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Schlusslicht
Schlusslicht
Mit dem Ufo der Apokalypse entfliehen
Weihnachten steht vor der Tür. Drei Tage vorher geht allerdings noch die Welt unter, glauben Apokalypse-Jünger. Ein Dorf in der Türkei soll verschont bleiben (wir berichteten). Und auch in Frankreich gibt es einen Hort der Sicherheit - Aliens haben hier im Ufo noch Plätze frei.
Von Daniela Kahls, MDR-Hörfunkstudio Paris
Bugarach, das ist ein kleines Dorf am Fuße der Pyrenäen. Außer Kühen und grünen Berghängen gibt es hier nicht viel zu sehen. Normalerweise. Doch in letzter Zeit hat sich Bugarach zu einem regelrechten Pilgerort entwickelt. Es sind Esoteriker, die an einen Weltuntergang laut Maya-Kalender glauben, die in Heerscharen kommen. Irgendwie hat sich die Legende entwickelt, dass nur Bugarach die Apokalypse übersteht - manche glauben, mit Hilfe von Außerirdischen, die den Berg von Bugarach als Startrampe für ihr Ufo benutzen.
Auf jeden Fall wandern seit Monaten allerlei seltsame Gestalten entweder in weißen Gewändern oder auch ganz nackt am und auf dem Pic de Bugarach herum. So auch diese Frau, die sich einen Hut aus Aluminiumfolie gebastelt hat: "Wir sind hier, um uns einen Platz im Ufo zu reservieren", sagt sie, "wenn Sie die Finger so in die Höhe halten, dann spüren Sie echt die Schwingungen." Diese Frau hat ihren Spaß und macht sich über den Esoterik-Hype in Bugarach lustig. Aber viele meinen es tatsächlich ernst.
Französisches Dorf im Ausnahmezustand
Daniela Kahls, MDR Paris
17.12.2012 11:53 Uhr
Unterkünfte heiß begehrt
Die Grundstückspreise in der gottverlassenen und ufogesegneten Gegend sollen sich vervierfacht haben. Für den 21. Dezember sind viele Unterkünfte zu horrenden Preisen ausgebucht. Die offizielle Pariser Sekten-Kommission beobachtet das Geschehen. "Wir haben festgestellt, dass eine große Zahl an Sekten, Gurus und Bewegungen damit Profit machen wollen", sagt der Vorsitzende Georges Frenech.
Der Bürgermeister von Bugarach, Jean-Pierre Delord, wird die Geister, die er rief, nicht mehr los. Denn er hat mit dem offiziellen Hilferuf an die Pariser Regierung eine Medienlawine um Bugarach losgetreten: "Es gibt Sekten hier in der Gegend, die sich zu einem kollektiven Massenselbstmord hinreißen lassen könnten."
Die ganze Welt schaut auf Bugarach
Seit dieser Äußerung hat der Bürgermeister schon mehr als 200 Interviews gegeben. Journalisten aus aller Welt kommen nach Bugarach. Sie wollen die Esoteriker sehen und sind längst selbst zum Teil des Weltuntergangs-Hypes geworden. Die Polizei ist in jedem Falle alarmiert. Der Pic de Bugarach wird rund um den 21.12. abgesperrt, eventuell sogar das Dorf Bugarach.
Denn niemand weiß, wie viel Weltuntergangs-Pilger in einer Woche tatsächlich in die Pyrenäen kommen. Die Schätzungen schwanken zwischen 20.000 und 100.000 Besuchern. Die Polizei ist in jedem Falle vorbereitet: "Wir wissen eben nicht, wie viele Menschen genau kommen. Deshalb werden wir spontan reagieren. Wir werden erst einmal mit 100 Polizisten vor Ort sein, weil wir unsere Kräfte so kurz vor Weihnachten auch nicht vergeuden wollen", sagt der örtliche Polizeipräfekt Eric Freysselinard. "Sollten dann doch sehr viel mehr Menschen kommen, stellen wir uns darauf ein."
Stand: 17.12.2012 12:37 Uhr
