Sonnenfinsternis: Svalbard

Sonnenfinsternis über Deutschland und Europa Himmlisches Schattenspiel

Stand: 20.03.2015 13:05 Uhr

Skeptiker befürchteten Stromausfälle, Esoteriker das Böse - doch das Schlimmste waren in Teilen Deutschlands die Wolken, die den Blick verdeckten. In vielen Gegenden war die Sonnenfinsternis aber gut zu sehen. Keine Probleme gab es im Stromnetz.

Sonnenfinsternis über Deutschland: Der dunkle Neumond hat sich - zumindest teilweise - vor die Sonne geschoben und je nach Region bis zu 83 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Ganz dunkel wurde es in Deutschland somit nicht, lediglich etwas düster. In weiten Teilen Deutschlands konnten die Himmelsgucker die partiellen Sonnenfinsternis verfolgen.

Vor allem in der Mitte und im Süden herrschten gute Beobachtungsbedingungen, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach sagte. Im Westen und Nordwesten hingegen registrierten die Meteorologen zähen Hochnebel, der vielerorts den Blick auf die Sonne versperrte. Im Osten und Nordosten zogen zwar Wolken auf, dennoch war mancherorts die Verfinsterung zu beobachten.

Die Sonnenfinsternis hatte gegen 9.30 Uhr begonnen: Der Mond schob sich vor die Sonne und verdeckte nach und nach immer größere Teile der Sonnenscheibe - je nach Standort in Deutschland zwischen 65 und gut 80 Prozent, bis die Sonne nur noch als Sichel erschien. Um kurz vor 12.00 Uhr war das himmlische Schattenspiel dann vorbei. Wegen des seltenen Naturereignisses boten zahlreiche Volkssternwarten in Deutschland Beobachtungsveranstaltungen an.

Sonnenfinsternis
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Guter Blick in der Sternwarte in Regensburg ...

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... und zäher Nebel in Düsseldorf.

Augenärzte hatten eindringlich davor gewarnt, ungeschützt direkt in die Sonne zu schauen. Nur spezielle "Sofi"-Brillen bieten einen ausreichenden Schutz. Sie waren allerdings vielerorts ausverkauft.

Totale Sonnenfinsternis über dem Nordatlantik

Nur in einem schmalen Streifen auf dem Nordatlantik verfinsterte sich die Sonne komplett. Darin liegen die Färöer-Inseln und Spitzbergen. Auf den Färöer-Inseln versammelten sich bei bestem Wetter Tausende Touristen, um das sehr seltene Himmelsschauspiel zu verfolgen.

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Nur ganz im Norden, wie hier in Torhavn auf den Färöer-Inseln wurde es dunkel.

Höhepunkt der Sonnenfinsternis in Spitzbergen
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Auch in Spitzbergen schob sich der Mond vollständig vor die Sonne.

Keine Probleme im Stromnetz

Das deutsche Stromnetz bestand den Stresstest Sonnenfinsternis nach Einschätzung der Betreiber mit Bravour. Bundesweit habe es keine Engpässe oder Stromausfälle (Blackouts) gegeben, berichteten übereinstimmend die Betreiber der großen Stromautobahnen. 

"Uns fällt ein großer Stein vom Herzen. Alles lief wunderbar", meinte der Geschäftsführer Systembetrieb bei 50Hertz, Dirk Biermann, in Neuenhagen bei Berlin. Nach der maximalen Abdeckung der Sonne durch den Mond von je nach Ort bis zu 83 Prozent hätten die Netze innerhalb kürzester Zeit einen gewaltigen Solarstrom-Anstieg verkraften müssen: vom Tiefpunkt unter 7000 Megawatt auf bis zu 22.000 Megawatt in der Spitze. "Das ist ein gutes Signal für die Energiewende", meinte Biermann. 

TenneT SoFi Live @TenneTSoFiLive
Sind in Deutschland überm Berg. Alles gut gelaufen. Vorbereitung hat sich ausgezahlt #SoFi2015 #Sonnenfinsternis

Die Sonnenfinsternis galt als ernste Bewährungsprobe für den Vorreiter Deutschland, wo rund 39.000 Megawatt Solarleistung installiert sind. Um die Netze während des Himmelsspektakels stabil zu halten, mussten die Experten nur minimal eingreifen. Zur Sicherheit hatten sie bundesweit bei Kraftwerken Reservestrom eingekauft - davon machten sie aber nur "moderat" Gebrauch. Das kostete etwa 3,5 Millionen Euro extra, für die Stromkunden eine überschaubare Hausnummer, da jährlich weit über 20 Milliarden Euro an Förderung für die Erneuerbaren Energien verteilt werden. 

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