Javier Martinez bejubelt Joshua Kimmich für sein spätes Siegtor | Bildquelle: AFP

Champions League Kimmich erlöst die Bayern

Stand: 27.10.2020 20:49 Uhr

Der Favorit wackelte, fiel aber nicht. Der FC Bayern München hat auch das zweite Champions-League-Spiel dieser Saison für sich entschieden, zeigte beim 2:1 (1:0) gegen Außenseiter Lokomotive Moskau aber diesmal keine restlos überzeugende Leistung.

Von Robin Tillenburg

Leon Goretzka (13. Minute) gelang am Dienstagabend (27.10.2020) das erste Tor des Spiels, Anton Miranchuk (70.) glich aus, Joshua Kimmich erlöste die Münchner schließlich (79.).

Drei frühe Kopfballchancen - eine sitzt

Es ging schon nicht so ganz rund los für den Titelverteidiger. Die erste Großchance der Partie hatten die Gastgeber. Fedor Smolov stand nach einer Flanke von links und missglückter Abseitsfalle nach fünf gespielten Minuten ganz frei vor dem Bayern-Gehäuse, köpfte die Kugel aber genau auf Manuel Neuer. Nach einem Eckball auf der anderen Seite zielte Robert Lewandowski etwas überrascht aus kurzer Distanz ebenfalls per Kopf knapp am Pfosten vorbei (8.). Besser machte es Goretzka fünf Minuten später. Der Mittelfeldmann vollendete einen tollen Angriff nach einem Diagonalball von Corentin Tolisso und anschließender direkter Volley-Flanke von Benjamin Pavard aus kurzer Distanz zur Führung.

Bei einem nahezu identischen Angriff traf Kingsley Coman in der 25. Minute den linken Pfosten, die Bayern waren mit dem Führungstor nun zwar spielbestimmend, wirkten in der Defensive aber nicht immer völlig sattelfest. Wenn Moskau mal schnell in die Spitze spielte, blitzte Gefahrenpotenzial auf. Weil die Münchner, so wirkte es teilweise, im eigenen Angriffsspiel auch nicht mit letzter Konsequenz spielten, gab es bis zur Pause keine Großchance mehr. Insgesamt war es trotz der Führung eine der schwächeren Halbzeiten der Elf von Hansi Flick in der bisherigen Saison.

Kimmich erlöst die Bayern

Das Bild setzte sich auch mit Beginn der zweiten 45 Minuten fort. Die Bayern taten sich größtenteils schwer, an vergangene Glanzleistungen anzuknüpfen, den Gastgebern fehlten die spielerischen Mittel. Nach einer knappen Stunde hätte Kimmich für das 0:2 sorgen müssen, schoss aus kurzer Distanz aber Gegenspieler Slobodan Rajkovic ans Bein. Einige Minuten später entschied Schiedsrichter Istvan Kovacs auf Strafstoß für die Bayern, eine Abseitsposition in der Entstehung sorgte jedoch dafür, dass der Rumäne diese Entscheidung nachträglich revidieren musste. Coman hatte kurz darauf die nächste hervorragende Gelegenheit, sein Abschluss aus halblinker Position ging aber knapp drüber.

Statt des möglichen und dann wohl vorentscheidenden 0:2 fiel kurz darauf der Ausgleich. Miranchuk vollendete einen schönen und schnörkellosen Konter nach flacher Hereingabe von Ze Luis aus kurzer Distanz. Die Bayern verloren nach diesem Gegentreffer etwas die Übersicht und standen in den Bemühungen, das Missgeschick zu korrigieren, zu hoch. Ze Luis (76.) vergab bei einem Konter ziemlich frei. Mitten in die beste Phase der Gastgeber war es dann Kimmich, der den Bundesligisten technisch astrein aus der Drehung per Volley-Flachschuss wieder in Front brachte.

Zittrige Schlussphase

Doch es blieb zittrig. Angetrieben von den 6.000 Fans drückte die Elf von Marko Nikolic auf den neuerlichen Ausgleich. Ungenauigkeiten und misslungene Abschlüsse verhinderten diesen aber gleich mehrfach. Am Ende retteten die Bayern den Erfolg über die Zeit und siegten damit zum 13. Mal hintereinander in der Königsklasse.

"Es war ein Arbeitssieg und nicht unser bestes Spiel. Der Gegner hat das nicht schlecht gemacht, trotzdem müssen wir das Spiel früher entscheiden. Wir hatten teilweise wirklich Glück, nehmen den Sieg aber mit", sagte Kimmich bei "DAZN". Für die mit sechs Punkten damit auf dem Papier perfekt gestarteten Münchner geht es nächste Woche mit dem Gastspiel in Salzburg weiter (03.11.2020). Lok bekommt es mit Atletico Madrid zu tun.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 27. Oktober 2020 um 22:15 Uhr.

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