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Haushaltsdefizit, Regierungswechsel, Generalstreik - das Italien der Menschen steckt mitten in der Krise. Aber für unsere tierischen Freunde gibt es auch ermutigende Neuigkeiten: Ein schwarzer römischer Kater hat Glück. Er erbte satte zehn Millionen Euro. Seine 94-jährig verstorbene Besitzerin Signora Assunta hinterließ Tommasino laut Medienberichten eine Villa und zwei Wohnungen in Rom und Mailand, viele Bankkonten sowie Landflächen in Kalabrien.
Die Dame sei ohne Verwandte gewesen - und habe daher ihren treuesten Gefährten bedacht, erklärten die Testamentsverfüger. Zur Verwaltung des Geldes bestimmten sie Signora Assuntas Ex-Pflegerin.
Aber so viel Glück bringt natürlich auch Neider - Menschen. Manche Römer wollen es ihm einfach nicht gönnen. "So ein Schwachsinn", poltert ein Barbesitzer beim Vatikan. Gerade jetzt, in der Krise, hätten Menschen das Geld viel eher nötig. Die Kellnerin sieht es nicht anders: "Ein Zehntel des Geldes hätte für die Katze vollkommen gereicht." Wie gesagt: Kleingeistigkeit, Neid, Missgunst. Menschen.
Dabei ist das Geld doch nicht allein für Tommasino bestimmt, sondern darf auch für andere Katzen verwendet werden. Denn Katzenfeindlichkeit ist eigentlich unrömisch - Katzenliebe hat hier hingegen Tradition. Immer schon ist die Stadt nicht nur für ihre vielen streunenden Katzen berühmt - sondern auch für ihre freiwilligen Katzenhelferinnen, die "gattare".
Am Platz Largo di Torre Argentina im historischen Zentrum gibt es nicht nur diverse altrömische Ruinen - sondern ein Heim, wo sich regelmäßig rund 20 aufopferungsvolle Freiwillige aus verschiedenen Ländern das ganze Jahr um etwa 250 Katzen kümmern. Sie nehmen ausgesetzte und verletzte Katzen auf, lassen sie vom Tierarzt sterilisieren, gegen Krankheiten impfen und päppeln sie wieder auf.
Aber was will Tommasino eigentlich selbst mit dem Geld anfangen? tagesschau.de ist es trotz wie immer engagierter Recherche noch nicht gelungen, von ihm eine Stellungnahme zu erreichen. Vielleicht hat er wichtige Maklertermine oder ist irgendwo auf dem Weg nach Kalabrien falsch abgebogen.
So müssen wir ausnahmsweise spekulieren: Will er den erfolgreichen Partybetrieb des Ex-Ministerpräsidenten übernehmen? Oder eine Armee Hundefänger einstellen? Oder will er nur gemeinsam mit dem Aktionskünstler Christo einen Wald aus 100.000 Edel-Kratzbäumen aufstellen? Aber wahrscheinlich ist er längst heimtückisch entmündigt worden. Von Menschen.
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