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Lance Armstrong

Keine Anhörung zu Doping-Vorwürfen

Armstrong vor Verlust aller Tour-Titel

US-Radsportler Lance Armstrong hat den jahrelangen Kampf gegen die gegen ihn erhobenen Doping-Vorwürfe offenkundig verloren. Der Texaner verzichtete in einer spektakulären Entscheidung auf eine Anhörung vor der US-Anti-Doping-Agentur USADA. Zuvor hatte ein Gericht in Austin die geplante Anhörung für rechtens erklärt.

Das gesamte Verfahren habe einen "zu hohen Zoll" von ihm und seiner Familie gefordert, begründete Armstrong seinen Entschluss. Wenn er eine Chance gesehen hätte, in einer fairen Umgebung die Vorwürfe widerlegen zu können, hätte er "die Chance wahrgenommen". "Aber ich weigere mich, in einem einseitigen und unfairen Prozess mitzumachen." Der 40-Jährige schrieb von einer "Hexenjagd" durch Travis Tygart, den Chef der US-Anti-Doping-Agentur USADA.

Lebenslange Sperre

Armstrongs Verzicht kommt einem Eingeständnis des Dopings gleich. Zwar vermeidet er damit eine öffentliche Befragung und Darlegung zu seiner offenkundigen Doping-Praxis. Er muss aber nun mit der Aberkennung seiner sieben Gewinner-Titel der Tour de France und einer lebenslangen Sperre rechnen. Entsprechende Schritte kündigte die USADA umgehend an.

Aus Sicht der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sind Armstrongs Tour-Siege nichts mehr wert. "Er hatte das Recht, die Vorwürfe auseinanderzunehmen, aber er hat sich dagegen entschieden. Daher ist unter diesen Umständen die einzige Deutung, dass diese Vorwürfe Substanz hatten", sagte WADA-Chef John Fahey. "Ich verstehe das so: Wenn die Beweise auf einer Karriere gründen, die sieben Tour-de-France-Siege beinhaltet, wird all dies ausgelöscht", fügte Fahey mit Blick auf Armstrongs Erfolge hinzu.

Armstrong kämpft nicht länger gegen Doping-Vorwürfe
S. Müller, HR Washington
24.08.2012 07:27 Uhr

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Armstrong wird seit Jahren Doping und der Handel mit illegalen Substanzen angelastet. Ehemalige Teamkameraden und Helfer hatten ihre Verwicklungen in entsprechende Praktiken gestanden und Armstrong schwer belastet. Im ehemaligen Rennstall US Postal soll unter anderem EPO-, Testosteron-, Kortison- und Blutdoping betrieben worden sein.

Armstrong selbst gab sich noch in seiner Verzichtserklärung unbeugsam. Ohne auf die Vorwürfe im einzelnen einzugehen, erklärte der 40-Jährige auf seiner Website, im Leben eines jeden Mannes komme der Punkt, an dem er sagen müsse: "Genug ist genug". Er nutze nun die Gelegenheit, die Angelegenheit ruhen zu lassen. Er werde sich nicht weiter zu ihr äußern.

Dopingagentur will Armstrong alle Tour-Titel aberkennen
tagesschau 14:00 Uhr, 24.08.2012, Hajo Seppelt, ARD

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Armstrong hatte die Tour de France jahrelang sportlich dominiert. Von 1999 bis 2005 fuhr er als Sieger ins Ziel in Paris. Dopingvorwürfe hatte es immer gegen ihn gegeben, er kam aber immer heil davon. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass Armstrong zumindest 1999 bei seinem ersten Tour-Sieg EPO benutzte. Eine nachträgliche Analyse belegt das. Trotzdem gab es keine Sanktionen, weil es keine B-Probe mehr gab.

Ob sich nun Amstrongs langjähriger Tour-Konkurrent Jan Ullrich Hoffnungen auf nachträgliche Toursiege machen kann, ist unklar. In den Jahren 2000, 2001 und 2003 war Ullrich jeweils Tour-Zweiter hinter Armstrong.

Ullrich kassierte im Gegensatz zu dem Texaner aber bereits im Februar 2012 durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS eine Dopingstrafe für seine Verwicklungen im Fall Fuentes.

Hajo Seppelt (ARD) zum Verfahren gegen Armstrong
tagesschau24 14:15 Uhr, 24.08.2012

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Stand: 24.08.2012 06:33 Uhr

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