrt worden. Allerdings dürfen russische Sportler unter neutraler Flagge und ohne Hymne starten. Sie werden als "Olympischer Athlet aus Russland" (OAR) geführt. Nach eingehender Prüfung hat das IOC 169 russischen Athleten erlaubt, in Südkorea anzutreten.

CAS hebt die meisten Olympia-Sperre für Russen auf
Dietrich Karl Mäurer, ARD Zürich
01.02.2018 10:58 Uhr

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Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. Februar 2018 um 09:00 Uhr.

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