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23.02.2012

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Schlusslicht
Vatertag: Die besten Techniken zum Grillanzünden
Heute ist Vatertag

Also grillte Zarathustra

Die Beherrschung des Feuers ist eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit und den Männern in die Gene gelegt. Schon vor Jahrtausenden waren es die Adams dieser Welt, die die Flammen zähmten, und auch der Religionsstifter Zarathustra - ein Mann - wählte wohl nicht ohne Grund die ewige Flamme als das zentrale Symbol seiner Religion. Im Zoroastrismus, der im alten Persien verbreitet war, wurde das heilige Feuer in Tempeln angebetet.

Kein Wunder also, dass heutzutage dem Entfachen eines Grills eine zentrale Bedeutung im sommerlichen Picknick- und Parkritual zukommt. Und genau wie früher sind es auch heute vor allem die Männer, die die Verantwortung für erfolgreiches Glimmen und Brennen tragen. Dabei ist das Entzünden eines Grills nicht nur eine vergleichsweise diffizile sondern auch eine extrem prestigeträchtige Angelegenheit. Zwar sind die Grillgäste heute, anders als noch zu Beginn der menschlichen Entwicklung, nicht vom Hunger bedroht, sollte das Feuer sich als unbeherrschbar erweisen. Dennoch: Springt der Grill nicht an, muss der "Firestarter“ Hohn und Spott über sich ergehen lassen, und die Stimmung in der Gruppe kann sich innerhalb kürzester Zeit empfindlich abkühlen. Deshalb haben wir rechtzeitig zum Männertag die besten Techniken zusammengestellt, um einen Grill anzuzünden.

Die chilenische Methode

Ein echter Hingucker, denn diese Technik verbindet Effizienz mit Eleganz. Um eine leere Weinflasche wird Zeitungspapier in Streifen gewickelt. Damit diese halten, werden sie wie ein Handtuch verknotet. Das dauert zwar etwas, macht aber bei allen Beteiligten bestimmt Eindruck. Danach wird die Konstruktion in einen Grill gestellt und ringsherum mit Kohle bedeckt. Dann nur noch die Glasflasche vorsichtig aus dem Papier ziehen, und das Ganze in der Mitte entfachen. Innerhalb kurzer Zeit bricht der gebaute Zylinder zusammen, und die Kohle beginnt zu brennen. Warum diese Technik so heißt, lässt sich nicht zweifelsfrei klären, fest steht dagegen, dass sie so etwas wie der Rolls-Royce unter den Anzünd-Techniken ist – etwas umständlich, aber Aufmerksamkeit und Respekt dürften garantiert sein.

Link:

Link Die chilenische Methode

Der User Claylusion demonstriert wie man mit Zeitung und Flasche stilvoll den Grill anzündet. Ein wenig Basteltalent vorausgesetzt. [YouTube]

Mit heißer Luft

Klappt leider nur im eigenen Garten, denn man braucht einen Stromanschluss dafür. Dennoch die wohl schnellste und zugleich modernste Anzündtechnik. Eine herkömmliche Heißluftpistole aus dem Baumarkt kostet etwa 25 Euro und verströmt bis zu 800 C° heiße Luft. Wenige Minuten davon genügen, um die Kohle zum Glühen zu bringen. Saubere und effiziente Technik, allerdings ohne den Charme des Feuer-Bezwingens.

Link:

Link Viel heiße Luft

Der User SVFrechenhausen zeigt wie man eine Heißluftpistole zum anfeuern nutzt. Funktioniert auch mit einem normalen Fön. [YouTube]

Leere Eierkartons brennen gut

Man verteilt die Kohle auf drei bis vier Eierkartons und zündet diese dann an. Profis reißen zusätzlich kleine Stücke ab und verteilen sie zwischen den Kohlen, so ist die gleichmäßige Verteilung gewährleistet. Die Kartons brennen gut und entwickeln eine größere Hitze als normales Papier, dadurch entsteht schnell eine gleichmäßige Glut. Nachteil: Man braucht ein bisschen Übung, um die Kartons richtig anzuzünden, wenn sie unter der Kohle begraben sind. Außerdem brennen die Kartons nicht sehr lange, man muss die Kohle also akribisch stapeln.

Mit Tannenzapfen - das ist die romantische Art

Recht umständliche, aber sehr stilvolle Methode. Weil die Tannenzapfen sehr kompakt wachsen, braucht man meist noch etwas Papier oder ein paar kleine Zweige, um das Feuer in Gang zu kriegen. Außerdem müssen sie sehr trocken sein, es darf also seit Tagen nicht geregnet haben. Und natürlich muss man vorher in den Wald gehen, um die Tannenzapfen einzusammeln (denn im Wald sollte man natürlich unter gar keinen Umständen grillen!). Wenn man aber alles beisammen hat, ist allein der Geruch des Grills ein Genuss, von dem wohligen Knacken ganz zu schweigen.

Spiritus und Anzündwürfel - die profanste Methode

Ein Mann zündet seinen Grill mit Spiritus an - ihm schlägt eine Stichflamme entgegen. (Foto: picture-alliance / dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Effizient, aber nicht ungefährlich: Anzünden mit Spiritus. ]
Definitiv die am weitesten verbreitete, zugleich aber auch die profanste und ungesündeste Technik. Denn Fachleute versichern, dass durch die Rückstände der Geschmack des Grillguts verdorben wird. Außerdem verunglücken jedes Jahr rund 2000 Menschen beim Anfeuern mit Spiritus und verbrennen sich Hände und Haare. Weiterer Nachteil: Bis die Kohle wirklich glüht, vergeht einige Zeit, in der man außerdem noch kräftig wedeln muss. Der große Vorteil ist, dass chemische Hilfsmittel wohl am unkompliziertesten sind.

Stand: 02.06.2011 09:16 Uhr

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