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Schlusslicht

Schlusslicht Glühwein

Von wegen deutsche Weihnachten

Wo ist der Glühwein?

Alles da: Weihnachtspyramiden, Stollen und Nürnberger Lebkuchen, Holzornamente aus dem Erzgebirge, fettige Bratwurst und sogar - für Amerikaner unaussprechliche - "Käsekrainer". Frisch aus Deutschland importiertes Weihnachtsfeeling beschert die Firma "German Delights" auf den Weihnachtsmärkten am New Yorker Union Square und Columbus Circle - mit einem essentiellen Manko.

Von Claudia Sarre, ARD-Hörfunkstudio New York

Weihnachtlich geschmückte Holzbuden am Columbus Circle - an der südöstlichen Ecke des Central Parks. Hier auf dem New Yorker "Holiday Market" werden kleine Freiheitsstatuen und Yellow Cabs aus Holz als Weihnachtsbaumschmuck verkauft, aber auch anderer Krimskrams wie Schmuck, Mützen, Schals, Bilder, Ledertaschen, Puppen oder Stofftiere.

Deutsche Spezialitäten auf dem Weihnachtsmarkt in New York
Claudia S., ARD New York
07.12.2012 09:26 Uhr

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Eine Gasse weiter: An einem Stand mit dem Schild "German Delights" - deutsche Köstlichkeiten - steht Ingo Bergmann aus Niedersachsen am Grill: Wir verkaufen die 'German Bratwurst' und das kommt ganz groß an bei den Leuten." 6,50 Dollar kostet so eine dicke Bratwurst im Brötchen, 7,50 Dollar, wenn Sauerkraut oben drauf kommt. Ingo Bergmann, der eigentlich Bankangestellter in Oldenburg ist, kommt seit acht Jahren auf den New Yorker Weihnachtsmarkt, um hier deutsche Spezialitäten zu verkaufen.

Kuchen und Kekse gehen immer

"Unser Renner ist das biologische Spekulatius, dicht gefolgt von den Oblatenlebkuchen und ganz klassisch ist der Christstollen", erzählt Ingos Freundin Maria, die den deutschen Keksstand managt. Die Vanillekipferl, Zimtsterne und anderen sogenannten "Winter cookies" importiert das Paar aus Deutschland. Am Wochenende bilden sich vor ihrem Stand endlos lange Schlangen, erzählt sie.

Die Begeisterung ist groß, vor allem bei den deutschstämmigen New Yorkern: "Dominosteine, Christstollen, Lebkuchen. Je älter wir werden, desto besser schmeckt es uns. Und wir werden richtig nostalgisch, wenn wir uns gemütlich hinsetzen, Glühwein trinken und Plätzchen essen", erzählen zwei Schwestern, deren Eltern deutsche Einwanderer waren.

Ein Stück Heimat...

Seit neustem gibt's auf dem Weihnachtsmarkt am Union Square auch Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge, Pyramiden und Schwippbögen. Auch sie finden reißenden Absatz: "Ich habe sieben Monate in Dresden gelebt. Es ist schön, die Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge zu sehen und heißen Apfel Cider zu trinken. Eine schöne Erinnerung!"

... aber etwas fehlt

Inmitten der ganzen "German Gemuttlickeit" darf eines natürlich nicht fehlen: Glühwein! Allerdings in diesem Fall nicht das deutsche Original, sondern die amerikanische - alkoholfreie -Version, da in den USA draußen kein Alkohol getrunken werden darf - sehr zum Leidwesen mancher Deutscher: "Ich bin hergekommen weil ich Lebkuchen kaufen wollte, aber das habe ich nicht gesehen - non-alcoholic, das ist natürlich peinlich."

Ingo von den German Delights macht das beste draus. Die New Yorker liebten den Kinderpunsch - behauptet er. Und für die paar Deutschen, die hier leben oder zu Besuch sind, gäbe es eine Not-Lösung: "Sicher ist es schade. Der eine oder andere Deutsche bringt sein Schnäpschen mit und tut es obendrauf. Wir dürfen es nicht, und sagen das auch jedem. Was jeder für sich selbst macht, ist mir egal."

Stand: 07.12.2012 11:42 Uhr

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